Marathon Petroleum: Goldman hebt Kursziel auf 472 Dollar und bekräftigt Kaufempfehlung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Goldman Sachs bestätigt für Marathon Petroleum die Kaufempfehlung und erhöht das Kursziel von 376 auf 472 US-Dollar.
- Im Fokus stehen Raffineriemargen, Rohölpreisunterschiede und die Vorteile der Präsenz an der Golf- und Westküste.
- Jefferies hatte die Aktie wenige Tage zuvor auf „Hold“ abgestuft und ein Kursziel von 413 US-Dollar genannt.
- Marathon Petroleum meldete für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn von 17,73 US-Dollar je Aktie und 8,5 Milliarden US-Dollar bereinigtes EBITDA.
Marktanalyse & Details
Goldman sieht Rückenwind für die Raffinerien
Nach einem virtuellen Treffen mit Unternehmensvertretern und Investoren bekräftigt Goldman Sachs seine positive Einschätzung zu Marathon Petroleum. Die Analysten verweisen auf die Größe des Raffineriegeschäfts und die operative Umsetzung. Höhere beziehungsweise engere Raffineriekapazitäten könnten dem Unternehmen zugutekommen, wenn sich die Marktbedingungen für Raffinerien verbessern.
Besonders relevant sind dabei die sogenannten Crack Spreads – die Differenz zwischen Rohöl- und Produktpreisen – sowie Preisunterschiede zwischen Rohölsorten. Marathon könne diese Faktoren nach Einschätzung der Analysten durch seine Vermarktungs- und Optimierungsmöglichkeiten nutzen. Die Raffineriestandorte an der Golf- und Westküste seien dabei strategisch vorteilhaft.
Kursziel steigt – die Analystenmeinungen gehen auseinander
Goldman Sachs hebt das Kursziel von 376 auf 472 US-Dollar an und hält an der Kaufempfehlung fest. Jefferies stufte Marathon Petroleum dagegen am 21. September von „Buy“ auf „Hold“ zurück und setzte ein Kursziel von 413 US-Dollar. Die unterschiedliche Einschätzung zeigt, dass die Bewertung stark davon abhängt, wie nachhaltig die derzeitigen Raffineriebedingungen und Gewinnmargen eingeschätzt werden.
Jefferies sieht zwar positive Gewinnschätzungsrevisionen und längerfristig konstruktive Angebots- und Nachfragebedingungen. Als Risiken nennt die Analyse jedoch eine mögliche Schwäche der Dieselnachfrage, eine Entspannung geopolitischer Konflikte und politische Eingriffe. Die Aktie notierte laut den vorliegenden Marktdaten am 25. September bei 344,70 Euro; seit Jahresbeginn lag sie damit 146,14 Prozent im Plus. Die Kursziele in US-Dollar sind wegen der unterschiedlichen Währungen nicht direkt mit diesem Eurokurs vergleichbar.
Quartalsergebnis und Kapitalrückflüsse
Im August berichtete Marathon Petroleum für das zweite Quartal 2026 einen Gewinn von 17,73 US-Dollar je Aktie und einen Umsatz von 52,34 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 8,5 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen führte die starke Entwicklung auf robuste Abläufe, günstige Marktbedingungen und eine effektive Rohölbeschaffung zurück. Zusätzlich hebt Goldman die Ausschüttungen von MPLX hervor, der von Marathon Petroleum gegründeten und mehrheitlich gehaltenen Partnerschaft, als Unterstützung für die Kapitalrückflüsse an Aktionäre.
Analysten-Einordnung: Die Anhebung des Kursziels signalisiert, dass Goldman den jüngsten operativen Rückenwind und Marathons Fähigkeit zur Optimierung der Raffinerieerträge höher gewichtet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch keine sichere Fortsetzung der Rally: Raffineriemargen sind zyklisch und können sich mit der Nachfrage, den Rohölpreisunterschieden oder politischen Rahmenbedingungen rasch verändern. Die deutlich zurückhaltendere Jefferies-Einschätzung unterstreicht, dass nach dem starken Kursanstieg auch die Erwartungen an künftige Margen eine zentrale Rolle spielen.
Fazit & Ausblick
Für die weitere Einschätzung zählen vor allem neue Signale zur Raffinerieprofitabilität in den einzelnen Regionen, zu den Kapitalrückflüssen und zu den strategischen Vorhaben. Ein nächster konkreter Ergebnistermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Anleger sollten neben den Raffineriemargen auch die Entwicklung der Dieselnachfrage und mögliche geopolitische oder politische Veränderungen beobachten.
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