Oracle Aktie: Dan Ives startet mit „In Line“ und sieht Risiken beim KI-Ausbau

Oracle Aktie: Dan Ives startet mit „In Line“ und sieht Risiken beim KI-Ausbau AI Generated

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Analyst Dan Ives nimmt Oracle mit der neutralen Einstufung „In Line“ und einem Kursziel von 155 US-Dollar in die Bewertung auf.
  2. Er sieht Chancen durch Oracles Cloud-, Datenbank- und Unternehmenssoftware-Angebote für KI-Kunden.
  3. Verzögerungen bei Großprojekten und eine teure, schuldenfinanzierte Expansion erhöhen laut Ives die Ausführungsrisiken.
  4. Als wichtige Prüfsteine nennt der Analyst pünktlich verfügbare Rechenzentren, begrenzte Investitionen und stabile Ratings.

Marktanalyse & Details

Neutrales Votum trotz KI-Chancen

Dan Ives hat die Beobachtung der Oracle-Aktie aufgenommen und setzt das Kursziel auf 155 US-Dollar. Die Einstufung „In Line“ signalisiert eine neutrale Einschätzung. Zum letzten Börsenschluss bei 144,77 US-Dollar liegt das Ziel rund sieben Prozent höher – der Analyst sieht damit jedoch keinen ausreichenden Grund, die Aktie bereits klar positiv zu bewerten.

Ives erkennt eine breite Grundlage für zusätzliche KI-Erlöse: Oracle Cloud Infrastructure (OCI) könne mit leistungsfähiger Vernetzung und flexiblen Rechenclustern große Trainings- und Inferenzlasten bedienen. Hinzu kommt die Strategie, Oracle-Datenbankdienste in den Rechenzentren konkurrierender Cloud-Anbieter verfügbar zu machen. Zusammen mit Fusion, NetSuite und Oracle Health ergebe sich nach seiner Einschätzung ein breites Angebot zur Monetarisierung der KI-Nachfrage.

Großprojekte treffen auf Strom- und Genehmigungsrisiken

Der zentrale Vorbehalt betrifft laut Ives nicht die Nachfrage, sondern die Umsetzung und Finanzierung. Beim Stargate-Projekt Jupiter in New Mexico, einem geplanten Rechenzentrumscampus mit 2,45 Gigawatt Leistung, hat Oracle dem Infrastrukturpartner Blue Owl wegen Verzögerungen bei der Gasversorgung eine Force-Majeure-Mitteilung geschickt. Die Pipeline wird demnach erst für Februar 2027 erwartet; eine Entscheidung zur Luftqualität des geplanten Brennstoffzellensystems steht am 23. November an.

Oracle hält nach Angaben des Analysten am Ziel fest, Jupiter 2028 in Betrieb zu nehmen. Die Mitteilung ermöglicht dem Unternehmen jedoch, Zahlungen aufzuschieben, falls der Zeitplan nicht eingehalten wird. Ives verweist zudem darauf, dass ein erheblicher Teil der Auftragsverpflichtungen (RPO) von 664 Milliarden US-Dollar an den rechtzeitigen Ausbau neuer Kapazitäten gebunden sei; dazu zähle auch Nachfrage von OpenAI. Damit können Verzögerungen bei Genehmigungen, Leitungen oder Versorgern die Einlösung umfangreicher Aufträge erschweren.

Hoher Kapitalbedarf verschärft die Risiken

Für das laufende Geschäftsjahr beziffert Ives die geplanten Investitionen auf 90 bis 95 Milliarden US-Dollar – bei negativem Free Cashflow. Oracle habe außerdem 125 Milliarden US-Dollar Schulden sowie eine verpflichtend wandelbare Vorzugsaktie über fünf Milliarden US-Dollar. Ein Aktienprogramm am Markt über 20 Milliarden US-Dollar sei abgeschlossen; weitere Aktienemissionen seien signalisiert worden.

  • S&P bewertet Oracle mit BBB-, nur eine Stufe oberhalb des spekulativen Bereichs; Moody’s hat den Ausblick negativ gesetzt.
  • Oracles zehnjährige Anleihen rentieren laut Ives mit rund 7,4 Prozent, etwa 215 Basispunkte über US-Staatsanleihen.
  • Die durchschnittliche Kuponrate des bestehenden Schuldenbestands liegt bei 4,87 Prozent; die fünfjährigen Kreditausfallversicherungen (CDS) seien auf rund 245 Basispunkte gestiegen.
  • Bis 2027 werden etwa zehn Milliarden US-Dollar fällig, bis 2031 insgesamt rund 40 Milliarden; zusätzlich steht eine ungenutzte Kreditlinie von zehn Milliarden US-Dollar bereit.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Oracle seine KI-Chancen mit einem ungewöhnlich kapitalintensiven Ausbau erkauft. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass nicht allein Auftragseingang und Nachfrage zählen: Entscheidend wird, ob die Rechenzentren rechtzeitig Strom erhalten und die Investitionen ohne weitere deutliche Verschlechterung der Finanzierungskonditionen umgesetzt werden. Eine Herabstufung in den spekulativen Bereich könnte laut Ives zudem Leasingbedingungen und Sicherheitenanforderungen für Rechenzentren beeinflussen.

Fazit & Ausblick

Das neutrale Rating stellt die KI-Strategie nicht grundsätzlich infrage, macht den Erfolg aber von der Ausführung abhängig. Anleger sollten insbesondere die anstehenden Entscheidungen zu Jupiter, den Fortschritt bei der Stromversorgung und die Entwicklung der Investitionsausgaben beobachten. Ives würde seine Einschätzung erst bei planmäßig aktivierten Stargate-Standorten, Netto-Capex innerhalb eines Rahmens von 70 Milliarden US-Dollar und stabilisierten Kreditratings positiver beurteilen.

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