IBM Aktie: Quartalszahlen sollen Vertrauen nach schwachem Q2 zurückgewinnen

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Das Wichtigste in Kürze

  1. IBM legt am Mittwoch nach Börsenschluss die Zahlen für das dritte Quartal vor.
  2. Analysten erwarten 16,8 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,85 US-Dollar.
  3. Im Fokus stehen verspätete Mainframe-Aufträge, die Entwicklung der Segmente und eine mögliche Anpassung der Jahresprognose.
  4. Nach dem Kurseinbruch im Juli liegt die IBM-Aktie laut vorliegenden Marktdaten seit Jahresbeginn 17,65 Prozent im Minus.

Marktanalyse & Details

Erwartungen an Umsatz und Gewinn

Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 16,8 Milliarden US-Dollar, nach 16,33 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das entspräche einem Wachstum von etwa drei Prozent. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie liegt die Konsensschätzung bei 2,85 US-Dollar, verglichen mit 2,65 US-Dollar ein Jahr zuvor. Der erwartete Nettogewinn beträgt 2,34 Milliarden US-Dollar gegenüber 1,74 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Damit wäre eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr möglich, doch der Umsatzanstieg bliebe deutlich hinter den 9,5 Prozent Wachstum des ersten Quartals zurück. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob IBM die Schätzungen erreicht, sondern ob das Management überzeugende Hinweise auf eine nachhaltigere Beschleunigung geben kann.

Verzögerte Aufträge prägen den Blick auf die Infrastruktur

Nach dem schwachen zweiten Quartal, das IBM eine Woche vor dem regulären Termin vorab bekanntgab, richtet sich die Aufmerksamkeit besonders auf große Mainframe-Aufträge. Damals sank der Infrastrukturumsatz um sieben Prozent, nachdem mehrere Geschäfte nicht rechtzeitig abgeschlossen worden waren. Bis zur Erläuterung der Quartalszahlen im Juli war etwa ein Drittel dieser verzögerten Transaktionen abgeschlossen. Anleger dürften nun auf ein Update zum verbleibenden Auftragsbestand achten.

Auch Software und Beratung stehen unter Beobachtung. Red Hat gilt als wichtiger Wachstumstreiber, während Schwäche in anderen Softwareprodukten mögliche Zuwächse begrenzen könnte. Im Beratungsgeschäft werden eher moderate Erlöse erwartet; für IBM zählt dort zusätzlich, ob die Profitabilität im Branchenvergleich Bestand hat.

Analysten-Einordnung und Börsenkontext

Analysten-Einordnung: Das Quartal könnte kurzfristig Entlastung bringen, wenn verschobene Mainframe-Aufträge tatsächlich in Umsatz münden. Dies deutet jedoch noch nicht automatisch auf eine Trendwende hin: Für eine Neubewertung wären auch eine belastbare Jahresprognose und Anzeichen für stärkeres organisches Wachstum nötig. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass neben den Ist-Zahlen vor allem der Ausblick und die Aussagen zur Umsetzung der Aufträge kursrelevant sein dürften.

Die Aktie verlor am 14. Juli nach der Vorabmeldung zum zweiten Quartal rund 25 Prozent an einem Handelstag und hat sich seither nur begrenzt erholt. Laut den vorliegenden Marktdaten notierte IBM am 21. Oktober um 11:55 Uhr bei 213,95 Euro, 0,35 Prozent unter dem Vortagesschluss und 17,65 Prozent unter dem Jahresanfang. Der Rückstand gegenüber dem breiten Markt erhöht den Druck auf das Management, mit den Zahlen und dem Ausblick Vertrauen zurückzugewinnen.

Fazit & Ausblick

IBM veröffentlicht die Ergebnisse für das dritte Quartal am Mittwoch nach Börsenschluss. Ein Umsatz- und Gewinnanstieg gegenüber dem Vorjahr wäre laut Konsens möglich; für die Aktie dürfte aber vor allem zählen, ob das Unternehmen Fortschritte bei den verzögerten Mainframe-Geschäften bestätigt und seine Jahresprognose stärkt. Zugleich bleibt das vierte Quartal anspruchsvoll: höhere Erwartungen treffen auf ein schwieriges Marktumfeld und Wettbewerb im KI-Softwaregeschäft.

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