Mensch und Maschine Aktie: DZ Bank senkt fairen Wert, Jahresziele bleiben bestehen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Mensch und Maschine steigerte den Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 um 6,9 Prozent auf 189,34 Millionen Euro.
- Der Nettogewinn sank um 3,7 Prozent auf 23,38 Millionen Euro, während der operative Cashflow um 66,8 Prozent zulegte.
- Das Unternehmen hält trotz des schwächeren Neunmonatsergebnisses an den Jahreszielen und am EPS-Ziel für 2030 fest.
- Die DZ Bank senkte ihren fairen Wert von 60 auf 54 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung.
Marktanalyse & Details
Software wächst, Digitalisierung belastet den Rohertrag
Der CAD/CAM/BIM-Spezialist Mensch und Maschine erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Konzernumsatz von 189,34 Millionen Euro, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Softwaregeschäft entwickelte sich dynamischer: Der Umsatz in diesem Segment stieg um 8,7 Prozent auf 93,44 Millionen Euro, der Software-Rohertrag legte um 8,5 Prozent auf 84,10 Millionen Euro zu.
Im Segment Digitalisierung wirkte sich der Gegenwind aus dem Autodesk-Geschäft dagegen deutlich auf die Ertragslage aus. Der Rohertrag dort fiel um 12,5 Prozent auf 50,89 Millionen Euro. In der Folge sank der Konzern-Rohertrag leicht auf 134,99 Millionen Euro. Niedrigere Kosten halfen, den Rückgang abzufedern: Das EBITDA stieg um 3,3 Prozent auf 46,51 Millionen Euro. Das EBIT lag mit 36,93 Millionen Euro 0,7 Prozent unter Vorjahr, der Nettogewinn sank um 3,7 Prozent auf 23,38 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie verringerte sich von 1,45 auf 1,42 Euro.
Cashflow erholt sich, Jahresprognose bleibt anspruchsvoll
Der operative Cashflow verbesserte sich auf 27,72 Millionen Euro nach 16,62 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen führt die frühere Schwankung unter anderem auf zeitliche Abrechnungsunterschiede bei Autodesk-Dreijahresverträgen zurück. Für 2026 hält MuM an einem Ergebniswachstum von 11 bis 19 Prozent fest und sieht mit einem starken Schlussquartal weiterhin die untere Hälfte der Spanne als erreichbar an. Das entspricht einem prognostizierten EPS von 2,11 bis 2,26 Euro.
Analysten-Einordnung: Die Senkung des fairen Werts durch die DZ Bank von 60 auf 54 Euro signalisiert eine vorsichtigere Bewertung, während die beibehaltene Kaufempfehlung auf weiterhin erwartetes Potenzial hindeutet. Die Neunmonatszahlen zeigen dabei zwei unterschiedliche Entwicklungen: Das eigene Softwaregeschäft wächst kräftig, die Ertragsbeiträge aus der Digitalisierung stehen noch unter Druck. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Jahresprognose wesentlich vom erwarteten starken vierten Quartal abhängt. Die bestätigte Mittelfristplanung ist ein positives Signal, muss sich aber erst in nachhaltig steigenden Ergebnissen niederschlagen.
Als längerfristiges Ziel nennt MuM eine Verdoppelung des Gewinns je Aktie gegenüber 2025 auf mehr als 3,80 Euro im Jahr 2030. Der Aktienkurs lag laut den vorliegenden Marktdaten am 20. Oktober um 15:30 Uhr bei 33,30 Euro; die Tagesperformance betrug minus 5,13 Prozent. Das ist eine Momentaufnahme und belegt für sich genommen keinen ursächlichen Zusammenhang mit den Geschäftszahlen oder der Analystenbewertung.
Fazit & Ausblick
Entscheidend wird, ob MuM die Ergebnisdelle im Jahresendgeschäft wie erwartet teilweise ausgleichen kann. Das Unternehmen rechnet mit kaum noch bremsenden Effekten aus dem Autodesk-Geschäft im Schlussquartal und ab 2027 mit deren Wegfall. Der nächste wichtige Prüfstein sind die vollständigen Jahreszahlen 2026; ein konkreter Veröffentlichungstermin liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
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