John Ternus übernimmt Apple: Falt-iPhone und KI bestimmen die neue CEO-Ära
Kurzüberblick
- John Ternus hat am 1. September 2026 den CEO-Posten bei Apple von Tim Cook übernommen.
- Beim Produkt-Event am 9. September wird voraussichtlich erstmals ein faltbares iPhone vorgestellt.
- Samsung Display will im September die OLED-Massenproduktion für das Falt-iPhone ausweiten und damit trotz Verzögerungen das Jahresziel sichern.
- Ternus muss Apples starke Gewinnmaschine zugleich bei künstlicher Intelligenz, Hardware-Innovation und der Lieferketten-Entflechtung von China voranbringen.
Marktanalyse & Details
Führungswechsel nach 15 Jahren Cook
Mit John Ternus beginnt bei Apple eine neue Führungsphase. Tim Cook wechselt am 1. September in die Rolle des Executive Chairman und soll unter anderem Apples Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern begleiten. Ternus übernimmt damit ein Unternehmen, dessen Börsenwert während Cooks Amtszeit von weniger als 350 Milliarden US-Dollar auf mehr als 4,5 Billionen US-Dollar gestiegen ist.
Die Apple-Aktie legte unter Cook rund 2.258 Prozent zu. Einschließlich Dividenden belief sich die Gesamtrendite auf etwa 2.716 Prozent und übertraf damit die Entwicklung des S&P 500 deutlich. Der Jahresumsatz stieg von rund 108 Milliarden US-Dollar zu Beginn von Cooks Amtszeit auf zuletzt 416 Milliarden US-Dollar, während der Gewinn auf etwa 112 Milliarden US-Dollar anwuchs.
Falt-iPhone als erster großer Test
Ternus steht unmittelbar vor seiner ersten wichtigen Produktpräsentation. Apple soll am 9. September neue iPhone-Modelle vorstellen, darunter voraussichtlich ein faltbares iPhone. Das Gerät könnte den durchschnittlichen Verkaufspreis erhöhen und Kunden zu einem Upgrade bewegen, dürfte wegen aufwendiger Komponenten wie Scharnier und Substrat aber auch höhere Produktionskosten verursachen.
Samsung Display soll die OLED-Massenproduktion für das faltbare iPhone im September ausweiten. Der Produktionsanlauf war zuvor wegen Verzögerungen bei einzelnen Bauteilen verschoben worden. Der neue Zeitplan spricht dafür, dass Apple und seine Zulieferer das Produktionsziel für 2026 trotz des engen Zeitfensters noch erreichen wollen.
Services sichern die Profitabilität
Eine der wichtigsten Hinterlassenschaften Cooks ist die Ausweitung des Servicegeschäfts. Apple Services erzielte im Geschäftsjahr 2025 mehr als 109 Milliarden US-Dollar Umsatz und steuerte damit über ein Viertel zum Konzernumsatz bei. Die Bruttomarge liegt bei Services mit mehr als 75 Prozent deutlich über den rund 40 Prozent des Hardwaregeschäfts.
Für Ternus bedeutet das eine anspruchsvolle Balance: Das iPhone bleibt der zentrale Zugang zum Ökosystem, während Services wiederkehrende und besonders profitable Erlöse liefern. Preissteigerungen können den Umsatz stützen, bergen aber das Risiko längerer Austauschzyklen. Zusätzlich steht eine am 31. August gestartete Untersuchung der US-Handelskommission zu Technologien für den Austausch elektronischer Inhalte als regulatorischer Unsicherheitsfaktor im Raum.
Bewertung und Erwartungen des Marktes
Die Bewertung lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Apple wird mit mehr als dem 30-Fachen der erwarteten Gewinne des kommenden Jahres gehandelt, während der Vergleichswert des breiten US-Aktienmarkts bei etwa dem 20-Fachen liegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit auch über Apples Zehnjahresdurchschnitt von rund 23.
Im europäischen Handel notierte Apple am 1. September um 23:00 Uhr bei 279,90 Euro und bewegte sich an diesem Tag nicht. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie jedoch 20,54 Prozent im Plus. Das gemischte Analystenbild mit 34 Kaufempfehlungen unter 58 beobachteten Einschätzungen zeigt, dass die hohen Erwartungen bereits weitgehend im Kurs berücksichtigt sein könnten.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass Ternus nicht nur an einem erfolgreichen Falt-iPhone-Launch gemessen wird. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Apple in den kommenden Quartalen zugleich konkrete Fortschritte bei KI-Funktionen, neue Hardware-Kategorien und eine weiterhin hohe operative Effizienz liefern muss. Der Faltstart kann kurzfristig Wachstum und Aufmerksamkeit erzeugen, löst aber weder die offene KI-Frage noch das langfristige Problem, wie Apple nach dem Smartphone neue große Umsatzquellen erschließt.
Fazit & Ausblick
Der erste harte Prüfstein für John Ternus ist das Apple-Event am 9. September. Entscheidend werden neben der Nachfrage nach dem Falt-iPhone die Lieferfähigkeit, die Preisakzeptanz und die angekündigten KI-Funktionen sein. Gelingt der Start, könnte Ternus seine Amtszeit mit einem neuen Premium-Impuls eröffnen. Bleiben technologische Durchbrüche jedoch aus, dürfte die hohe Bewertung den Druck auf den neuen CEO und die Aktie schnell erhöhen.
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