Michael Burry verkauft Palantir-Puts mit Dezember-2026-Laufzeit – 2027-Wetten bleiben
Kurzüberblick
- Michael Burry hat seine Palantir-Puts mit Verfall im Dezember 2026 vollständig geschlossen.
- Die länger laufenden Palantir-Puts für 2027 blieben nach den vorliegenden Tracker-Angaben unverändert.
- Burry reduzierte zugleich weitere Positionen, um das Risiko seines Optionsportfolios zu senken.
- Palantir stärkt parallel seine KI-Positionierung durch eine Partnerschaft mit Nebius und plant in Bayern eine Vertragsverlängerung für die Polizeisoftware VeRA.
Marktanalyse & Details
Burry verschiebt den Zeithorizont seiner Palantir-Wette
Michael Burry hat sich nach öffentlich verbreiteten Tracker-Angaben von seinen Palantir-Optionspositionen mit Laufzeit bis Dezember 2026 getrennt. Auch die entsprechenden Nvidia-Puts mit demselben Verfallstermin sollen vollständig verkauft worden sein. Seine Palantir-Puts für 2027 sowie Puts auf den Invesco QQQ Trust mit Laufzeit 2027 blieben dagegen unverändert.
Parallel dazu soll Burry weitere Positionen reduziert haben, um das Gesamtrisiko seines Portfolios zu begrenzen. Die Angaben stammen nicht aus einer offiziellen Mitteilung von Palantir oder Burry und sollten daher als Hinweis auf eine beobachtete Portfolioanpassung, nicht als vollständig verifiziertes Transaktionsprotokoll, eingeordnet werden.
Der Verkauf der kurzfristigeren Puts ist zudem nicht automatisch ein bullishes Signal. Er kann auf eine Verlagerung des Risikos in längere Laufzeiten, eine Anpassung des Timings oder schlicht auf Gewinnmitnahmen und Risikoreduktion hindeuten. Die beibehaltenen 2027-Puts zeigen jedoch, dass Burry seine langfristige Skepsis gegenüber Palantir offenbar nicht vollständig aufgegeben hat.
Bilanzkritik und Bewertungsrisiko
Burry hatte zuletzt die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bei Palantir kritisiert. Nach seiner Darstellung seien diese in neun der vergangenen zwölf Quartale schneller gestiegen als der Umsatz. Er deutet dieses Muster als möglichen Hinweis auf eine schwächere Verhandlungsmacht oder eine aggressive Umsatzrealisierung. Ein solcher Vorwurf ist damit nicht als festgestellter Bilanzverstoß belegt.
Seine bearishe Sicht verbindet Burry außerdem mit der hohen Bewertung der Aktie. Er verwies auf eine Marktkapitalisierung von rund 420 Milliarden US-Dollar und ein nachlaufendes Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 137. Diese Kennzahlen würden aus seiner Sicht voraussetzen, dass Palantir über lange Zeit nahezu fehlerfrei wächst und die hohen Erwartungen erfüllt.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Burry vor allem das Bewertungs- und Ausführungsrisiko im Blick hat, nicht zwingend einen unmittelbaren Kurseinbruch erwartet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Ausstieg aus den Dezember-2026-Puts kein belastbares Kaufsignal darstellt. Aussagekräftiger sind die beibehaltenen Langfristpositionen und die Frage, ob Palantir Umsatzwachstum, Forderungsmanagement und Cash-Generierung im Gleichlauf verbessern kann.
Nebius-Partnerschaft liefert einen operativen Gegenpol
Palantir hat Nebius zum bevorzugten Partner für souveräne KI-Infrastruktur ernannt. Nach einer Integrationsphase sollen berechtigte Palantir-Kunden Rechen- und Inferenzkapazitäten von Nebius innerhalb des Sicherheitsperimeters von Palantir nutzen können. Dabei sollen Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten und Modelle behalten und offene Modelle auf der Infrastruktur von Nebius bereitstellen oder feinjustieren können.
Die Kooperation stärkt Palantirs Argument, KI-Anwendungen für Unternehmen und staatliche Kunden unter kontrollierten Bedingungen bereitzustellen. Geplante modulare Rechenzentren an Standorten mit verfügbarer Energie könnten zudem den Ausbau der Kapazitäten beschleunigen. Der kommerzielle Wert der Partnerschaft muss sich jedoch erst durch zusätzliche Kunden, Nutzung und Umsatzwachstum zeigen.
Bayern verlängert voraussichtlich VeRA-Vertrag
Bayern will den im April 2027 auslaufenden Vertrag für Palantirs Polizeisoftware VeRA zunächst um ein Jahr verlängern. Das Innenministerium begründet dies damit, dass eine deutsche oder europäische Alternative bislang nicht verfügbar sei. Bayern verfügt über die Option, den Vertrag bei Bedarf bis zu viermal um jeweils ein weiteres Jahr zu verlängern.
Für Palantir ist die geplante Verlängerung ein Signal für die Bedeutung der bestehenden Software im Polizeialltag, allerdings ohne Angaben zum Vertragswert. Gleichzeitig bleibt die politische Abhängigkeit ein Risiko: Bayern verfolgt weiterhin das Ziel, langfristig digital unabhängiger zu werden. Am 9. September lag der Palantir-Kurs bei 145,76 Euro; seit Jahresbeginn ergibt sich ein Rückgang von 7,18 Prozent.
Fazit & Ausblick
Burry reduziert seine kurzfristigeren Palantir-Puts, hält aber die langfristige Absicherung gegen fallende Kurse aufrecht. Damit bleibt die Bewertung ein zentraler Belastungsfaktor, während die Nebius-Partnerschaft und die geplante Vertragsverlängerung in Bayern operative Stützen liefern. Im Fokus stehen nun die nächsten Quartalszahlen, die Entwicklung der Forderungen im Verhältnis zum Umsatz sowie der Nachweis, dass neue KI-Partnerschaften tatsächlich in wiederkehrendes Wachstum und bessere Cash-Generierung münden.
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