On Holding rutscht nach Q2-Umsatzmiss: Analysten senken Kursziele nach Downgrades – Details für Anleger

On Holding AG

Kurzüberblick

On Holding steht nach den Q2-Zahlen und einer vorsichtigeren Sicht auf das weitere Jahresverlauf deutlich unter Druck. Am 12. August 2026 handelt die Aktie bei 27,13 EUR, nachdem sie am Vortag kräftig nachgegeben hatte; seit Jahresbeginn liegt der Kurs damit weiterhin rund 32,5% im Minus (Tagesverlauf: +1,08%).

Auslöser war ein Umsatzmiss: Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse zwar, doch der US-Großhandel blieb hinter den Erwartungen zurück. Parallel rückte das Management die Profitabilität in den Fokus und bremste den Sell-in, um die volle Preisintegrität in einem stark promotionsgetriebenen Umfeld zu schützen.

Marktanalyse & Details

Q2-Überblick: Wachstum ja, aber weniger als erwartet

On meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 850,3 Mio. CHF. Damit blieb das Unternehmen unter den Erwartungen (878,16 Mio. CHF). Das EPS lag bei 0,35 CHF gegenüber einem Konsens von 0,34 CHF, während der Markt vor allem die Umsatzdynamik im Wholesale-Channel als Signal für die nahe Zukunft bewertet.

  • Umsatz Q2: 850,3 Mio. CHF (unter Konsens)
  • EPS Q2: 0,35 CHF (nahe am Konsensniveau)
  • Americas-Wachstum Q2: 13% (währungsbereinigt), nach 17% im Vorquartal
  • Asia-Pacific-Wachstum Q2: 54,7% (währungsbereinigt)

Für den Jahresverlauf bleibt das Bild zweigeteilt: Während On außerhalb des Kerngeschäfts stärker wächst, dämpft die Entwicklung im US-Großhandel die Visibilität.

Guidance: Gross-Margin-Ziel rauf, Umsatzkorridor breiter

Trotz des Zahlenmisses gab es wertige Signale in der Profitabilität. On hob die Prognose für die Bruttomarge an: erwartet wird mindestens 65,0% nach zuvor 64,5%. Operativ peilt das Unternehmen zudem eine Adjusted-EBITDA-Marge von 19,5% bis 20% an.

  • FY26 Netto-Umsatz (konstant): 3,47 Mrd. bis 3,56 Mrd. CHF
  • FY26 Adjusted EBITDA-Marge: 19,5% bis 20%
  • Gross-Margin-Ausblick: mindestens 65,0%

Managementbegründung: On steuert den Wholesale-Sell-in bewusst, um die Premium-Positionierung in einem promotionsgeprägten Markt zu sichern und eine saubere Ausgangsbasis für Innovationen Richtung 2027 zu schaffen.

Warum die Analysten nach unten drehen

Mehrere Analysten haben ihre Bewertung nach der Q2-Enttäuschung und der geringeren Umsatz- und Ergebnis-Visibilität angepasst. Ein Analystenteam senkte die Einstufung von Strong Buy auf Outperform und reduzierte das Kursziel von 52 auf 38 US-Dollar. Begründet wurde dies mit dem Revenue-Miss sowie dem Guide-Down; vor allem der Druck im US-Wholesale und die begrenzte Einschätzung, wie stark und wie lange sich schnelleres Wachstum durchsetzen lässt, senken die kurzfristige Überzeugung.

Ein weiteres Analystenteam stufte die Aktie von Outperform auf Market Perform herab. Im Zentrum stand dabei ein promotionsstärkeres Umfeld im US-Lifestyle-Segment sowie die Sorge, dass das Wholesale-Wachstum und damit die Ergebnisannahmen für die nächsten 12 Monate weniger verlässlich planbar sind.

Analysten-Einordnung

Die Downgrades deuten darauf hin, dass der Markt aktuell weniger das Margen-Signal honoriert, sondern vor allem die kurzfristige Ertragsqualität im Wholesale-Channel neu bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Die angehobene Bruttomarge und das konsequente Festhalten an der Preisintegrität sind zwar konstruktiv, die entscheidende Frage bleibt aber, ob On den Wholesale-Backlog wieder in eine verlässliche Wachstumsspur überführen kann, ohne erneut in starkes Discounting zu rutschen. Das senkt das Upside-Profil für die kommenden Quartale, während das langfristige Chance-Risiko-Verhältnis erst wieder steigt, wenn sich die Wholesale-Produktivität und die Wachstumsraten stabilisieren.

Was Anleger jetzt besonders beobachten sollten

  • Wholesale-Sell-in vs. Preisintegrität: Ob die Strategie kurzfristig nicht nur Margin, sondern auch Nachfragequalität stützt.
  • Americas-Wachstum: Nach dem Rückgang von 17% auf 13% braucht es einen belastbaren Turnaround, um die Guidance zu untermauern.
  • DTC-Momentum und Innovationstempo: Entscheidend ist, ob Direct-to-Consumer die Wholesale-Dellen kompensieren kann.

Fazit & Ausblick

On liefert operative Stärke über die Marge, doch die jüngsten Analysten-Downgrades zeigen: Die Kernbaustelle liegt derzeit im US-Großhandel und in der kurzfristigen Planbarkeit des Wachstums. Anleger dürften bei den nächsten Quartalsupdates besonders auf die Entwicklung der Americas-Wholesale-Erträge, die weitere Wholesale-Disziplin sowie die Bestätigung der Margenannahmen achten, um die Chance auf eine Kursstabilisierung wieder zu erhöhen.

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