On Holding: Raymond James senkt Rating auf Outperform – Kursziel 52→38 USD nach Q2-Verfehlung
Kurzüberblick
Raymond James hat On Holding nach der Q2-Enttäuschung und einer vorsichtigeren Ausblickskomponente von Strong Buy auf Outperform abgestuft. Das Kursziel wurde von 52 auf 38 USD reduziert. Ausschlaggebend sind vor allem der verfehlte Umsatz in Q2 sowie die gesenkte Guidance, die die Erwartung an die kurzfristige Entwicklung trüben.
Im Markt dominiert damit erneut die Frage, wie stabil On's Wachstum in den kommenden Quartalen bleibt – insbesondere im North-America-Wholesale-Geschäft, wo Druck durch ein stärker promo-getriebenes Umfeld und geringere Sichtbarkeit über die Haltbarkeit des jüngst besseren Wachstumslimits Analysten derzeit die Überzeugung. Während sich die Aktie am 12. August im Tagesverlauf leicht erholt (27,11 EUR, +1,01%), bleibt der größere Trend schwach: YTD liegt bei -32,56%.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen: Umsatz unter Konsens, Marge bleibt dennoch stark
On meldete für Q2 einen Umsatz von 850,3 Mio. CHF. Das lag unter der Markterwartung von 878,16 Mio. CHF. Beim Ergebnis je Aktie zeigte sich hingegen weniger Druck: Q2-EPS lag bei 0,35 CHF (Konsens 0,34 CHF). Das Muster ist für den Aktienkurs dennoch konfliktgeladen, weil der Markt typischerweise vor allem auf die Umsatzdynamik und die Qualität des Wachstums reagiert.
Positiv sticht gleichzeitig die Bruttomarge hervor: On hob die Prognose für die Bruttomarge für das Gesamtjahr auf mindestens 65,0% (zuvor 64,5%). Damit bestätigt sich das Bild, dass das Premium- und Preisniveau nicht vollständig aufgegeben werden soll, selbst wenn der Markt in einzelnen Segmenten verstärkt zu Aktionen greift.
Guidance & regionale Mischung: Disziplin im Wholesale als zweischneidiges Schwert
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet On einen Umsatz (Net sales) in einer Spanne von 3,47 Mrd. bis 3,56 Mrd. CHF. Die angepasste EBITDA-Marge soll zwischen 19,5% und 20,0% liegen. Das Management stellte dabei ausdrücklich eine disziplinierte Steuerung des Wholesale sell-in in Aussicht, um die Full-Price-Integrität in einem schwierigen, stärker promotionalen Umfeld zu schützen.
- Americas (größter Umsatzblock): Wachstum im Quartal auf 13% (konstant währungsbereinigt), nach 17% im Märzquartal.
- Asia-Pacific: Wachstum von 54,7% (konstant währungsbereinigt) als Stabilitätsfaktor außerhalb der Kernregion.
Für Anleger ist genau diese Mischung entscheidend: Verbesserungen im Direktvertrieb und bei der Marge können kurzfristig Kosten- und Ergebnisrisiken abfedern. Gleichzeitig kann eine bewusst gedrosselte Wholesale-Volumendynamik das Umsatzwachstum in den nächsten Quartalen spürbar bremsen.
Analysten-Einordnung: Warum Downgrades trotz Marge-Baustellen kommen
Die Abstufungen deuten darauf hin, dass der Markt aktuell weniger die aktuelle Ergebnisqualität als vielmehr die Umsatzsichtbarkeit in den kommenden Quartalen neu bewertet. Raymond James verweist dabei explizit auf Druck im North-America-Wholesale sowie auf eine geringe Klarheit darüber, wie stark und wie dauerhaft das jüngst bessere Wachstum tatsächlich ist. Für Anleger bedeutet das: Selbst wenn Bruttomarge und Premium-Positionierung intakt wirken, bleibt der kurzfristige Bewertungshebel begrenzt, solange Wholesale-Entwicklung und Wachstums-„Durability“ nicht belastbar bestätigt werden.
Hinzu kommt, dass auch William Blair die Aktie von Outperform auf Market Perform zurücknahm und als Risiko eine zunehmend inflationstreibende und promo-orientierte Entwicklung im Apparel- und Footwear-Umfeld nennt. Dieses Zusammenspiel – Marge hoch, Sichtbarkeit im Umsatzprofil aber geringer – ist häufig der Grund, warum Ratings trotz operativer Stärke nicht weiter hochgezogen werden.
Was Anleger jetzt beobachten sollten
- Ob On im Wholesale Americas die Promo-Effekte kontrolliert, ohne die Verkäufe zu stark zu verlangsamen.
- Ob die Bruttomarge (mindestens 65,0% als Ziel) auch im Jahresverlauf nach dem starken Q2-Niveau stabil bleibt.
- Wie sich die DTC-Dynamik entwickelt und ob sie den Wholesale-Rückstand nachhaltig kompensieren kann.
- Ob die Guidance in Richtung Stabilisierung der Umsatz- und Ergebnisannahmen nachjustiert wird, sobald mehr Daten zur Haltbarkeit des Wachstums vorliegen.
- Welche Rolle Währungseffekte und externe Handels-/Tarifimpulse kurzfristig weiter spielen.
Fazit & Ausblick
Der Analysten-Takt nach Q2 zeigt: On bleibt ein operativ attraktives Premium-Thema – aber die Aktie dürfte vorerst volatil bleiben, weil die kurzfristige Umsatzsichtbarkeit im Wholesale Americas den Ton angibt. Für die nächsten Quartalsberichte wird entscheidend sein, ob On die Disziplin im Pricing weiter durchhält und gleichzeitig die Wachstumsrate wieder mit mehr Planbarkeit belegt. Besonders die kommenden Einblicke zur Innovationspipeline Richtung 2027 und deren Übertrag auf die Absatzkanäle dürften die Neubewertung maßgeblich beeinflussen.
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