NIKE 'B' Aktie: Schwache Prognose verschärft den Turnaround-Druck

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Nike meldet für das erste Quartal 11,21 Milliarden US-Dollar Umsatz und verfehlt damit die Markterwartung.
  2. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich.
  3. Das Sparprogramm PACE soll bis zum Geschäftsjahr 2031 rund 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen; der Umfang des Stellenabbaus steht noch nicht fest.
  4. In China brach der Umsatz im Quartal währungsbereinigt um 26 Prozent ein; mehrere Analysten senkten ihre Einschätzung oder Kursziele.

Marktanalyse & Details

Umsatzprognose belastet die Aktie

Nikes Umsatz sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf 11,21 Milliarden US-Dollar und lag damit unter der Marktschätzung von 11,33 Milliarden. Der Gewinn je Aktie betrug 0,48 US-Dollar nach 0,49 US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Bruttomarge verbesserte sich dagegen um 0,6 Prozentpunkte auf 42,8 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet Nike nun mit einem Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Die zuvor erwartete Marktentwicklung lag deutlich weniger negativ: Analystenschätzungen gingen im Schnitt von einem Minus von rund 2 bis 2,4 Prozent aus. Der Konzern erwartet zudem, dass Belastungen aus Maßnahmen in der Lieferkette bis 2028 auf den Umsatz wirken.

Umbau und China bleiben zentrale Baustellen

Mit dem Programm PACE will Nike seine Organisation neu ordnen und bis zum Geschäftsjahr 2031 etwa 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen. Der Großteil der Einsparungen soll in den Geschäftsjahren 2029 und 2030 anfallen. Wie viele Stellen wegfallen, ist noch offen; betroffene Beschäftigte sollen 2027 informiert werden. Nike plant außerdem, seine geografische Struktur auf drei Regionen umzustellen und einen neuen Campus in Indien aufzubauen.

Besonders ausgeprägt ist die Schwäche in China: Dort sank der Umsatz im Quartal währungsbereinigt um 26 Prozent – bereits das neunte Quartal mit rückläufigen Erlösen. Nike will den digitalen Vertrieb stärker auf ausgewählte Plattformen und offizielle Stores konzentrieren. Das Management rechnet damit, dass diese Bereinigung mehrere Saisons dauert und kurzfristig Umsatz und Profitabilität belastet.

Analysten-Einordnung und Kursreaktion

Mehrere Analysten reagierten auf den schwächeren Ausblick mit einer skeptischeren Einschätzung. Williams Trading stufte die Aktie von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und senkte das Kursziel von 42 auf 30 US-Dollar. BNP Paribas Exane reduzierte sein Kursziel von 23 auf 19 US-Dollar und bekräftigte die Einstufung „Underperform“.

Analysten-Einordnung: Die geplanten Einsparungen können die Kostenbasis mittelfristig verbessern, lösen aber nicht automatisch die Probleme bei Produktneuheiten, Rabatten und Nachfrage in China. Dass die Einsparungen überwiegend erst 2029 und 2030 anfallen, während der Umsatzrückgang bereits für 2027 erwartet wird, begrenzt den kurzfristigen Puffer. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Erfolg des Turnarounds zunächst stärker an einer Stabilisierung der Verkäufe und überzeugenden Produkten als an angekündigten Kostenzielen zu messen ist.

Die NIKE 'B' Aktie notierte am 2. Oktober um 18:33 Uhr bei 29,535 Euro. Das entsprach einem Tagesminus von 2,07 Prozent; seit Jahresbeginn lag das Minus bei 43,41 Prozent.

Fazit & Ausblick

Nikes Ausblick signalisiert, dass die Erholung länger dauern dürfte als erhofft. Im Fokus stehen die Entwicklung der Nachfrage in China, die Wirkung der Vertriebsbereinigung und die Umsetzung des Stellen- und Sparprogramms. Der für Mitte November 2026 angekündigte Investorentag könnte zusätzliche Hinweise zur Strategie liefern; kurzfristig bleibt jedoch der Umsatztrend entscheidend.

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