Oracle-Aktie unter Druck: Stifel hält trotz Risiken an Kaufempfehlung fest
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Oracle steht wegen möglicher Verzögerungen beim Stargate-Rechenzentrum Project Jupiter in New Mexico unter Druck.
- Stifel hält an der Kaufempfehlung und einem Kursziel von 200 US-Dollar fest.
- Nach Einschätzung des Analysten wurde Force-Majeure-Text vorsorglich in Kreditunterlagen aufgenommen, aber nicht formell geltend gemacht.
- Oracle bestätigt den Zeitplan; Baufortschritt, Genehmigungen und die verspätete Gas-Pipeline bleiben zentrale Risiken.
Marktanalyse & Details
Force-Majeure-Klausel sorgt für Unsicherheit
Oracle sieht sich bei Project Jupiter mit Fragen zu möglichen Verzögerungen und den damit verbundenen Kosten konfrontiert. Berichten zufolge könnte eine Force-Majeure-Regelung Oracle ermöglichen, Zahlungen aufzuschieben, falls das Rechenzentrum nicht wie geplant 2028 in Betrieb geht. Oracle erklärte, das Projekt liege im Zeitplan und das Unternehmen bleibe seinem Engagement in New Mexico verpflichtet. Blue Owl, der Finanzierungspartner des Projekts, teilte mit, die Mitteilung ändere nichts an den finanziellen Verpflichtungen für das mehrjährige Vorhaben.
Stifel-Analyst Brad Reback ordnet die Klausel zurückhaltender ein: Seinem Verständnis nach sei Force Majeure nicht formell geltend gemacht worden; vielmehr sei die entsprechende Formulierung in die Kreditunterlagen aufgenommen worden, um vertragliche Rechte vorsorglich zu sichern. Reback bekräftigte seine Kaufempfehlung für Oracle und sein Kursziel von 200 US-Dollar.
Baufortschritt trifft auf Energie- und Genehmigungsrisiken
Nach Einschätzung von Stifel ist der Bau des Standorts zu rund 26 Prozent abgeschlossen. Das Mikronetz, das die Energieversorgung sichern soll, liege dagegen erst bei etwa 10 Prozent. Zu den Hindernissen zählen Genehmigungsfragen rund um Luftqualität und Wasserverbrauch sowie die geplante Gas-Pipeline. Deren Inbetriebnahme wurde auf den 1. Februar 2027 verschoben. Zugleich verweist der Analyst auf zuletzt günstige Gerichtsentscheidungen und darauf, dass Oracle den Projektzeitplan weiterhin bestätigt.
Project Jupiter ist für eine Kapazität von 2,45 Gigawatt ausgelegt und Teil des Stargate-Ausbaus für KI-Infrastruktur. Die Finanzierung ist umfangreich: Ein Bankenkonsortium stellte für den Bau einen Kredit über 18 Milliarden US-Dollar bereit. Verzögerungen könnten deshalb nicht nur Oracle, sondern auch Kreditgeber und weitere Projektpartner betreffen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Klausel allein noch keinen formellen Rückzug oder eine bestätigte Verzögerung belegt. Sie zeigt aber, dass Oracle mögliche Termin- und Kostenrisiken vertraglich absichern will. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend sind nun belastbare Fortschritte bei Genehmigungen, Energieversorgung und Bau. Die vorsichtige Einschätzung von Stifel steht dabei den realen Ausführungsrisiken gegenüber und beseitigt sie nicht.
Aktienkurs und Marktreaktion
Die Oracle-Aktie notierte am 24. September an der Lang & Schwarz Exchange bei 122,36 Euro und lag damit 3,58 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 26,34 Prozent. Die Kursentwicklung spiegelt den Druck wider, den die Unsicherheit rund um Großprojekte und die Finanzierung des KI-Infrastrukturausbaus auf die Aktie ausübt.
Fazit & Ausblick
Oracle hält an Project Jupiter und am geplanten Start 2028 fest; Stifel sieht die Force-Majeure-Formulierung vorerst als vorsorgliche Absicherung. Für die weitere Einschätzung zählen vor allem der Fortschritt beim Mikronetz, die Lösung der Genehmigungsfragen und der neue Zeitplan für die Pipeline. Ein konkreter nächster Unternehmenstermin geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
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