LENZING Aktie: B&C erhält 9,65 Millionen Bezugsrechte aus Kapitalerhöhung
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- B&C KB Holding GmbH erhielt 9.654.547 Bezugsrechte im Rahmen der Lenzing-Kapitalerhöhung.
- Lenzing will mit 34.756.362 neuen Aktien rund 300 Millionen Euro brutto einnehmen.
- Der Bezugspreis liegt bei 8,65 Euro je Aktie; das Bezugsverhältnis beträgt zehn zu neun.
- Die Bezugsfrist soll vom 6. bis 20. Oktober 2026 laufen, der Handel der Bezugsrechte bis 14. Oktober.
Marktanalyse & Details
Bezugsrechte und Angebotsbedingungen
Die am 5. Oktober gemeldete Gewährung von 9.654.547 Bezugsrechten an B&C KB Holding GmbH steht im Zusammenhang mit der angekündigten Barkapitalerhöhung. Die Zahl bezeichnet Bezugsrechte, nicht gekaufte Aktien oder einen Euro-Betrag. Die Bezugsrechte eröffnen ihren Inhabern die Möglichkeit, entsprechend den Angebotsbedingungen neue Lenzing-Aktien zu beziehen.
Insgesamt sollen 34.756.362 neue Aktien zu je 8,65 Euro ausgegeben werden. Das entspricht einem angestrebten Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro. Der Bezugspreis lag laut Lenzing 42,5 Prozent unter dem theoretischen Aktienpreis ohne Bezugsrechte, berechnet anhand des Schlusskurses vom 30. September. Je zehn bestehende Aktien berechtigen zum Bezug von neun neuen Aktien.
Aktionäre, die ihre Bezugsrechte nicht ausüben wollen, können diese voraussichtlich vom 6. bis einschließlich 14. Oktober im Handel der Wiener Börse verkaufen. Nicht ausgeübte Bezugsrechte werden laut Angebotsbedingungen nicht entschädigt. Die Bezugsfrist selbst soll am 20. Oktober enden; Voraussetzung für das Angebot ist die Billigung und Veröffentlichung des Prospekts durch die österreichische Finanzmarktaufsicht.
Kapitalstärkung soll Transformation finanzieren
Lenzing will den Erlös zur Stärkung der Kapitalstruktur und zur Umsetzung der Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ einsetzen. Geplant sind ein Ausbau des Vliesstoffgeschäfts, eine stärkere Konzentration des Textilgeschäfts auf Premiumsegmente sowie die Fortführung eines Performance-Programms, das gegenüber 2025 Einsparungen von 120 Millionen Euro erzielen soll. Zusätzlich hat das Unternehmen eine Finanzierung von bis zu 300 Millionen Euro und die Verlängerung bestehender Finanzierungen bis 2030 vereinbart.
Die Kapitalerhöhung ist vollständig garantiert. Die indirekten Mehrheitsaktionäre B&C-Gruppe und Suzano sowie die Oberbank haben sich zur Ausübung ihrer Bezugsrechte verpflichtet. Für die beiden Hauptaktionäre und die Oberbank gelten zudem Lock-up-Vereinbarungen von sechs Monaten, vorbehaltlich der genannten Ausnahmen.
Analysten-Einordnung: Die Bezugsrechtsemission verschafft Lenzing kurzfristig erheblichen finanziellen Spielraum, führt aber zugleich zu einer deutlichen Erhöhung der Aktienzahl. Für bestehende Aktionäre ist deshalb entscheidend, ob sie ihre Bezugsrechte ausüben oder verkaufen: Wer beides unterlässt, muss mit einer Verwässerung seines Anteils rechnen. Dass Kernaktionäre und die Oberbank ihre Rechte ausüben wollen, stützt die Finanzierung; es beseitigt jedoch nicht das operative Risiko. Die angestrebte Verbesserung hängt davon ab, ob Lenzing die Einsparungen und den strategischen Umbau tatsächlich in höhere Erträge umsetzen kann.
Fazit & Ausblick
Als nächste wichtige Termine stehen der Beginn der Bezugsfrist am 6. Oktober, das Ende des Bezugsrechtshandels am 14. Oktober und der Abschluss der Zeichnungsfrist am 20. Oktober 2026 an. Die neuen Aktien sollen voraussichtlich ab dem 23. Oktober gehandelt werden, sofern die Kapitalerhöhung im Firmenbuch eingetragen ist. Mittelfristig strebt Lenzing eine EBITDA-Steigerung um 150 Millionen Euro, eine EBITDA-Marge von 20 bis 25 Prozent und einen Netto-Verschuldungsgrad von weniger als 2,5 an; das sind Unternehmensziele, keine gesicherten Ergebnisse.
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