NIKE 'B' Aktie: Umsatzprognose und China-Schwäche verschärfen den Druck

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Nike verfehlte im ersten Quartal mit 11,21 Milliarden US-Dollar Umsatz die Markterwartungen.
  2. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.
  3. Der Umsatz in China sank im Quartal währungsbereinigt um 26 Prozent; Nordamerika legte um 2 Prozent zu.
  4. Eine Neuordnung mit Stellenabbau soll bis zum Geschäftsjahr 2031 rund 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen.

Marktanalyse & Details

Schwache Prognose belastet die Aktie

Nike rechnet für das Geschäftsjahr 2027 mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Damit fällt der Ausblick deutlich schwächer aus als die bisherige Markterwartung eines Rückgangs von etwa 2 Prozent. Auch im ersten Quartal blieb der Umsatz mit 11,21 Milliarden US-Dollar hinter den erwarteten rund 11,32 Milliarden US-Dollar zurück. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,48 US-Dollar nach 0,49 US-Dollar im Vorjahresquartal.

Die Bruttomarge entwickelte sich dagegen positiv: Sie stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 42,8 Prozent, unter anderem dank geringerer Lager- und Logistikkosten. Der Margenzuwachs konnte die Umsatzschwäche und den enttäuschenden Ausblick jedoch nicht aufwiegen. Am 2. Oktober notierte die Aktie laut den vorliegenden Marktdaten bei 28,055 Euro, rund 6,98 Prozent unter dem Vortagesschluss; seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 46,24 Prozent.

China bleibt der zentrale Belastungsfaktor

Besonders deutlich ist die Schwäche in China: Dort gingen die Erlöse im ersten Quartal währungsbereinigt um 26 Prozent zurück. Nike will den digitalen Vertrieb neu ordnen und künftig stärker auf ausgewählte offizielle Plattformen setzen. Der Konzern rechnet damit, dass dieser Umbau mehrere Saisons beansprucht und Umsatz sowie Profitabilität in der Region zunächst zusätzlich belastet.

Nordamerika, Nikes größter Markt, verzeichnete dagegen ein währungsbereinigtes Wachstum von 2 Prozent. Auch das Performance-Geschäft entwickelte sich positiv. Dieses Wachstum reicht nach Einschätzung des Managements aber noch nicht aus, um die Schwäche bei Sportswear, der Jordan-Marke und in China auszugleichen. Nike will zudem die Menge und Häufigkeit bestimmter Jordan-Retro-Veröffentlichungen reduzieren; kurzfristig dürfte das vor allem Nordamerika treffen.

Restrukturierung soll Kosten senken

Mit dem Programm PACE plant Nike weitere Stellenstreichungen und eine Neuordnung seiner Regionen: Statt vier soll es künftig drei geografische Einheiten geben. Die konkrete Zahl der betroffenen Stellen steht noch nicht fest; Mitarbeitende sollen ab 2027 informiert werden. Zusätzlich plant Nike einen neuen Campus in Indien. Bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen die Maßnahmen rund 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen, wobei der größte Teil der Einsparungen für die Geschäftsjahre 2029 und 2030 erwartet wird.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Nike nicht nur mit einem vorübergehenden Nachfrageknick, sondern mit einer mehrjährigen Erneuerungsaufgabe bei Sortiment, Vertrieb und Markenbegehrlichkeit konfrontiert ist. Die höhere Bruttomarge und das Wachstum im Performance-Geschäft sind positive Teilindikatoren, kompensieren aber derzeit weder den Einbruch in China noch den schwachen Gesamtausblick. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angekündigten Einsparungen allein kein Beleg für eine operative Wende sind: Entscheidend wird sein, ob neue Produkte und die Vertriebsbereinigung wieder nachhaltiges Umsatzwachstum ermöglichen.

Fazit & Ausblick

Der kurzfristige Ausblick bleibt durch die Umsatzprognose und die Belastungen beim Umbau in China eingetrübt. Zugleich dürften die angekündigten Einsparungen erst überwiegend in mehreren Jahren greifen. Für die weitere Einschätzung sind daher die nächsten Quartalsberichte besonders wichtig: Sie müssen zeigen, ob sich die Nachfrage in China stabilisiert und das Wachstum im Performance-Geschäft auf weitere Bereiche ausstrahlt.

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