Microsoft Aktie: US-Regierung setzt Zugang zum PERM-Programm aus

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die US-Regierung setzt Microsoft vorläufig vom Permanent Labor Certification Program (PERM) aus.
  2. Arbeitsminister Keith Sonderling begründet den Schritt mit laufenden Ermittlungen; Vorwürfe eines Missbrauchs sind damit nicht als erwiesen belegt.
  3. Microsoft erklärt, 80 Prozent seiner rund 6.000 H-1B-Anträge im vergangenen Geschäftsjahr hätten bestehende Beschäftigte betroffen.
  4. Die Microsoft-Aktie notierte am 8. Oktober bei 466,40 Euro und lag 1,31 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Vorläufige Sperre betrifft das PERM-Verfahren

Die US-Regierung hat Microsoft vorläufig vom Permanent Labor Certification Program ausgeschlossen. Über dieses Verfahren können Arbeitgeber für ausländische Beschäftigte eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Arbeitsminister Keith Sonderling nannte mehrere laufende Ermittlungen als Grund für die Maßnahme. Auch Adobe sowie IT-Dienstleister wurden laut Regierungsangaben suspendiert.

Wichtig ist die Abgrenzung: Die angekündigte Sperre betrifft das PERM-Programm, nicht pauschal die Vergabe von H-1B-Visa. Vizepräsident JD Vance warf Microsoft vor, das Verfahren zu missbrauchen. Die Regierung verwies dabei auf Entlassungen und den Einsatz ausländischer Fachkräfte. Das sind Vorwürfe der US-Regierung; ein abschließender Nachweis oder eine gerichtliche Feststellung geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Microsoft weist die Darstellung zurück

Microsoft erklärte, es wolle der Regierung weitere Informationen bereitstellen. Von den rund 6.000 H-1B-Anträgen des vergangenen Geschäftsjahres hätten nach Unternehmensangaben etwa 80 Prozent der Verlängerung oder Statusänderung bereits beschäftigter Mitarbeiter gedient. Neueinstellungen hätten Menschen betroffen, die sich bereits legal in den USA aufhielten; diese Gruppe entspreche etwa einem Prozent der US-Belegschaft des Konzerns. Microsoft betont zudem, H-1B-Beschäftigte für vergleichbare Arbeit gleich zu entlohnen.

Analysten-Einordnung: Die unmittelbare wirtschaftliche Wirkung hängt davon ab, wie lange die Sperre gilt und welche konkreten Verfahren betroffen sind. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einem generellen Verbot, ausländische Fachkräfte einzustellen. Für Anleger entsteht jedoch ein regulatorisches Risiko: Eine längere Einschränkung könnte die dauerhafte Bindung bestimmter internationaler Spezialisten erschweren und zusätzlichen Aufwand bei der Personalplanung verursachen. Die gegensätzlichen Darstellungen von Regierung und Unternehmen lassen die weitere Entwicklung offen.

Zusätzlicher Druck durch Zweifel an OpenAI-Wachstum

Am selben Handelstag gerieten Microsoft und weitere KI- und Technologiewerte auch wegen eines Berichts über OpenAIs Umsatzentwicklung unter Druck. Demnach habe OpenAI Investoren mitgeteilt, dass der annualisierte Umsatz Ende September nahe 50 Milliarden US-Dollar gelegen habe – unter den zuvor kursierenden 70 Milliarden. Die Zahlen seien allerdings nicht ohne Weiteres vergleichbar, weil die Unternehmen annualisierte Umsätze unterschiedlich berechnen. Microsoft ist Investor und Geschäftspartner von OpenAI.

Die Microsoft-Aktie lag laut den bereitgestellten Marktdaten am 8. Oktober um 20:27 Uhr bei 466,40 Euro, ein Minus von 1,31 Prozent zum Vortag. Der Tagesrückgang lässt sich angesichts der gleichzeitig diskutierten regulatorischen und KI-bezogenen Nachrichten nicht eindeutig einem einzelnen Auslöser zuordnen.

Fazit & Ausblick

Für die Aktie sind zunächst die Dauer und Reichweite der PERM-Sperre sowie mögliche weitere Schritte der US-Regierung entscheidend. Microsofts angekündigte Stellungnahme und der Fortgang der Ermittlungen könnten Klarheit über die praktische Bedeutung bringen. Daneben bleibt für die Bewertung wichtig, wie sich OpenAIs Umsatzentwicklung und die Vergleichbarkeit der veröffentlichten Kennzahlen darstellen.

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