Hamburgs Senatorin erwartet neue Marine-Aufträge – TKMS baut Fregatten für die Bundeswehr

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard erwartet weitere Marine-Aufträge aus dem Verteidigungsministerium.
  2. Sie wirbt dafür, neben TKMS auch Werften in Hamburg und Wolgast bei künftigen Vorhaben zu berücksichtigen.
  3. TKMS erhielt den Auftrag zum Bau der Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU, nachdem das F126-Projekt gestoppt wurde.
  4. Die Auslastung von Blohm+Voss sei zunächst gesichert; Handlungsbedarf sieht Leonhard eher mittel- bis langfristig.

Marktanalyse & Details

Hamburg wirbt um weitere Beschaffungsprojekte

Melanie Leonhard setzt darauf, dass das Verteidigungsministerium bei kommenden Marineprojekten auch die Hamburger Werft Blohm+Voss und die Peene-Werft in Wolgast einbezieht. Das Ministerium solle vermeiden, bei Fregatten am Ende nur mit einem Anbieter verhandeln zu können, sagte die Wirtschaftssenatorin.

Für Blohm+Voss sei die Auslastung kurzfristig gesichert: Dort entstehen Flottendienstboote, außerdem werden Korvetten ausgestattet. Die Senatorin sieht die Frage der Auslastung jedoch als Thema für einen späteren Zeitpunkt – und damit als Anlass, frühzeitig über neue Aufträge nachzudenken.

F126-Stopp verändert die Auftragslage

Im Juni hatte das Verteidigungsministerium den Bau von sechs Fregatten des Typs F126 gestoppt. An dem Vorhaben war die NVL Group beteiligt, die inzwischen von Rheinmetall übernommen wurde. Die Schiffe sollten in Hamburg, Wolgast und Kiel gebaut werden. Den neuen Fregattenauftrag erhielt die Kieler Werftengruppe TKMS: Sie soll Schiffe des Typs MEKO A-200 DEU bauen. TKMS verfügt bereits über einen hohen Auftragsbestand.

Analysten-Einordnung: Die Forderung nach mehreren möglichen Werftpartnern ist zunächst ein politisches Signal und keine Bestätigung zusätzlicher Aufträge. Sie macht aber deutlich, dass die Verteilung künftiger Marineprojekte neben militärischen Anforderungen auch industriepolitisch relevant bleibt. Für TKMS bedeutet das: Der Fregattenauftrag stärkt die Position des Unternehmens, zugleich könnte der Wunsch nach einer breiteren Anbieterbasis bei späteren Beschaffungen den Wettbewerb verschärfen. Für Hamburg und Wolgast hängt ein möglicher Folgeeffekt davon ab, welche Projekte das Ministerium tatsächlich ausschreibt und wie die Kapazitäten der Werften berücksichtigt werden.

Fazit & Ausblick

Konkrete neue Aufträge für Blohm+Voss oder die Peene-Werft wurden nicht angekündigt. Entscheidend wird sein, welche Marinevorhaben das Verteidigungsministerium als Nächstes auf den Weg bringt und ob es dabei mehrere Werftstandorte einbindet. Bis dahin bleibt TKMS mit dem MEKO-A-200-DEU-Auftrag der zentrale Gewinner der Neuordnung nach dem F126-Stopp.

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