Lockheed Martin erhält 1,08 Mrd. Dollar an US-Aufträgen – UBS hebt Aktie auf Buy

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Kurzüberblick

  • Die US-Luftwaffe stockt einen Lockheed-Martin-Vertrag für JASSM- und LRASM-Flugkörper um 825,98 Mio. US-Dollar auf 10,48 Mrd. US-Dollar auf.
  • Die US-Marine vergibt eine 257,28-Mio.-Dollar-Modifikation für Produktion, Ersatzteile und Wartung des MK-48-Schwergewichtstorpedos.
  • UBS hebt Lockheed Martin von Neutral auf Buy an und erhöht das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar.
  • Die Auftragsarbeiten laufen je nach Programm bis Juli 2030 beziehungsweise September 2029; UBS erwartet bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von 9 Prozent.

Marktanalyse & Details

US-Luftwaffe erweitert Raketenvertrag

Lockheed Martin erhält eine 825,98 Mio. US-Dollar schwere Aufstockung eines bestehenden Vertrags für die Großserienbeschaffung der Flugkörper Joint Air-to-Surface Standoff Missile und Long Range Anti-Ship Missile. Der kumulierte Vertragswert steigt damit von 9,65 Mrd. auf 10,48 Mrd. US-Dollar. Die Arbeiten werden in Orlando im US-Bundesstaat Florida ausgeführt und sollen bis zum 31. Juli 2030 abgeschlossen sein.

JASSM und LRASM gehören zu den weitreichenden Präzisionswaffen des Konzerns. Die Erweiterung des bestehenden Vertrags schafft damit zusätzliche Fertigungs- und Auslastungssicherheit über mehrere Jahre. Sie ist allerdings nicht mit einem sofortigen Umsatz- oder Gewinnzufluss gleichzusetzen, da die Erlöse nach Produktionsfortschritt und Vertragsabwicklung erfasst werden.

MK-48-Torpedo stärkt internationale Nachfrage

Eine weitere Vertragsmodifikation über 257,28 Mio. US-Dollar umfasst Optionen für die Produktion, Ersatzteile, Produktionsmaterial, technische Unterstützung und die Reparatur von Komponenten des MK-48 Heavyweight Torpedo All Up Round. Auftraggeber ist die US-Marine; beteiligt sind zudem die Royal Australian Navy und das Foreign-Military-Sales-Programm. Die Ausführung soll bis September 2029 dauern.

Die Kombination aus US-Bedarf und ausländischen Abnehmern zeigt, dass Lockheed Martin nicht ausschließlich von einem einzelnen nationalen Beschaffungszyklus abhängt. Bei dem Torpedoauftrag werden zudem Festpreis-, Kosten-plus-Festgebühr- und reine Kostenbestandteile kombiniert. Diese Vertragsstruktur ist für die Margenbewertung relevant, weil nicht jeder Teil des Auftrags dasselbe Risiko- und Ertragspotenzial besitzt.

UBS sieht strukturellen Wachstumsschub

UBS hat die Aktie von Lockheed Martin von Neutral auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 581 auf 674 US-Dollar angehoben. Das entspricht nach Einschätzung der Bank einem Aufwärtspotenzial von rund 26 Prozent. Als Treiber nennt UBS neben dem starken Wachstum bei Flugkörpern und Munition auch die Wartung der F-35-Flotte sowie die Programme CH-53K und Trident.

Analysten-Einordnung: UBS rechnet bis 2028 mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 9 Prozent und sieht für das Ergebnis je Aktie im Jahr 2028 einen zweistelligen positiven Spielraum gegenüber den Konsensschätzungen. Dies deutet darauf hin, dass die Bank nicht nur mit einer vorübergehenden Auftragswelle, sondern mit dauerhaft höheren Produktionsniveaus und einem strukturell veränderten Bedarf an Verteidigungsbeständen kalkuliert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine verbesserte Visibilität beim Auftragseingang, sie beseitigt jedoch weder Ausführungsrisiken noch mögliche Verzögerungen bei Budgets und Lieferketten.

Zusätzlicher politischer Rückenwind kommt aus Europa: Polen erhält ein US-Rüstungsdarlehen von umgerechnet 3,44 Mrd. Euro und will damit unter anderem Abrams-Panzer, F-16-Kampfjets und Apache-Hubschrauber finanzieren. Zudem hat die EU 3,2 Mrd. Euro für den Kauf amerikanischer Patriot-Flugabwehrsysteme freigegeben. Diese Maßnahmen unterstreichen die hohe Nachfrage nach US-Rüstungsgütern, stellen aber nicht automatisch weitere Lockheed-Martin-Aufträge dar.

Fazit & Ausblick

Die beiden Vertragsaufstockungen über zusammen rund 1,08 Mrd. US-Dollar stärken Lockheed Martins Auftragsbestand und passen zur UBS-These eines nachhaltigen Wachstums bei Flugkörpern und Munition. Entscheidend für die Aktie bleiben nun die Umsetzung der Programme, der tatsächliche Produktionshochlauf, die Margenentwicklung und die Entwicklung der US-Verteidigungsbudgets. Die aktuellen Vertragslaufzeiten reichen bis 2029 und 2030, sodass der positive Effekt vor allem über mehrere Quartale und Jahre sichtbar werden dürfte.

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