Merck: Daiwa hebt Kursziel auf 143 US-Dollar und stuft auf Outperform – Pipeline gibt Rückenwind

Merck & Co. Inc.

Kurzüberblick

Daiwa hat Merck & Co. am 12.08.2026 von Neutral auf Outperform hochgestuft und das Kursziel auf 143 US-Dollar (zuvor 120) angehoben. Der Schritt steht im Kontext mehrerer positiv verlaufener klinischer Studien zur TROP2-gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Pipeline, vor allem zu sacituzumab tirumotecan.

Im europäischen Handel lag Merck zuletzt bei 112,9 Euro; der Kurs stieg am Tag um +0,12%, während das Papier seit Jahresbeginn um +25,17% zulegen konnte. Für Anleger kommt die Neubewertung damit nicht aus dem Nichts: Sie folgt einer Phase, in der die Entwicklung zentraler Programme als planmäßiger und damit weniger risikobehaftet wahrgenommen wird.

Marktanalyse & Details

Pipeline als Kurstreiber: sacituzumab tirumotecan und reduzierte Entwicklungsrisiken

Im Kern verweist Daiwa auf einen Fortschritt, der mehrere Programme gleichzeitig stützt. Besonders im Fokus steht sacituzumab tirumotecan: Für den Zeitraum Geschäftsjahr 2027 wird ein Start erwartet, während Daiwa die langfristige Umsatzdynamik bis Geschäftsjahr 2035 mit bis zu 8 Mrd. US-Dollar skizziert.

  • Daiwa sieht durch erfolgreiche klinische Daten ein geringeres Entwicklungsrisiko für zentrale Pipeline-Werte.
  • Genannt werden im Analysten-Umfeld auch weitere Programme wie sac-TMT, MK-1406 und tulisokibart.
  • Das erhöht aus Sicht des Hauses die Wahrscheinlichkeit, dass das Wachstum auch nach 2035 fortgesetzt werden kann.

Analysten-Einordnung

Für Anleger deutet die Hochstufung darauf hin, dass der Markt das Tempo der klinischen Umsetzung künftig stärker einpreist als die reine Forschungsstory. Wenn mehrere Wirkstoffe gleichzeitig als weniger „execution-risky“ eingeschätzt werden, steigt typischerweise die Sichtbarkeit für zukünftige Cashflows – und damit auch die Bereitschaft, das Papier mit einer höheren Bewertung zu versehen. Gleichzeitig bleibt der kritische Punkt die Umsetzung im Zulassungs- und Vermarktungsprozess: Erfolgreiche Studien müssen sich in Anwendungsbereichen, Wettbewerbssituation und tatsächlichen Umsätzen weiterhin bestätigen.

Regulatorische Impulse ergänzen die Biotech-These

Die Analystenstimmung passt zu weiteren jüngsten Nachrichten aus dem Zulassungsumfeld:

  • enflonsia: Die US-Behörde hat eine Supplemental Biologics License Application (sBLA) angenommen, um die Indikation auf die Prävention von RSV-Lower-Respiratory-Tract-Disease bei Kindern unter zwei Jahren (mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe) auszuweiten. Als Zieltermin für die Entscheidung wurde der 22. März 2027 gesetzt.
  • KEYTRUDA: In Kanada wurde KEYTRUDA in Kombination mit enfortumab vedotin für bestimmte Erwachsene mit MIBC (muskelinvasiver Blasenkrebs) zugelassen – als neoadjuvante Therapie und anschließend adjuvant nach radikaler Zystektomie, wenn cisplatinbasierte Chemotherapie nicht infrage kommt. Grundlage ist unter anderem das Phase-3 KEYNOTE-905.

Portfolio & Beteiligungen: Evaxion-Position im Blick

Daneben blieb Merck auch über Kapitalbeteiligungen im Fokus: In einer regulatorischen Meldung nach Börsenschluss gab Merck den Besitz von 1.214.126 Aktien an Evaxion Biotech bekannt. Hintergrund: Merck hatte im September 2025 eine Option zum In-Lizenzieren eines Entdeckungsprogramms (EVX-B3) ausgeübt.

Fazit & Ausblick

Die jüngste Hochstufung von Daiwa ist vor allem als Signal zu verstehen, dass die Pipeline-Entwicklung bei Merck zunehmend als „belastbarer“ eingeschätzt wird. Für die nächsten Monate dürfte daher weniger die Theorie im Vordergrund stehen als die konkrete Fortschrittsmessung: entscheidend bleibt die regulatorische Taktung rund um enflonsia (Zieldatum 22. März 2027) sowie weitere operative Meilensteine zur Vermarktungsfähigkeit der onkologischen ADC-Programme ab dem erwarteten Start im Geschäftsjahr 2027.

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