GitLab-Aktie: Rosenblatt hebt Kursziel nach starken Q2-Zahlen auf 55 US-Dollar
Kurzüberblick
- Rosenblatt Research erhöht das Kursziel für GitLab von 43 auf 55 US-Dollar.
- GitLab steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 21 Prozent auf 286,3 Millionen US-Dollar.
- Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,24 US-Dollar übertraf die Schätzung von 0,18 US-Dollar.
- Die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2027 wurde auf bis zu 1,133 Milliarden US-Dollar Umsatz angehoben.
Marktanalyse & Details
Starke Quartalszahlen liefern die Grundlage
Die positive Einschätzung von Rosenblatt folgt auf ein überzeugendes zweites Quartal. GitLab erzielte 286,3 Millionen US-Dollar Umsatz und lag damit deutlich über der Schätzung von 273,13 Millionen US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht dies einem Wachstum von 21 Prozent.
Auch auf der Ergebnisseite übertraf der Softwareanbieter die Erwartungen: Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie erreichte 0,24 US-Dollar, während Analysten im Vorfeld mit 0,18 US-Dollar gerechnet hatten. Die bereinigte operative Marge lag bei 15 Prozent. Nach GAAP blieb GitLab allerdings mit einer operativen Marge von minus 20 Prozent defizitär. Der bereinigte freie Cashflow belief sich auf 9,8 Millionen US-Dollar.
Wachstum über das Sitzmodell hinaus
GitLab meldete mehrere operative Signale, die auf eine breitere Nutzung der Plattform hindeuten. Die Zahl der Kunden mit mehr als 5.000 US-Dollar jährlich wiederkehrendem Umsatz stieg um 8 Prozent auf 11.114. Bei Kunden mit mehr als 100.000 US-Dollar ARR betrug das Wachstum 17 Prozent auf 1.571. Die Dollar-Based Net Retention Rate lag bei 117 Prozent.
Besonders dynamisch entwickelten sich die Erstbestellungen: GitLab verzeichnete im Quartal mehr als 1.700 First Orders, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Der daraus entstehende First-Order-Net-ARR legte laut Unternehmensangaben um nahezu 40 Prozent zu. Zudem zeigte das neue Flex-Modell in den ersten sechs Wochen nach dem Marktstart ermutigende Anzeichen für eine Nutzung jenseits einer reinen Abrechnung pro Nutzer.
Angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2027
Für das dritte Quartal erwartet GitLab einen Umsatz zwischen 281,0 und 283,0 Millionen US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,19 bis 0,20 US-Dollar. Die Jahresprognose wurde auf 1,129 bis 1,133 Milliarden US-Dollar Umsatz angehoben. Beim Non-GAAP-Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen nun 0,85 bis 0,87 US-Dollar in Aussicht.
Als zusätzlichen Wachstumstreiber nennt GitLab die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz. Mehr Entwickler, höhere Code-Volumina und die Nutzung externer KI-Agenten könnten die Nachfrage nach Versionskontrolle, Sicherheit, Governance und Orchestrierung erhöhen.
Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die Neubewertung von GitLab nicht allein auf kurzfristigen Umsatzüberraschungen beruht. Entscheidend ist, ob das Unternehmen die verbesserte Vertriebsleistung, die steigende Net Retention und die Nachfrage nach KI-bezogenen Funktionen in nachhaltig höhere wiederkehrende Erlöse umwandeln kann. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein attraktiveres Wachstumsprofil, zugleich bleibt das Risiko bestehen, dass die noch negative GAAP-Profitabilität und der Wettbewerb im Markt für Entwicklerwerkzeuge die Bewertung begrenzen.
Weitere Analystenstimme
William Blair stufte GitLab nach den Quartalszahlen von „Underperform“ auf „Market Perform“ hoch. Als Gründe nannte das Analysehaus Rekordbuchungen, ein beschleunigtes Net-ARR-Wachstum, eine bessere Vertriebsproduktivität und erste Belege dafür, dass GitLab sein Geschäftsmodell über das reine Sitzwachstum hinaus erweitern kann. Ein Kursziel wurde bei dieser Einstufung nicht genannt.
Fazit & Ausblick
Mit der Anhebung des Kursziels auf 55 US-Dollar erhält die GitLab-Aktie nach den starken Q2-Zahlen zusätzlichen Rückenwind. Im Mittelpunkt der nächsten Quartale stehen die Umsetzung der erhöhten Jahresprognose, die Entwicklung des Flex-Modells und der Beitrag künstlicher Intelligenz zum Net-ARR-Wachstum. Beobachten sollten Anleger außerdem, ob GitLab die operative Profitabilität weiter ausbaut und den Abstand zwischen bereinigten Ergebnissen und GAAP-Zahlen verringert.
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