Intel Aktie: Q3-Bericht trifft auf hohe Erwartungen und PC-Risiken

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Intel veröffentlicht seine Q3-Zahlen am Donnerstag nach US-Börsenschluss.
  2. Bernstein erwartet 16,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes EPS von 0,49 US-Dollar.
  3. Starke Servernachfrage und Fortschritte bei Foundry-Projekten stehen schwächeren PC-Aussichten gegenüber.
  4. Für das vierte Quartal liegt Bernsteins Umsatz- und EPS-Prognose unter den Markterwartungen.

Marktanalyse & Details

Hohe Messlatte vor den Quartalszahlen

Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal gehen die Erwartungen auseinander. Bernstein kalkuliert mit 16,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,49 US-Dollar. Die Markterwartungen liegen bei rund 16,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,40 US-Dollar je Aktie. Damit setzt die Schätzung des Analysehauses beim anstehenden Quartal eine höhere Messlatte.

Für das vierte Quartal erwartet Bernstein dagegen 16,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein EPS von 0,41 US-Dollar. Der Markt rechnet mit 17,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und 0,43 US-Dollar je Aktie. Auch für 2027 liegt Bernstein beim Umsatz mit 73,0 Milliarden US-Dollar leicht unter der Konsensschätzung von 73,3 Milliarden, beim EPS mit 2,19 US-Dollar jedoch darüber.

Server und Foundry als Stützen, PCs als Belastung

Die Nachfrage nach Serverprozessoren gilt als wichtigster kurzfristiger Lichtblick. Intel verlor zuletzt zwar Marktanteile nach ausgelieferten Serverstückzahlen, konnte seinen Umsatzanteil laut Bernstein aber dank höherer Preise steigern. Zugleich sieht das Analysehaus Anzeichen für mehr Interesse am Foundry-Geschäft: Dazu zählen Fortschritte bei den 14A-Prozessdesign-Kits, fortgesetzte Aktivitäten am Standort Ohio und eine stärkere Nachfrage nach Packaging-Angeboten.

Auf der PC-Seite verschärft sich das Bild. Bernstein verweist auf einen erwarteten Rückgang der PC-Auslieferungen im dritten Quartal um 20 bis 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Belastungsfaktor nennt der Analyst eine knappe Verfügbarkeit von Speicher. Zudem könnten zuvor hohe CPU-Auslieferungen an PC-Hersteller zu Lagerbeständen führen, die in der zweiten Jahreshälfte abgebaut werden müssen.

Analysten-Einordnung: Wachstum kostet Geld

Dies deutet darauf hin, dass Intels Erholung derzeit von zwei sehr unterschiedlichen Geschäftslagen abhängt: Der Serverbereich und die Foundry-Perspektive stützen die Hoffnung auf Wachstum, während das PC-Geschäft die kurzfristige Planung erschwert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Umsatz und EPS allein nicht reichen dürften: Entscheidend werden auch Aussagen zur Nachfrage, zu 18A-Ausbeuten und zu den Treibern der Bruttomarge sein.

Bernstein warnt außerdem vor steigenden Investitionen. Höhere Investitionsausgaben können zwar Vertrauen in die eigene Fertigung signalisieren, belasten aber zugleich den freien Cashflow und erhöhen später die Abschreibungen. Der Analyst hält an der Einstufung „Market Perform“ und einem Kursziel von 110 US-Dollar fest. Andere Marktbeobachter rechnen mit einer positiven Überraschung und einer angehobenen Prognose; die Einschätzungen bleiben damit deutlich geteilt.

Die Intel-Aktie hatte im Jahresverlauf stark zugelegt. Die vorliegenden Marktdaten weisen für den 29. Oktober um 10:45 Uhr einen Kurs von 82,37 Euro und ein Tagesminus von 2,01 Prozent aus; seit Jahresbeginn steht demnach ein Plus von 162,45 Prozent zu Buche. Die hohe Jahresperformance erhöht die Bedeutung des Ausblicks: Enttäuschungen bei PC-Nachfrage, Margen oder Investitionen könnten besonders aufmerksam bewertet werden.

Fazit & Ausblick

Nach dem Quartalsbericht am Donnerstagabend richtet sich der Blick auf die Prognose für das vierte Quartal und auf die Entwicklung der Servernachfrage. Besonders wichtig sind konkrete Aussagen zu PC-Lagerbeständen, 18A-Fertigung, Bruttomargen und Investitionsplänen. Ob die Serverstärke die Schwächen im PC-Geschäft ausgleichen kann, dürfte den Ton für die weitere Bewertung der Intel-Aktie setzen.

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