John Ternus übernimmt Apple-CEO-Posten: Foldable-iPhone wird erste Bewährungsprobe
Kurzüberblick
- John Ternus übernimmt am 1. September 2026 den CEO-Posten von Apple und löst Tim Cook ab.
- Tim Cook bleibt als Verwaltungsratsvorsitzender aktiv und soll sich stärker auf politische und regulatorische Themen konzentrieren.
- Für den 9. September wird der Start neuer iPhone-Modelle erwartet, darunter möglicherweise Apples erstes faltbares iPhone.
- Die Apple-Aktie steigt am 1. September um 2,7 Prozent auf 280 Euro und liegt seit Jahresbeginn 20,59 Prozent im Plus.
Marktanalyse & Details
Führungswechsel bei Apple
John Ternus tritt am 1. September die Nachfolge von Tim Cook als Apple-CEO an. Der langjährige Hardwarechef übernimmt die Führung eines Konzerns mit einer Marktkapitalisierung von nahezu 4,8 Billionen US-Dollar. Cook bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten und bringt seine in 15 Jahren aufgebauten Kontakte zu Politik und Behörden weiterhin ein.
In seiner ersten Mitteilung an die Belegschaft stellte Ternus einen großen Produktstart für die kommende Woche in Aussicht. Damit beginnt seine Amtszeit unmittelbar vor einem wichtigen iPhone-Termin und nicht in einer ruhigen Übergangsphase.
iPhone bleibt zentrale Wachstumssäule
Die größte Herausforderung für Ternus besteht darin, weiteres Wachstum auf bereits sehr hohem Niveau zu erzeugen. Apple könnte 2026 rund 260 Millionen iPhones verkaufen. Zum Vergleich: In Cooks erstem CEO-Jahr waren es etwa 125 Millionen Geräte. Gleichzeitig soll der durchschnittliche iPhone-Preis bei rund 970 US-Dollar liegen, nach etwa 630 US-Dollar zu Beginn seiner Amtszeit. Der Anstieg von rund 53 Prozent übertrifft damit die genannte Inflationsrate von 47 Prozent.
Das erwartete faltbare iPhone könnte Apple einen neuen Impuls geben. Im Gespräch ist ein Preis von mehr als 2.000 US-Dollar. Ein solches Modell würde zwar die Durchschnittspreise weiter erhöhen, müsste aber zugleich einen überzeugenden praktischen Nutzen bieten, damit Kunden längere Austauschzyklen und höhere Anschaffungskosten akzeptieren.
Services stärken die Profitabilität
Unter Cook hat Apple neben dem iPhone vor allem das Servicegeschäft ausgebaut. Die Bruttomarge liegt dort bei mehr als 75 Prozent und damit deutlich über den rund 40 Prozent der Gerätegeschäfte. Zu den wichtigsten Ertragsquellen zählen App-Store-Gebühren und die Zahlungen für die Standardsuchmaschine im Safari-Browser.
Allerdings steht dieses margenstarke Geschäft unter Druck. Niedrigere App-Store-Gebühren infolge regulatorischer und gerichtlicher Vorgaben könnten die Profitabilität künftig begrenzen. Gleichzeitig muss Apple seine künstliche Intelligenz weiterentwickeln: Eine überarbeitete Siri soll näher an moderne Chatbots heranrücken, liegt nach der bisherigen Einordnung aber noch nicht automatisch an der technologischen Spitze.
Bewertung und Reaktion der Aktie
Apple wird mit mehr als dem 30-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet, während der breite S&P-500-Index bei etwa dem 20-Fachen liegt. Diese Prämie ist anspruchsvoll, weil Apples Gewinnwachstum zugleich langsamer als das des Gesamtmarktes ausfällt. Anleger bezahlen somit vor allem für planbare Gewinne, starke Markenbindung und wiederkehrende Cashflows.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Führungswechsel zunächst weniger als Risiko für die operative Stabilität, sondern als Test für Apples nächste Innovationsphase bewertet wird. Die positive Tagesperformance von 2,7 Prozent und das Plus von 20,59 Prozent seit Jahresbeginn zeigen, dass der Markt den Übergang bislang konstruktiv aufnimmt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung jedoch nicht, dass die hohe Bewertung automatisch gerechtfertigt ist: Ternus muss mit neuen Produkten, KI-Funktionen und weiter steigenden Durchschnittspreisen beweisen, dass Apple auch nach der Cook-Ära wachsen kann.
Fazit & Ausblick
Der nächste entscheidende Termin ist das erwartete iPhone-Event am 9. September 2026. Im Mittelpunkt stehen die neuen Modelle, die mögliche Einführung eines faltbaren iPhones und die Fortschritte bei Siri. Kurzfristig dürfte die Produktpräsentation die Aktie stärker bewegen als der reine CEO-Wechsel. Langfristig wird sich Ternus daran messen lassen müssen, ob er Apples hohe Margen verteidigt und zugleich ein neues Produktfeld jenseits des klassischen Smartphones erschließt.
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