Moderna-Aktie erhält Kaufempfehlung nach FDA-Zulassung und Krebsimpfstoff-Erfolg

Moderna Inc. AI Generated

Kurzüberblick

  • Die US-Zulassungsbehörde FDA genehmigte Modernas aktualisierte Covid-19-Impfstoffe für die Saison 2026/27.
  • Ein Analystenhaus hob Moderna von "Halten" auf "Kaufen" an und setzte ein Kursziel von 180 US-Dollar.
  • Der personalisierte mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran autogene zeigte gemeinsam mit Keytruda in einer Studie mit mehr als 1.000 Melanompatienten einen klinischen Erfolg.
  • Moderna plant die Ausgabe von Wandelanleihen über zunächst 2 Milliarden US-Dollar und könnte das Volumen um weitere 300 Millionen US-Dollar erhöhen.

Marktanalyse & Details

FDA-Zulassung stärkt das Impfstoffportfolio

Die FDA hat die aktualisierten Formulierungen von Spikevax und mNEXSPIKE für die Covid-19-Saison 2026/27 zugelassen. Beide Impfstoffe enthalten die auf die JN.1-Linie XFG angepasste Variante von SARS-CoV-2. Spikevax ist für Menschen zwischen sechs Monaten und 64 Jahren mit mindestens einer Vorerkrankung sowie für alle Personen ab 65 Jahren zugelassen. mNEXSPIKE darf bei 12- bis 64-Jährigen mit erhöhtem Risiko und ebenfalls bei allen Erwachsenen ab 65 Jahren eingesetzt werden.

Nach Einschätzung des Analystenhauses verfügt Moderna inzwischen über fünf zugelassene Produkte für die Anwendung am Menschen. Dazu zählen neben Covid-19-Impfstoffen eine kombinierte Grippe-Covid-19-Impfung, ein RSV-Impfstoff und der erste in den USA zugelassene mRNA-Impfstoff gegen Influenza. Die breitere Produktpalette soll die Abhängigkeit vom klassischen Covid-19-Geschäft verringern.

Kaufempfehlung folgt auf mehrere positive Impulse

Das Analystenhaus hob seine Einschätzung für die Moderna-Aktie von "Halten" auf "Kaufen" an und nannte ein Kursziel von 180 US-Dollar. Als Begründung wurden sowohl die FDA-Zulassung der aktualisierten Impfstoffe als auch die Fortschritte in der Onkologie angeführt. Der Kurs lag an der Lang & Schwarz Exchange am 28. August 2026 um 23:00 Uhr bei 118,38 Euro. Tagesverändert notierte die Aktie dort unverändert, während seit Jahresbeginn ein Plus von 347,14 Prozent ausgewiesen wurde.

Analysten-Einordnung: Die Hochstufung stützt sich auf zwei unterschiedliche Werttreiber: kurzfristig die Vermarktung der saisonalen Impfstoffe und langfristig die Aussicht auf personalisierte Krebstherapien. Dies deutet darauf hin, dass der Markt Moderna zunehmend als diversifizierten mRNA-Konzern und nicht mehr ausschließlich als Covid-19-Impfstoffanbieter bewertet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass die Ertragswende bereits gesichert ist. Das Kursziel von 180 US-Dollar ist die Einschätzung eines einzelnen Analystenhauses und keine Unternehmensprognose; zudem sind die vollständigen Daten zum Krebsimpfstoff noch nicht veröffentlicht.

Personalisierter Krebsimpfstoff als strategische Chance

Gemeinsam mit Merck hat Moderna den personalisierten mRNA-Impfstoff Intismeran autogene entwickelt. In einer Studie mit mehr als 1.000 Patienten mit lokal begrenztem schwarzem Hautkrebs senkte die Kombination mit dem Immunmedikament Keytruda die Rate von Rückfällen und einer Ausbreitung der Tumorerkrankung stärker als Keytruda allein. Die Studie befindet sich bereits in einer späten Entwicklungsphase, eine Zulassung könnte möglicherweise 2027 beantragt oder erreicht werden.

Der Ansatz zielt auf Mutationen ab, die im Tumor des jeweiligen Patienten gefunden werden. Dadurch soll das Immunsystem gezielter gegen die individuellen Krebszellen vorgehen. Die Unternehmen prüfen nun, ob sich das Verfahren auch auf andere Krebsarten übertragen lässt, darunter Lungen-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Erfolg im Melanom ist deshalb ein wichtiger Plattformnachweis, ersetzt aber nicht die Ergebnisse weiterer Studien.

Der jüngste Rückschlag bei einer konkurrierenden mRNA-Darmkrebsstudie unterstreicht zugleich das Risiko des Onkologiegeschäfts: Ein unabhängiges Überwachungsgremium kam dort zu dem Schluss, dass eine Fortsetzung das Wirksamkeitssignal voraussichtlich nicht verbessern würde. Modernas und Mercks Melanomstudie unterscheidet sich allerdings durch Tumorart, Therapiekombination und Entwicklungsphase. Ein direkter Rückschluss auf Intismeran ist daher nicht zulässig.

Wandelanleihe schafft finanziellen Spielraum, birgt aber Verwässerungsrisiko

Parallel zum positiven Nachrichtenfluss hat Moderna eine Privatplatzierung von vorrangigen, unbesicherten Wandelanleihen mit Fälligkeit 2032 angekündigt. Das anfängliche Volumen beträgt 2 Milliarden US-Dollar; die Erstzeichner können innerhalb von 13 Tagen weitere Anleihen über 300 Millionen US-Dollar erwerben. Das potenzielle Gesamtvolumen steigt damit auf 2,3 Milliarden US-Dollar.

  • Die Mittel sollen unter anderem die Kosten für sogenannte Capped Calls abdecken.
  • Weitere Verwendungszwecke sind Investitionen in die Onkologie, allgemeine Unternehmenszwecke und die Rückzahlung von Schulden.
  • Die Anleihen sehen weder regelmäßige Zinszahlungen noch einen laufenden Aufschlag auf den Rückzahlungsbetrag vor.

Die Moderna-Aktie gab nach Bekanntgabe der Finanzierung vorbörslich zeitweise um rund 5,2 Prozent nach. Wandelanleihen können die Finanzierungskosten begrenzen, führen bei einer späteren Umwandlung in Aktien aber potenziell zu einer Verwässerung bestehender Anteilseigner. Die Maßnahme zeigt damit zugleich Modernas finanziellen Spielraum und den hohen Kapitalbedarf für die Entwicklung der Onkologie-Pipeline.

Fazit & Ausblick

Moderna erhält durch die aktualisierten Covid-19-Impfstoffe einen kurzfristigen Produktimpuls und durch den personalisierten Krebsimpfstoff eine langfristige Wachstumsperspektive. Entscheidend werden nun die vollständigen Melanomdaten, der weitere regulatorische Prozess und die Übertragbarkeit des Ansatzes auf zusätzliche Krebsarten. Anleger sollten außerdem die tatsächliche Nachfrage nach den neuen Impfstoffen, die Verwendung der Wandelanleihe-Mittel und das mögliche Verwässerungsrisiko beobachten.

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