LPKF Laser & Electronics Aktie: Solar-Schwäche vertieft Verlust, Prognose bleibt bestehen
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- LPKF setzte in den ersten neun Monaten 2026 mit 60,3 Millionen Euro 28,1 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum.
- Das bereinigte EBIT sank auf minus 8,9 Millionen Euro; der Nettoverlust stieg auf 13,7 Millionen Euro.
- Schwache Solaraufträge und verzögerte Bestellungen im Advanced Packaging belasten das Geschäft.
- LPKF bestätigte die gesenkte Jahresprognose und erwartet ein anspruchsvolles Schlussquartal.
Marktanalyse & Details
Umsatzrückgang verschärft die Verluste
Das Solargeschäft bleibt der wesentliche Belastungsfaktor für LPKF Laser & Electronics. In den ersten neun Monaten 2026 fiel der Konzernumsatz auf 60,3 Millionen Euro, nach 83,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT lag bei minus 12,8 Millionen Euro gegenüber minus 3,3 Millionen Euro zuvor. Auch bereinigt weitete sich der operative Verlust deutlich aus: auf 8,9 Millionen Euro nach 0,8 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 13,7 Millionen Euro, verglichen mit gut 5 Millionen Euro im Vorjahr.
Der Auftragseingang blieb mit 65,1 Millionen Euro nahezu stabil. Der Auftragsbestand lag Ende September jedoch mit 31,9 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 32,5 Millionen Euro. Zugleich verschlechterte sich der Free Cashflow auf minus 11,7 Millionen Euro, nach minus 5,4 Millionen Euro. Das Net Working Capital sank dagegen um 11,5 Millionen Euro auf 24,8 Millionen Euro.
Solar und Halbleiter: Chancen brauchen Zeit
Im Solargeschäft verschieben Kunden Investitionen angesichts des erwarteten Technologiewechsels zu Perowskit-Lösungen. Ein größerer, erwarteter Auftrag aus China ist bislang nicht eingegangen. Im Advanced Packaging verzögert sich ebenfalls der Übergang von Entwicklungs- und Qualifizierungsprojekten zur Produktion; LPKF verweist zudem auf zunehmenden Wettbewerb.
Ein Letter of Intent eines führenden asiatischen Herstellers im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich eröffnet LPKF zwar eine Perspektive auf eine Beteiligung an dessen Produktionsanlauf. Eine Absichtserklärung ist aber noch kein bestätigter Serienauftrag. In anderen Bereichen zeigten sich Lichtblicke: Electronics und Development verzeichneten beim Auftragseingang Zuwächse gegenüber dem Vorjahr.
Sparprogramm soll Profitabilität stärken
Die erste Welle des Effizienzprogramms North Star ist nach Unternehmensangaben abgeschlossen. Die erwarteten jährlichen Einsparungen von gut 8 Millionen Euro sollen schrittweise wirksam werden. Eine neue Organisationsstruktur ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen; weitere Maßnahmen und ein geplanter Personalabbau werden noch mit dem Betriebsrat beraten. Bis 2028 strebt LPKF eine nachhaltige zweistellige EBIT-Marge an.
Analysten-Einordnung: Die nahezu stabilen Auftragseingänge sind ein begrenzter Gegenpol zum stark rückläufigen Umsatz, lösen das kurzfristige Problem aber nicht: Solaraufträge fehlen, und die Kommerzialisierung der Glasbearbeitung für Halbleiter braucht länger als geplant. Der LOI ist strategisch interessant, sollte jedoch nicht mit bereits gesichertem Umsatz gleichgesetzt werden. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erholung vorerst von der Umsetzung der Kostensenkungen und dem tatsächlichen Übergang neuer Technologien in Serienaufträge abhängt. Der Kurs lag am 29. Oktober um 08:36 Uhr bei 10,75 Euro und damit 6,52 Prozent unter dem Vortagesschluss.
Fazit & Ausblick
Für 2026 hält LPKF an der am 30. September gesenkten Prognose fest: Der Umsatz soll 93 bis 100 Millionen Euro erreichen, die bereinigte EBIT-Marge zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent liegen. Zuvor hatte der Konzern 105 bis 120 Millionen Euro Umsatz und eine Marge von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent in Aussicht gestellt. Das Management rechnet mit einem anspruchsvollen vierten Quartal. Entscheidend für die weitere Einschätzung sind die kommenden Auftragsmeldungen im Solarbereich und im Advanced Packaging sowie der Nachweis, dass North Star die Verluste tatsächlich eindämmt.
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