Pfizer Aktie: Quartalszahlen im Fokus, doch die Pipeline muss Vertrauen schaffen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Pfizer veröffentlicht am Dienstag vor US-Börsenbeginn die Zahlen für das dritte Quartal.
- Der Konsens erwartet 15,88 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes EPS von 0,728 US-Dollar – beides unter Vorjahresniveau.
- Goldman Sachs rechnet mit leicht höheren Werten, sieht nach der Aktienrally aber begrenztes weiteres Aufwärtspotenzial.
- Im vierten Quartal wird Phase-3-Daten zu Mevrometostat besondere Bedeutung für das Vertrauen in die Pipeline beigemessen.
Marktanalyse & Details
Erwartungen an das dritte Quartal
Die Pfizer-Aktie steht vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Zeichen hoher Erwartungen an die künftige Medikamentenpipeline. Der Analystenkonsens sieht für das dritte Quartal einen Umsatz von 15,88 Milliarden US-Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,728 US-Dollar voraus. Im Vorjahresquartal waren es 16,65 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,87 US-Dollar je Aktie.
Goldman Sachs erwartet mit 16,0 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem bereinigten EPS von 0,74 US-Dollar ein Ergebnis nahe am Konsens. Die Belastungen aus dem rückläufigen COVID-Geschäft seien weitgehend bekannt, so die Einschätzung der Bank. Pfizer hält für das Gesamtjahr an einer Prognose von 2,80 bis 3,00 US-Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie fest.
Aktienrally trifft auf Pipeline-Fragen
Die Aktie hat in der zweiten Jahreshälfte laut Goldman rund 24 Prozent zugelegt, während die breitere Pharmagruppe etwa 4 Prozent gewann. Als Unterstützung nennt die Bank eine Rotation in defensive Pharmawerte und eine vergleichsweise niedrige Bewertung: Pfizer werde ungefähr mit dem Zehnfachen des für 2027 erwarteten Gewinns gehandelt, gegenüber etwa dem 17-Fachen bei Wettbewerbern. Zugleich sieht Goldman das Risiko, dass der Kursanstieg zu weit gelaufen sein könnte – auch weil die Dividendenrendite nahe an die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen heranrückt.
Operativ bleibt der Impfstoff Prevnar ein Belastungspunkt. Pfizer hat auf sinkende Impfraten bei Kindern, eine rückläufige Geburtenrate in den USA und eine negative öffentliche Stimmung gegenüber Impfungen hingewiesen. Das erschwert es, kurzfristige Umsatztrends allein als Beleg für eine nachhaltige Erholung zu werten.
Mevrometostat als wichtiger Datenpunkt
Für das Anlegervertrauen dürfte der klinische Fortschritt entscheidender sein als eine Quartalsabweichung im Rahmen der Erwartungen. Für das vierte Quartal werden Phase-3-Daten zu Mevrometostat erwartet. Goldman bezeichnet das Ergebnis angesichts früherer Rückschläge in der Pipeline als besonders wichtig; dem Wirkstoff wird bereits eine mögliche Umsatzchance von 1,5 bis 3 Milliarden zugeschrieben.
Ein positives Signal aus der Entwicklungspipeline gab es bereits am 27. Oktober: Die Phase-3-Studie MagnetisMM-32 mit ELREXFIO erreichte ihren primären Endpunkt beim progressionsfreien Überleben. Die Daten zum Gesamtüberleben sind allerdings noch nicht ausgereift. Das Ergebnis stärkt damit die Pipeline-Erzählung, ersetzt aber nicht den anstehenden Mevrometostat-Datenpunkt.
Analysten-Einordnung: Die Bewertungslücke zu Wettbewerbern kann Pfizer Spielraum geben, ist aber kein ausreichender Grund für eine Neubewertung. Dies deutet darauf hin, dass Anleger künftig stärker auf klinische Erfolge und belastbare Wachstumstreiber achten dürften als auf ein Quartal, das ungefähr den Erwartungen entspricht. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend ist, ob Pfizer mit den anstehenden Studiendaten die hohen Erwartungen an die Pipeline untermauern kann – während Prevnar und das COVID-Geschäft weiter Gegenwind liefern.
Fazit & Ausblick
Die Quartalszahlen werden am Dienstag vor Handelsbeginn in den USA veröffentlicht. Neben Umsatz und bereinigtem EPS sollten Anleger auf Aussagen zu Prevnar und zur Jahresprognose achten. Der nächste zentrale Katalysator sind die für das vierte Quartal erwarteten Phase-3-Daten zu Mevrometostat; sie könnten stärker über die Stimmung zur Pfizer-Aktie entscheiden als ein weitgehend erwartungsgemäßes Quartal.
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