Linde Aktie: ODDO BHF hebt Kursziel auf 420 Dollar – „Underperform“ bleibt
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- ODDO BHF erhöht das Kursziel für Linde von 400 auf 420 US-Dollar, hält aber an der Einstufung „Underperform“ fest.
- Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden US-Dollar; das bereinigte EPS legte ebenfalls um 9 Prozent auf 4,59 Dollar zu.
- Linde hob die bereinigte EPS-Prognose für 2026 auf 17,82 bis 17,92 US-Dollar an.
- Der operative Cashflow erreichte 3,2 Milliarden Dollar, der Free Cashflow nach Investitionen 1,8 Milliarden Dollar.
Marktanalyse & Details
Höheres Kursziel, skeptische Einstufung bleibt
ODDO BHF sieht für die Linde-Aktie inzwischen ein Kursziel von 420 US-Dollar nach zuvor 400 Dollar. Die Einstufung bleibt dennoch „Underperform“: Die Anhebung des Bewertungsziels signalisiert damit keine grundlegende Änderung der vorsichtigen Haltung des Analysehauses.
Analysten-Einordnung: Die Kombination aus höherem Kursziel und unverändert negativer Empfehlung deutet darauf hin, dass ODDO BHF zwar mehr Wertpotenzial als zuvor sieht, die Aktie aber weiterhin kritisch beurteilt. Das steht neben einem Quartal mit besseren bereinigten Kennzahlen und einer angehobenen Jahresprognose. Kursziel und Börsenkurs lauten auf unterschiedliche Währungen und sind daher ohne Wechselkursumrechnung nicht direkt vergleichbar.
Bereinigtes Wachstum überdeckt schwächere unbereinigte Werte
Linde erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 9,404 Milliarden US-Dollar, 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das zugrunde liegende Umsatzwachstum betrug 5 Prozent; Preissteigerungen trugen 3 Prozentpunkte und höhere Absatzmengen 2 Prozentpunkte bei. Besonders Elektronik, Chemie und Energie sowie die Fertigung stützten die Nachfrage.
Beim Ergebnis zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen berichteten und bereinigten Zahlen: Der verwässerte Gewinn je Aktie sank um 11 Prozent auf 3,66 Dollar, während das bereinigte EPS um 9 Prozent auf 4,59 Dollar stieg. Auch der ausgewiesene operative Gewinn lag mit 2,15 Milliarden Dollar unter dem bereinigten Wert von 2,76 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge betrug 29,4 Prozent.
Prognose angehoben, Investitionen bleiben hoch
Für das Gesamtjahr erwartet Linde nun ein bereinigtes EPS von 17,82 bis 17,92 Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 17,60 bis 17,90 Dollar gelegen. Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen 4,40 bis 4,50 Dollar je Aktie in Aussicht, ein Plus von 5 bis 7 Prozent zum Vorjahresquartal.
- Operativer Cashflow im dritten Quartal: 3,169 Milliarden US-Dollar, plus 8 Prozent.
- Free Cashflow nach Investitionen: 1,777 Milliarden US-Dollar.
- Geplante Investitionen 2026: 5,5 bis 6,0 Milliarden US-Dollar.
- Projektauftragsbestand: 11 Milliarden US-Dollar; Linde verweist besonders auf robuste Kundenanfragen aus dem Elektronikbereich.
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die angehobene Prognose und der starke Cashflow das operative Bild stützen. Zugleich mahnen der Rückgang des berichteten EPS und die weiterhin hohe Investitionsplanung dazu, bereinigte Kennzahlen und tatsächliche Belastungen getrennt zu betrachten. Die Nachfrage aus der Elektronikbranche könnte ein Wachstumstreiber bleiben, ist aber keine Garantie für eine gleichmäßige Entwicklung in allen Geschäftsbereichen.
Fazit & Ausblick
Im Fokus stehen nun die Umsetzung der erhöhten Jahresprognose und die Entwicklung der Nachfrage, insbesondere bei Elektronikprojekten. Für das vierte Quartal erwartet Linde ein bereinigtes EPS von 4,40 bis 4,50 Dollar. Ein konkreter Termin für die nächste Quartalsveröffentlichung liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
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