Koninklijke Ahold Delhaize Aktie: Cyberangriff drückt Prognose trotz starkem Quartal
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Ahold Delhaize steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 2,6 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro.
- Der Cyberangriff dürfte im vierten Quartal 200 bis 250 Millionen Euro Umsatz kosten und das operative Ergebnis um 75 bis 100 Millionen Euro belasten.
- Das Unternehmen senkte seine Erwartungen für das bereinigte EPS-Wachstum und den Jahres-Free-Cashflow.
- Die Aktie lag laut Marktdaten am 4. November 6,23 Prozent im Plus; JPMorgan hielt trotz eines höheren Kursziels an „Underweight“ fest.
Marktanalyse & Details
Solides Quartal, aber Folgen des Cyberangriffs
Im dritten Quartal setzte der niederländisch-belgische Lebensmittelhändler 23,1 Milliarden Euro um, ein Plus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 1,3 Prozent auf 946 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge ging jedoch um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent zurück. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,69 Euro und lag damit über der Markterwartung von 0,67 Euro.
Die Cyberattacke im Oktober traf insbesondere Online-Funktionen in den Benelux-Ländern und den USA sowie Lieferkettenprozesse in den Benelux-Ländern. Für das vierte Quartal rechnet Ahold Delhaize deshalb mit 200 bis 250 Millionen Euro weniger Umsatz und einer Belastung des operativen Ergebnisses von 75 bis 100 Millionen Euro.
Jahresausblick wird vorsichtiger
Das Management erwartet für 2026 nun ein Wachstum des bereinigten Ergebnisses je Aktie im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Zuvor hatte es einen mittleren bis hohen einstelligen Zuwachs in Aussicht gestellt. Der erwartete Free Cashflow wurde auf rund 2,1 Milliarden Euro gesenkt; bisher waren mindestens 2,3 Milliarden Euro angepeilt. Die bereinigte operative Marge soll sich weiterhin etwa vier Prozent annähern.
Für Anfang 2027 kündigte der Konzern zudem ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro an. Der Rückkauf setzt einen positiven Akzent, ändert aber nichts an den kurzfristigen Belastungen durch den Cybervorfall.
Analysten-Einordnung und Börsenreaktion
Analysten-Einordnung: Die Quartalszahlen zeigen, dass das Kerngeschäft trotz der Störung weiter wächst und die Gewinnerwartungen leicht übertroffen wurden. Die gesenkte Jahresprognose macht zugleich deutlich, dass der Cyberangriff nicht nur ein technisches, sondern auch ein finanzielles Risiko darstellt: Neben entgangenen Verkäufen belasten Wiederherstellung und gestörte Abläufe das Ergebnis. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die Erholung des Geschäfts und die Stabilisierung der IT-Systeme entscheidend für die nächsten Quartale werden.
Die Aktie notierte in den bereitgestellten Marktdaten am 4. November bei 34,08 Euro und lag an diesem Tag 6,23 Prozent im Plus. JPMorgan hob das Kursziel zwar von 22,63 auf 23,02 Euro an, bestätigte aber die Einstufung „Underweight“. Das neue Kursziel liegt weiterhin deutlich unter dem angegebenen Börsenkurs und signalisiert damit eine wesentlich vorsichtigere Einschätzung als die Tagesbewegung der Aktie.
Fazit & Ausblick
Der Blick richtet sich nun auf das vierte Quartal: Dann werden die angekündigten Umsatz- und Ergebnisbelastungen des Cyberangriffs sichtbar. Wichtig für die weitere Einschätzung sind außerdem die tatsächliche Entwicklung des Free Cashflows und ob Ahold Delhaize seine aktualisierte Jahresprognose erreicht. Der angekündigte Rückkauf soll erst Anfang 2027 beginnen.
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