IBM Aktie: Kurs gibt trotz Q3-Überraschung nach – der Q2-Fehlschlag belastet weiter

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Das Wichtigste in Kürze

  1. IBM erzielte im dritten Quartal 17,1 Milliarden US-Dollar Umsatz und 2,95 US-Dollar bereinigten Gewinn je Aktie – beide Werte lagen über den Erwartungen.
  2. Die Aktie notierte am 22. Oktober im Xetra-Handel von Lang & Schwarz bei 220,90 Euro, 3,91 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang 14,97 Prozent.
  3. IBM hält an der Umsatzwachstumsprognose von 4 bis 5 Prozent fest und erwartet nun mehr als eine Milliarde US-Dollar freien Cashflow.
  4. Evercore ISI, Barclays und JPMorgan erhöhten ihre Kursziele auf 275, 277 beziehungsweise 269 US-Dollar.

Marktanalyse & Details

Starkes Quartal, aber die Erinnerung an den Fehlbetrag bleibt

IBM übertraf im dritten Quartal die Markterwartungen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 4,7 Prozent auf 17,1 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt 16,82 Milliarden US-Dollar erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2,95 US-Dollar ebenfalls über der Prognose von 2,86 US-Dollar.

Trotzdem stand die Aktie unter Druck. Anleger reagierten nicht allein auf die aktuellen Zahlen, sondern blieben auch durch den vorherigen Quartalsfehlbetrag verunsichert. Im Juli hatte IBM vor schwächerem Umsatz und Gewinn gewarnt; dabei spielte die enttäuschende Entwicklung des z17-Mainframe-Programms eine Rolle. Der aktuelle Rückgang fügte sich zudem in einen schwachen Handelstag für Technologiewerte ein. Um 16:23 Uhr lag der IBM-Kurs bei Lang & Schwarz bei 220,90 Euro, ein Tagesminus von 3,91 Prozent.

Software trägt die Erholung

Besonders kräftig entwickelte sich das Softwaregeschäft: Der Umsatz legte um 8 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen. IBM zufolge wurden nach Verzögerungen im Vorquartal rund zwei Drittel der großen Geschäfte abgeschlossen. Im Infrastrukturgeschäft stieg der Umsatz um 4 Prozent auf 3,71 Milliarden US-Dollar.

Für das Gesamtjahr erwartet IBM weiterhin ein Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent. Die Prognose für den freien Cashflow wurde auf mehr als eine Milliarde US-Dollar angehoben. Das Unternehmen rechnet außerdem mit einem Softwarewachstum von etwa 7 bis 8 Prozent und einer Ausweitung der operativen Vorsteuermarge um 100 Basispunkte.

Analysten-Einordnung und Bewertung des Kursrückgangs

Mehrere Analysehäuser hoben nach den Zahlen ihre Kursziele an: Evercore ISI setzte das Ziel auf 275 US-Dollar, Barclays auf 277 US-Dollar und JPMorgan auf 269 US-Dollar. Die Anhebungen spiegeln die bessere Quartalsentwicklung und die Erholung bei Software und Infrastruktur wider, beseitigen aber nicht das Risiko, dass sich verzögerte Geschäfte oder die Mainframe-Schwäche erneut auf die Ergebnisse auswirken.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der Markt IBM trotz des übertroffenen Quartalsberichts zunächst an der Verlässlichkeit seiner Prognosen misst. Die verbesserte Softwaredynamik und der höhere Cashflow-Ausblick sind konstruktive Signale; der deutliche Kursrückgang zeigt jedoch, dass Anleger erst weitere Belege für eine nachhaltige Erholung sehen wollen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die bestätigte Jahresumsatzprognose und die Umsetzung im Schlussquartal wichtiger sein dürften als einzelne angehobene Kursziele.

Fazit & Ausblick

IBM geht mit besseren Softwarezahlen und einem höheren Cashflow-Ziel in das Schlussquartal, hält aber an der bisherigen Umsatzprognose fest. Entscheidend wird sein, ob sich das Wachstum fortsetzt und die Erholung bei Infrastruktur und verzögerten Großaufträgen Bestand hat. Einen konkreten Termin für die nächste Ergebnisveröffentlichung enthalten die vorliegenden Angaben nicht.

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