NIKE 'B' Aktie: Sparprogramm über 2,5 Milliarden Dollar trifft auf Umsatzwarnung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Nike senkte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 den Umsatz um rund 4 Prozent auf 11,21 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Erwartungen.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,48 US-Dollar über der Prognose von 0,44 US-Dollar.
- Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich und plant weitere Stellenstreichungen.
- Ein mehrjähriges Sparprogramm soll bis zum Geschäftsjahr 2031 insgesamt rund 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen; besonders schwach blieb das Geschäft in China.
Marktanalyse & Details
Umsatzschwäche überlagert den Gewinn-Beat
Nike erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 11,21 Milliarden US-Dollar. Das waren rund 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und weniger als die Markterwartung von etwa 11,32 Milliarden US-Dollar. Währungsbereinigt sank der Umsatz um 5 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,48 US-Dollar übertraf dagegen die erwarteten 0,44 US-Dollar. Der Nettogewinn ging im Jahresvergleich von 727 auf 712 Millionen US-Dollar zurück.
Die Bruttomarge verbesserte sich um 60 Basispunkte auf 42,8 Prozent, unter anderem dank niedrigerer Lager- und Logistikkosten. Das reichte jedoch nicht aus, um die schwächere Umsatzentwicklung auszugleichen: Nike Direct verzeichnete einen Rückgang von 8 Prozent, während das Wachstum im Nordamerika-Großhandel einen Teil des Drucks auffing.
Sparprogramm und Umbau der Organisation
Mit dem Programm „Pace“ will Nike die Kostenbasis und die Organisation neu aufstellen. Die geplanten Einsparungen summieren sich bis zum Geschäftsjahr 2031 auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar; der größte Teil soll 2029 und 2030 wirksam werden. Zusätzlich sind weitere Stellenstreichungen vorgesehen. Wie viele Beschäftigte betroffen sein werden, steht noch nicht fest; die Mitteilungen an Mitarbeitende sollen 2027 beginnen.
Der Konzern will seine geografische Struktur von vier auf drei Regionen umstellen: Amerika, Asien-Pazifik einschließlich Greater China sowie Europa, Naher Osten und Afrika. Außerdem ist ein neuer Standort in Indien geplant. Der Umbau erfolgt, während Nike zugleich gezielt das Sportgeschäft stärken und die Produkt- und Vertriebsausrichtung überarbeiten muss.
China und Produktmix bleiben zentrale Baustellen
In Greater China sank der Umsatz währungsbereinigt um 26 Prozent. Die Region verzeichnet damit bereits das neunte Quartal in Folge einen Umsatzrückgang. Nike will dort den Onlinevertrieb stärker auf ausgewählte offizielle Plattformen konzentrieren und weniger stark rabattierte Ware anbieten. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Bereinigung mehrere Saisons dauert und kurzfristig Umsatz und Profitabilität belastet.
Auch bei der Marke Jordan setzt Nike auf eine knappere Angebotssteuerung: Die Zahl und Häufigkeit bestimmter Retro-Veröffentlichungen soll sinken. Die Jordan-Marke machte im Quartal 13 Prozent des weltweiten Geschäfts aus, ihr Umsatz fiel im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Demgegenüber wuchs das Nike-Performance-Geschäft im hohen einstelligen Prozentbereich, ist laut Konzernchef Elliott Hill aber noch nicht groß genug, um die Schwäche bei Sportswear, Jordan und China auszugleichen.
Analysten-Einordnung: Der höhere bereinigte Gewinn je Aktie ist ein positiver Punkt, doch der Umsatzrückgang und die deutlich schwächere China-Entwicklung bestimmen das Bild. Dies deutet darauf hin, dass Kostensenkungen zwar die Profitabilität stützen können, den Turnaround aber nicht ersetzen: Entscheidend wird sein, ob neue Produkte und eine bessere Nachfrage die Umsätze wieder beleben. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angekündigten Einsparungen vorerst neben einer erheblichen operativen Unsicherheit stehen.
Fazit & Ausblick
Nike erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich – deutlich schwächer als die zuvor von Analysten erwartete Größenordnung von etwa 2 Prozent. Der Fokus liegt nun auf der Umsetzung des Sparprogramms, der Erholung in China und dem Produktangebot in den schwächelnden Bereichen. Der Stellenabbau soll 2027 konkretisiert werden; die Einsparungen dürften überwiegend erst in den Geschäftsjahren 2029 und 2030 anfallen.
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