Microsoft Aktie: Melius stuft auf Kaufen hoch und hebt Kursziel auf 665 Dollar
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Melius Research hebt Microsoft von Hold auf Buy hoch und setzt das Kursziel auf 665 US-Dollar.
- Analyst Ben Reitzes sieht rund 30 Prozent Kurspotenzial und erwartet Rückenwind durch sichere KI- und Cloud-Angebote.
- Microsofts interne Ausgaben für Anthropic-Technologie sollen gegenüber früheren Erwartungen um mehr als ein Drittel sinken.
- Der nächste mögliche Impuls sind Microsofts Quartalszahlen später im Oktober und die Ignite-Konferenz Mitte November.
Marktanalyse & Details
Hochstufung mit deutlich höherem Kursziel
Melius-Analyst Ben Reitzes hat die Microsoft-Aktie von Hold auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 465 auf 665 US-Dollar angehoben. Das entspricht nach seiner Einschätzung einem möglichen Aufwärtsspielraum von rund 30 Prozent. Am Montag legte die Aktie um 1,5 Prozent zu. Das neue Kursziel ist die Einschätzung eines einzelnen Analysten und keine Garantie für die tatsächliche Kursentwicklung.
Reitzes hob seine Gewinnschätzungen je Aktie für das Geschäftsjahr 2027 um etwa zwei Prozent und für 2028 um rund vier Prozent an. Für 2029 setzt er erstmals einen Wert von 30,77 US-Dollar an – rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr und etwa sieben Prozent über dem Konsens. Zugleich erwartet er, dass das Wachstum von Azure bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf mehr als 50 Prozent steigen könnte.
Sicherheit und etablierte Software als KI-Vorteil
Die Begründung der Hochstufung geht über die Nachfrage nach neuen KI-Modellen hinaus. Reitzes sieht Microsoft gut positioniert, weil Unternehmen bei der Einführung von KI auf Sicherheit, Kontrolle und Governance achten. Microsofts etablierte Programme und Cybersecurity-Angebote könnten dadurch an Bedeutung gewinnen. Auch der vorhandene Zugang zu Unternehmensdaten über Dienste wie SharePoint, OneDrive und Teams kann die Einführung von Copilot und KI-Agenten erleichtern.
Der Analyst hält Microsoft zudem für vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber neuen KI-Angeboten, die etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzen könnten. Für Azure erwartet er zusätzliche Chancen, wenn mehr Unternehmen KI-Anwendungen in der Cloud betreiben und dafür sichere Infrastruktur benötigen.
KI-Kosten werden stärker gesteuert
Parallel dazu begrenzt Microsoft laut den vorliegenden Angaben den internen Einsatz von Anthropics Claude-Modellen, um Kosten zu kontrollieren und eigene Werkzeuge stärker zu nutzen. Eine zuvor erwartete interne Ausgabensumme von mindestens einer Milliarde US-Dollar soll um mehr als ein Drittel reduziert worden sein. Diese Kürzung betrifft nicht die Nutzung von Claude-Funktionen für Microsoft-Kunden; die Zahlungen für solche Angebote sollen gestiegen sein und den Rückgang der internen Ausgaben weitgehend ausgleichen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Microsoft KI nicht nur als Wachstumsmarkt, sondern zunehmend als Frage von Kostenkontrolle und sicherer Einbindung in bestehende Unternehmenssysteme behandelt. Für Anleger bedeutet die Entwicklung eine mögliche Stärkung des Geschäftsmodells, aber auch, dass die hohen Erwartungen an Azure und Copilot durch tatsächliches Wachstum und eine disziplinierte Kostenentwicklung bestätigt werden müssen. Die Hochstufung beruht auf einer optimistischen Einzelanalyse; sie belegt für sich genommen keinen allgemeinen Analystenkonsens.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun Microsofts Quartalszahlen später im Oktober und die Ignite-Konferenz Mitte November. Hinweise zur Azure-Dynamik, zur Nachfrage nach Copilot und zur Monetarisierung sicherer KI-Anwendungen könnten zeigen, ob die von Melius erwarteten Wachstumstreiber greifen. Bis dahin bleibt das Kursziel von 665 US-Dollar eine Prognose, deren Annahmen der Markt an den kommenden Geschäftszahlen messen wird.
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