On Holding verliert fast 20% nach Q2-Umsatzmiss: Anleger fürchten verlangsamtes Wachstum

On Holding AG

Kurzüberblick

Die Aktie von On Holding steht am 11.08.2026 unter massivem Druck: Zuletzt notiert das Papier bei 27,11 Euro und fällt um 20,26% am Tag. Auch im laufenden Jahr liegt die Aktie damit bei -32,56% (YTD) – ein klares Signal, dass der Markt die Wachstumserzählung zuletzt stärker hinterfragt.

Auslöser ist das schwächere Bild bei den Q2-Umsatzzahlen sowie die wachsende Sorge, dass sich die Sales-Growth-Dynamik verlangsamt. Gleichzeitig versucht das Management, über höhere Profitabilitäts-Fokus und konsequentes Pricing Vertrauen zurückzugewinnen. Für Anleger ist damit die Frage zentral, ob On im zweiten Halbjahr das Tempo wieder anzieht – oder ob sich die Nachfrage in wichtigen Regionen abkühlt.

Marktanalyse & Details

Quartalsergebnisse: Umsatz unter Konsens, Wachstumstakt bremst

On meldete für das zweite Quartal (per 30. Juni) Nettoerlöse von 850,3 Mio. CHF. Damit verfehlte der Wert die Markterwartung von 878,16 Mio. CHF. Zudem bleibt die regionale Dynamik ein Nervenkriterium: In der Kernregion Americas verlangsamte sich das Wachstum auf 13% (konstant währungsbereinigt) nach 17% im Vorquartal.

  • EPS Q2: 0,35 CHF (gemeldet)
  • Umsatz Q2: 850,3 Mio. CHF (unter Erwartung)
  • Americas-Wachstum: 13% nach 17% (konstant währungsbereinigt)
  • Asien-Pazifik: +54,7% (konstant währungsbereinigt)

Ausblick: Höhere Bruttomarge, aber Markt rückt Wachstum in den Fokus

Trotz der Enttäuschung beim Umsatz hält On am Premium-Ansatz fest. Das Unternehmen kündigte an, die Bruttogewinnmarge für das Gesamtjahr auf mindestens 65% anzuheben (zuvor: 64,5%). Operativ soll das Ergebnis unter anderem durch Disziplin im Vertriebskanal getragen werden: On will Wholesale sell-in gezielt steuern, um die vollpreisige Markenintegrität auch in einem werbeintensiven Umfeld zu schützen.

Für das laufende Jahr (FY26) nennt On zudem eine Umsatzspanne von 3,47 bis 3,56 Mrd. CHF (constant currency). Die adjusted EBITDA-Marge soll bei 19,5% bis 20% liegen.

Analysten-Einordnung: Warum der Kurs trotzdem so hart reagiert

Dies deutet darauf hin, dass der Markt weniger einzelne Margenverbesserungen belohnt, sondern vor allem den Weg zu wieder anziehendem Wachstum – insbesondere in den Americas – einfordert. Die Management-Entscheidung, die Wholesale-Aktivität bewusst zu dosieren, kann mittelfristig die Preisposition stärken; kurzfristig kann sie jedoch die Umsatzbeschleunigung dämpfen. Für Anleger bedeutet das: Solange der Umsatzpfad unter den Erwartungen bleibt oder der Wachstumstakt nicht wieder sichtbar anzieht, fällt die Bewertung deutlich sensibler aus – auch wenn die Profitabilitätssteuerung gelingt.

Unterstützend wirkt zwar, dass On außerhalb der Kernregion kräftig zulegt (Asien-Pazifik +54,7%); die Kursreaktion zeigt aber, dass Diversifikation allein nicht reicht, wenn Investoren den konkreten Timing-Plan für die Wiederbeschleunigung in den Hauptmärkten sehen wollen.

Wettbewerb und Konsumklima: Druck kommt aus Nachfrage und Kosten

Im Hintergrund stehen ein anspruchsvolleres Konsumumfeld sowie höhere Kostenbelastungen – unter anderem im Zusammenhang mit US-Zollthemen. Dazu kommt, dass Premium-Käufe für viele Konsumenten selektiver werden. On versucht dem mit dem Ansatz entgegenzuwirken, Rabattschlachten nicht mitzugehen: Dabei steht die Aussage im Raum, dass das Unternehmen keine Kompromisse bei der Vollpreisstrategie eingehen will – selbst wenn der Markt in einzelnen Regionen stark promotionsgetrieben ist.

Markenmomentum als Gegenpol

Parallel gibt es zumindest ein positives Narrativ aus internen Marktforschungs-Erhebungen: On gilt dabei als Gewinner im Fragmentierungsumfeld der Sport-Schuhbranche. Das kann helfen, die mittelfristige Markenattraktivität zu stützen – der heutige Kurseinbruch zeigt jedoch, dass Börsianer aktuell vor allem die finanzielle Umsetzung in den Quartalszahlen priorisieren.

Fazit & Ausblick

On liefert einen gemischten Mix aus: höherer Profitabilitäts-Orientierung und verbessertem Margenblick stehen unter Druck geratene Umsatzkennzahlen gegenüber – mit besonderem Fokus auf die verlangsamte Entwicklung in den Americas. Für die nächsten Wochen wird entscheidend sein, ob das Unternehmen die Wholesale-Disziplin so ausbalanciert, dass das Wachstum im zweiten Halbjahr wieder klar anspringt.

Anleger sollten zudem verfolgen, wie On die in der Unternehmenskommunikation betonte Premium-Brand-Strategie in reale Absatzdynamik übersetzt – und ob sich die Wechselkurseffekte wie erwartet weiter normalisieren.

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