MSCI Aktie: Lateinamerika-Indizes steigen nach US-Wahl kräftig
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Der MSCI-Lateinamerika-Aktienindex legte am Mittwoch um 1,7 Prozent zu.
- Der MSCI-Lateinamerika-Währungsindex gewann 0,8 Prozent, der MSCI Emerging Markets stieg um 0,65 Prozent.
- Ein schwächerer US-Dollar und sinkende US-Renditen erhöhten die Attraktivität von Schwellenmarktanlagen.
- Brasiliens anstehender Zinsentscheid und Sorgen um die Haushaltslage begrenzten die regionale Zuversicht.
Marktanalyse & Details
Politische Erwartungen stützen Schwellenmärkte
Lateinamerikanische Aktien und Währungen legten am Mittwoch, dem 4. November, zu. Hintergrund waren die US-Zwischenwahlergebnisse: Die Demokraten gewannen die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Anleger rechneten daraufhin mit stärkeren politischen Beschränkungen für die Wirtschafts- und Zollpolitik des Weißen Hauses. Der US-Dollar gab gegenüber einem Währungskorb um 0,3 Prozent nach, während die Renditen von US-Staatsanleihen sanken.
Der MSCI-Lateinamerika-Aktienindex stieg um 1,7 Prozent und erholte sich damit von seinem zuvor erreichten Tief seit Januar. Der MSCI-Lateinamerika-Währungsindex gewann 0,8 Prozent. Auch der MSCI Emerging Markets notierte höher und legte 0,65 Prozent zu.
Uneinheitliche Entwicklung innerhalb der Region
Brasiliens Bovespa gewann 1,1 Prozent und steuerte auf ein Ende seiner sechstägigen Verlustserie zu. Der Real stieg um 0,65 Prozent, bevor die brasilianische Zentralbank ihre Zinsentscheidung bekannt gab. Zugleich blieben Bedenken zur Haushaltsdisziplin des Landes ein Belastungsfaktor.
In Mexiko legte der Aktienindex IPC zuletzt um 0,76 Prozent zu, der Peso wertete gegenüber dem Dollar um 1,38 Prozent auf. Hoffnungen, dass der US-Kongress Änderungen am Handelsabkommen USMCA bremsen könnte, stützten die Währung. Chiles Peso gewann 1,64 Prozent, während der Leitindex des Landes um 2,52 Prozent sprang. Kolumbiens Aktienmarkt fiel dagegen um 1,16 Prozent; der deutliche Rückgang des Ölpreises belastete das ölabhängige Land.
Analysten-Einordnung: Die Bewegung zeigt, wie empfindlich Schwellenmärkte auf Veränderungen bei Dollar und US-Renditen reagieren: Niedrigere Finanzierungskosten und ein schwächerer Dollar können Kapital in höher rentierende Märkte lenken. Das ist jedoch kein einheitlicher Regionaltrend. Haushaltsrisiken in Brasilien, Unsicherheit über Handelsbeziehungen und die Abhängigkeit Kolumbiens vom Ölpreis bleiben eigenständige Gegengewichte. Zudem beschreiben die MSCI-Zahlen die Entwicklung der Indizes – sie belegen für sich genommen keine Veränderung der Geschäftslage von MSCI Inc.
Fazit & Ausblick
Die kurzfristige Richtung der lateinamerikanischen Märkte dürfte davon abhängen, ob der schwächere Dollar und niedrigere US-Renditen Bestand haben. Für Brasilien stand zunächst der Zinsentscheid im Fokus; darüber hinaus bleiben Fiskalpolitik und mögliche Änderungen am USMCA wichtige regionale Risikofaktoren.
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