Microsoft Aktie: Konzern senkt interne Claude-Nutzung wegen steigender KI-Kosten
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft reduziert laut einem Bericht die interne Nutzung des KI-Modells Claude, um Kosten zu senken.
- Der Konzern setzt stärker auf eigene KI-Werkzeuge, nutzt Anthropic-Modelle aber weiterhin in Produkten und Cloud-Diensten.
- Microsoft hatte zuvor interne Ausgaben für Anthropic-Technologie von mindestens einer Milliarde US-Dollar in Aussicht gestellt; diese Prognose wurde inzwischen um mehr als ein Drittel gekürzt.
- Melius Research stufte die Aktie am 5. Oktober von Hold auf Buy hoch und setzte das Kursziel auf 665 US-Dollar.
Marktanalyse & Details
Interne Nutzung wird zum Kostenhebel
Microsoft und Meta wollen die Nutzung von Claude durch ihre Beschäftigten zurückfahren. Bei Microsoft geht es laut einem Bericht um interne Ausgaben für Anthropic-Technologie: Führungskräfte hatten Anfang 2026 demnach mindestens eine Milliarde US-Dollar veranschlagt. Diese Summe sei inzwischen um mehr als ein Drittel reduziert worden. Ein aktualisierter Gesamtbetrag wurde nicht genannt.
Der Schritt ist nicht mit einem vollständigen Bruch mit Anthropic gleichzusetzen. Microsoft verwendet Modelle des Unternehmens weiterhin in eigenen Produkten und Cloud-Angeboten. Parallel sollen Beschäftigte mehr mit Microsofts selbst entwickelten KI-Werkzeugen arbeiten. Das kann sowohl die laufenden Modellkosten begrenzen als auch interne Erfahrungen mit den eigenen Systemen fördern.
Analysten sehen Chancen bei sicherer KI-Infrastruktur
Melius Research erhöhte die Einstufung der Microsoft-Aktie von Hold auf Buy und nannte ein Kursziel von 665 US-Dollar. Analyst Ben Reitzes erwartet, dass Unternehmen verstärkt sichere Plattformen benötigen, die unterschiedliche KI-Modelle passend zu Aufgaben einsetzen und den Einsatz von KI-Agenten absichern. Davon könnten Microsofts Cloud- und Unternehmensangebote profitieren.
Reitzes hob seine Gewinnschätzungen je Aktie für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 an und prognostiziert für 2029 einen Wert von 30,77 US-Dollar. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet er ein Azure-Wachstum von mehr als 50 Prozent. Das sind Einschätzungen des Analysten, keine bestätigten Unternehmensziele.
Analysten-Einordnung: Die geringere interne Claude-Nutzung spricht zunächst für strengere Kostenkontrolle und einen stärkeren Fokus auf eigene KI-Werkzeuge – nicht zwingend für eine Abkehr von Anthropic. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Ausbau von KI-Umsätzen auch die Kosten je Nutzung und die Verteilung zwischen eigenen und externen Modellen an Bedeutung gewinnen. Die positive Melius-Einschätzung setzt zugleich darauf, dass Unternehmen für Sicherheit, Steuerung und Cloud-Kapazität mehr ausgeben; ob sich das in schnellerem Azure-Wachstum und besseren Margen niederschlägt, muss sich in den kommenden Quartalen zeigen.
Fazit & Ausblick
Entscheidend wird sein, ob Microsoft interne Einsparungen erzielt, ohne die Entwicklung und Nutzung leistungsfähiger KI-Angebote zu bremsen. Weitere Hinweise zur Nachfrage nach Azure und zur KI-Strategie erwartet Melius Research beim nächsten Ergebnisgespräch später im Oktober sowie auf der Ignite-Konferenz Mitte November. Das Kursziel von 665 US-Dollar bleibt dabei eine Analystenschätzung und keine Garantie für die Kursentwicklung.
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