Hawesko: DZ Bank senkt Kursziel auf 24 Euro – Unternehmen reduziert 2026er EBIT-Spanne nach schwacher Nachfrage
Kurzüberblick
Die Hawesko Holding SE reagiert auf ein anhaltend schwieriges Konsum- und Branchenumfeld: Geopolitische Risiken, eine verhaltene Nachfrage und der anhaltende Rückgang des Weinkonsums drücken das Geschäft. Für das erste Halbjahr 2026 meldet das Unternehmen zwar eine höhere Rohertragsmarge, senkt aber das operative Ergebnis und stellt die Erwartungen für 2026 nach unten.
Nachdem die Aktie zuletzt bei 17,65 Euro notierte und damit am Tagesschnitt um 0,84% nachgab, liegt sie seit Jahresbeginn noch 7,11% im Minus. Parallel dazu hat DZ Bank das Kursziel für Hawesko von 27 Euro auf 24 Euro reduziert, das Rating aber auf Buy belassen.
Marktanalyse & Details
Halbjahr 2026: Weniger Umsatz, bessere Marge
Hawesko erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernumsatz von 274,8 Mio. Euro nach 285,1 Mio. Euro im Vorjahr. Die Rohertragsmarge stieg dagegen auf 45,2% nach 43,9%. Das operative EBIT lag bei 5,1 Mio. Euro gegenüber 6,1 Mio. Euro im Vorjahr.
- Ergebnisqualität trotz Volumenrückgang: Effizienzprogramme und Maßnahmen auf der Kostenseite griffen spürbar.
- Portfoliokorrektur im B2B: Hawesko gab unrentablen B2B-Umsatz von rund 5 Mio. Euro gezielt ab, um die Profitabilität zu stärken.
- Kosten- und Effizienzfortschritte wirken: Die höhere Marge geht laut Unternehmensangaben vor allem auf Gegenmaßnahmen zurück.
Segmente: Jacques stabil, B2B mit Aufwärtstendenz – E-Commerce braucht mehr
Im Retail-Geschäft zeigt sich bei Jacques ein weitgehend stabiles Bild: Der Umsatz lag um 0,8% unter dem Vorjahr. Wein & Co. in Österreich verzeichnete dagegen einen spürbaren Rückgang, unter anderem wegen einer schwachen Online-Performance sowie Anlaufschwierigkeiten nach dem Wechsel des Logistikdienstleisters im Juni.
Im B2B-Segment verschob Hawesko den Fokus konsequent auf Neukundengewinnung, besonders in der Gastronomie, und gab unprofitable Umsätze ab. Dadurch sank der Segmentumsatz um 4,9%, während sich Kennzahlen zur Profitabilität verbesserten: Die operative EBITDA-Rendite stieg auf 4,7% nach 4,2% und das operative EBIT auf 2,6 Mio. Euro nach 2,4 Mio. Euro.
Im E-Commerce sieht das Unternehmen hingegen weiteren Handlungsbedarf. Ein umfassender Maßnahmenpaket-Ansatz soll im Herbst starten und zu einer schlankeren Struktur führen.
Ausblick 2026: Guidance klar reduziert
Aufgrund der schwachen Entwicklung im dritten Quartal bislang und nur begrenzt erwarteter saisonaler Erholung im weiteren Jahresverlauf hat Hawesko die Prognose angepasst:
- Umsatz: Rückgang um 2 bis 4% (zuvor: Anstieg bis zu 2%).
- Operatives EBIT (vor einmaligen Aufwendungen): 23 bis 26 Mio. Euro (zuvor: 28 bis 32 Mio. Euro).
- Einmalaufwendungen: bis zu 4 Mio. Euro (zuvor: bis zu 2 Mio. Euro).
- Free Cashflow: 28 bis 33 Mio. Euro (zuvor: 30 bis 36 Mio. Euro).
- ROCE: 9 bis 11% (zuvor: 11 bis 14%).
Operativ arbeitet das Management zudem an der Logistikumstellung: Die Bündelung der Aktivitäten im Zentrallager in Tornesch soll nach aktuellem Plan im ersten Quartal 2027 vollständig abgeschlossen sein. Bereits im Herbst sollen teilweise Aufgaben, die bislang für Berlin vorgesehen waren, aus Tornesch bedient werden.
Analysten-Einordnung
Die Kurszielkürzung von DZ Bank auf 24 Euro bei gleichzeitigem Buy-Status wirkt wie ein Signal: Der Markt nimmt zwar den Nachfrage- und Ergebnisrückgang in der Guidance ernst, belohnt aber zugleich die sichtbar verbesserte Ergebnisqualität. Für Anleger bedeutet das, dass der Fokus weniger auf dem Umsatzvolumen liegt, sondern auf der Frage, ob Effizienzprogramme, die Portfoliokorrektur im B2B und die geplante E-Commerce-Transformation die Ergebnisbasis im zweiten Halbjahr stabilisieren können.
Fazit & Ausblick
Hawesko verschiebt 2026 operativ auf den Prüfstand: Umsatz und Ergebnis werden niedriger erwartet, während die Marge als Gegenpol zunächst stabilisiert wird. Entscheidende Weichen stellt das Unternehmen im Herbst mit den E-Commerce-Maßnahmen. Für Anleger bleibt zudem das dritte Quartal ein zentraler Taktgeber, da der operative Verlauf laut Mitteilung bislang unter den Erwartungen lag.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.