Microsoft Aktie: Konzern senkt Claude-Einsatz, Melius stuft auf „Kaufen“ hoch
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Microsoft reduziert Berichten zufolge den internen Einsatz von Anthropics KI-Modell Claude und lenkt Beschäftigte auf eigene Werkzeuge.
- Die Ausgaben für die interne Claude-Nutzung sollen gegenüber früheren Planungen um mehr als ein Drittel gesunken sein.
- Melius Research hebt Microsoft von „Hold“ auf „Buy“ an und nennt ein Kursziel von 665 US-Dollar.
- Der Analyst sieht Chancen durch die Nachfrage nach sicherer KI-Infrastruktur und ein beschleunigtes Azure-Wachstum.
Marktanalyse & Details
Microsoft priorisiert eigene KI-Werkzeuge
Microsoft soll die interne Nutzung von Claude zurückfahren und Mitarbeitende stärker auf unternehmenseigene KI-Werkzeuge ausrichten. Zuvor war für den internen Einsatz der Technologie ein jährliches Volumen von mindestens einer Milliarde US-Dollar in Aussicht gestellt worden; diese Planung sei inzwischen um mehr als ein Drittel reduziert worden. Als Gründe gelten steigende KI-Kosten und der Wunsch, mehr eigene Produkte einzusetzen.
Der Schritt bedeutet nicht, dass Microsoft die Zusammenarbeit mit Anthropic insgesamt beendet: Die Modelle sollen weiterhin in Produkten und Cloud-Diensten des Konzerns verfügbar sein. Damit zeichnet sich eine differenzierte Strategie ab: Microsoft kann externe Modelle dort nutzen, wo sie sinnvoll sind, während es die interne Nutzung und die damit verbundenen Kosten stärker steuert.
Melius sieht Rückenwind durch sichere KI und Azure
Melius-Analyst Ben Reitzes stufte Microsoft von „Hold“ auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 665 US-Dollar. Er erwartet, dass Unternehmen angesichts der Risiken leistungsfähiger KI verstärkt auf sichere, kontrollierbare Systeme setzen. Microsoft könne davon mit Angeboten für Governance, Sicherheit und die gezielte Einbindung verschiedener Modelle profitieren.
Reitzes hob seine Gewinn je Aktie-Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 um rund zwei Prozent und für 2028 um rund vier Prozent an. Für 2029 veranschlagt er 30,77 US-Dollar je Aktie. Zudem erwartet er, dass das Azure-Wachstum bis zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf mehr als 50 Prozent steigen könnte. Das sind Einschätzungen des Analysten, keine Unternehmensprognosen.
Analysten-Einordnung: Die gleichzeitige Reduzierung des internen Claude-Einsatzes und die Hochstufung durch Melius zeigen zwei Seiten derselben Entwicklung: Microsoft versucht, KI-Kosten und Abhängigkeiten zu kontrollieren, während es die Nachfrage nach sicheren Unternehmenslösungen erschließen will. Dies deutet darauf hin, dass der wirtschaftliche Erfolg weniger von der Nutzung eines einzelnen Modells als von der Integration, Absicherung und Bereitstellung verschiedener KI-Systeme abhängen könnte. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben dem Wachstum von Azure auch die Kostenkontrolle und die Monetarisierung eigener KI-Angebote wichtige Beobachtungspunkte bleiben.
Fazit & Ausblick
Als nächste mögliche Impulse stehen der für später im Oktober erwartete Quartalsbericht sowie die Entwicklerkonferenz Ignite Mitte November an. Dort dürften Aussagen des Managements zu Azure, KI-Investitionen und dem Einsatz eigener sowie externer Modelle besonders relevant sein. Die Melius-Hochstufung setzt auf steigende Nachfrage und weiteres Cloud-Wachstum; ob sich diese Erwartungen erfüllen, muss Microsoft mit den kommenden Geschäftszahlen und konkreten Produktfortschritten belegen.
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