On-Aktie rutscht nach Q2-Umsatzmiss: US-Nachfrage schwächelt, Bruttomargen-Guidance steigt

On Holding AG

Kurzüberblick

Die On Holding AG hat am Dienstag mit ihren Quartalszahlen für spürbaren Gegenwind an der Börse gesorgt: Während der Konsum insgesamt vorsichtiger wird und die Konkurrenz im US-Markt stark über Aktionen arbeitet, blieb der Umsatz im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Am lokalen Kursverlauf zeigt sich die Reaktion besonders deutlich: Die On-Aktie liegt bei 28,37 EUR und verbucht seit Tagesbeginn einen Rückgang von 16,56 Prozent, im laufenden Jahr sogar minus 29,43 Prozent.

Ausgelöst wurde die Ernüchterung vor allem durch einen schwächeren Nachfrageimpuls in den USA sowie höhere Kostenbelastungen im Zusammenhang mit Zoll-/Tarifumfeld. Gleichzeitig versucht On, die eigene Premium-Positionierung zu schützen: Das Unternehmen fokussiert auf Profitabilität statt auf zusätzliche Mengen um jeden Preis. Die Marktreaktion fällt daher trotz eines über den Erwartungen liegenden EPS-Beitrags klar negativ aus.

Marktanalyse & Details

Quartalskennzahlen: Umsatz unter Erwartungen, Ergebnis je Aktie stabil

Im zweiten Quartal meldete On Nettoerlöse in Höhe von 850,3 Mio. Schweizer Franken. Das lag unter der Analystenerwartung von 878,16 Mio. Schweizer Franken. Beim Ergebnis je Aktie weist das Unternehmen hingegen einen Wert von 0,35 Schweizer Franken aus und liegt damit knapp über der Konsensschätzung von 0,34 Schweizer Franken.

  • Q2 Nettoerlöse: 850,3 Mio. CHF (unter Erwartungswert 878,16 Mio. CHF)
  • Q2 EPS: 0,35 CHF (über Konsens 0,34 CHF)
  • Ausblick Bruttogewinnspanne: mindestens 65 Prozent (zuvor 64,5 Prozent)

Für die Interpretation ist entscheidend: Umsatz enttäuscht, die Gewinnqualität bleibt jedoch vergleichsweise robust. Das spricht dafür, dass On über Kostenkontrolle und eine konsequentere Mar­gensteuerung den Ergebnisbeitrag stabilisiert hat, auch wenn die Absatzseite im US-Markt kurzfristig nicht mitgezogen hat.

Guidance für 2026: Spanne bei Nettoerlösen, Marge wird angehoben

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet On bei konstanten Wechselkursen Nettoerlöse in einer Spanne von 3,47 bis 3,56 Mrd. Schweizer Franken. Damit wird die bisherige Zielmarke (rund 3,51 Mrd. CHF) leicht erweitert; der obere Bereich entspricht dabei in etwa dem Konsens. Besonders positiv fällt die Margenansage aus: On hebt die Zielbandbreite der Bruttogewinnspanne auf mindestens 65 Prozent an.

Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen seine Strategie der Premium-Preisdisziplin weiterhin durchzieht und keine vollständige Kehrtwende in Richtung aggressiver Rabatte nimmt. Gleichzeitig schafft die Planung eine klare Signalwirkung an den Markt: Im zweiten Halbjahr wird weniger auf kurzfristige Stückzahlen gesetzt als auf eine wieder sauberere Kosten- und Produktmix-Basis.

Regionen & Nachfrage: US bremst, Asien beschleunigt

Operativ zeigt sich die Divergenz zwischen den Kernmärkten: In Nordamerika, das mehr als die Hälfte der Erlöse ausmacht, verlangsamte sich das Wachstum im Quartal auf 13 Prozent bei konstanten Währungen. Das ist ein Rückgang gegenüber dem zuvor berichteten Anstieg von 17 Prozent. Dagegen sticht Asien-Pazifik hervor: Hier wuchsen die Umsätze um 54,7 Prozent.

  • Americas: Wachstum 13 Prozent (nach 17 Prozent im Vorquartal)
  • Asien-Pazifik: Wachstum 54,7 Prozent

Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Die Ertragsstrategie wird derzeit nicht gleichmäßig in allen Regionen getragen. Die US-Seite bleibt die wichtigste Stellschraube, weil dort das Umfeld stärker über Promotions geprägt ist und Konsumenten im Zweifel preisliche Alternativen priorisieren.

Analysten-Einordnung: Premium-Disziplin stützt Marge, erhöht aber kurzfristig das Risiko

Analysten-Einordnung: Das Muster aus verfehltem Umsatzziel bei gleichzeitig angehobener Bruttomargen-Perspektive deutet darauf hin, dass On die kurzfristigen Absatzdellen zumindest teilweise über bessere Margentreiber kompensiert. Für Anleger heißt das jedoch auch: Solange die Konsumenten in den USA selektiver einkaufen und das Werbe-/Aktionsniveau hoch bleibt, kann die Umsatzseite weiter unter Druck geraten. Positiv ist derweil die klare Bereitschaft, die Vollpreis-Integrität nicht zu verwässern – diese Haltung kann sich besonders dann auszahlen, wenn neue Produktinnovationen anstehen und sich die Nachfrage re-stabilisiert.

Was jetzt zählt: Channel-Management und Produktimpulse

On betont, dass Wholesale-Ein­käufe bewusst gesteuert werden, um die Preislogik im Markt zu schützen. Zusätzlich spielt der Mix aus Direktvertrieb (DTC) und Filial-/Store-Entwicklung eine Rolle. Für die nächsten Quartale werden Anleger vor allem darauf achten, ob das Unternehmen die kurzfristige US-Schwäche in einen planbaren Normalisierungsverlauf überführen kann.

Fazit & Ausblick

Die jüngste Kombination aus Umsatzmiss und gleichzeitig gestützter Ergebnisqualität erhöht die Spannung für das zweite Halbjahr: Die Guidance für die Bruttomarge wirkt wie ein Vertrauenssignal, während die Entwicklung in Nordamerika das größte Risiko bleibt. Nach dem starken Kursrutsch dürfte der Markt besonders genau beobachten, wie schnell die Umsätze wieder Fahrt aufnehmen und ob On die Premium-Positionierung in einem weiterhin werbeintensiven Umfeld dauerhaft verteidigen kann.

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