Gap-Aktie steigt bis zu 15 %: Gap schlägt Q2-Schätzungen und hebt EPS-Ziel an
Kurzüberblick
- Gap übertraf im zweiten Quartal 2026 mit einem bereinigten EPS von 0,52 USD die Schätzung von 0,48 USD.
- Das Unternehmen erhöhte sein bereinigtes EPS-Ziel für das Geschäftsjahr 2026 auf 2,35 bis 2,45 USD.
- Die Gap-Aktie legte im US-Handel zeitweise bis zu 15 % zu.
- Michael Francis übernimmt am 2. November 2026 die Führung von Old Navy.
Marktanalyse & Details
Quartalszahlen übertreffen Erwartungen
Gap erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von 3,70 Milliarden USD. Damit lag der Erlös zwar 2,0 % unter dem Vorjahreswert, übertraf jedoch die Markterwartung von 3,69 Milliarden USD.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie kam Gap auf 0,52 USD und lag damit über der Prognose von 0,48 USD. Der ausgewiesene GAAP-Gewinn je Aktie betrug 1,38 USD, das GAAP-Nettoergebnis belief sich auf 501 Millionen USD.
Gap hebt Gewinnziel an, verengt aber Umsatzprognose
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Gap nun ein bereinigtes EPS von 2,35 bis 2,45 USD. Der Umsatz soll um 1,0 bis 1,5 % wachsen. Zuvor hatte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 1 bis 2 % in Aussicht gestellt. Die bereinigte operative Marge soll nun etwa 7,4 bis 7,6 % erreichen, nach zuvor 7,3 bis 7,5 %.
Auch der Margenausblick wurde leicht verbessert: Die bereinigte Bruttomarge soll im Gesamtjahr leicht über dem Vorjahresniveau liegen, während zuvor eine stabile bis leicht steigende Marge erwartet worden war.
Tarifrückerstattungen verzerren den Margenvergleich
Die berichtete Bruttomarge stieg im zweiten Quartal auf 52,8 %. Der Anstieg um 1.160 Basispunkte war allerdings nahezu vollständig durch einen bilanziellen Vorteil im Zusammenhang mit der erwarteten Erstattung von Zöllen nach dem International Emergency Economic Powers Act geprägt.
Bereinigt um diesen Effekt lag die Bruttomarge bei 41,4 % und damit nur 20 Basispunkte über dem Vorjahreswert. Gap verbuchte im Quartal eine Anpassung der Umsatzkosten von 417 Millionen USD im Zusammenhang mit der Zollrückerstattung. Davon entfielen 95 Millionen USD auf erhaltene Erstattungen und weitere 5 Millionen USD auf damit verbundene Zinserträge. Der verbleibende Betrag soll im dritten Quartal eingehen.
Die aktualisierten Zollannahmen sollen den Gewinn im Gesamtjahr netto um rund 15 Millionen USD entlasten. Der Effekt soll sich vor allem im vierten Quartal bemerkbar machen.
Neuer Old-Navy-Chef soll Wachstum beleben
Michael Francis wird zum 2. November 2026 Präsident und CEO von Old Navy. Er war im März 2026 als Chief Customer Officer von Old Navy und Leiter der Marketing-Shared-Services zu Gap gekommen. Sein Vorgänger Haio Barbeito wechselt in eine beratende Funktion.
Analysten-Einordnung: Der Kurssprung ist angesichts des EPS-Überraschungseffekts und der angehobenen Gewinnprognose nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt der bereinigte Margenanstieg von nur 20 Basispunkten, dass die operative Verbesserung deutlich geringer ausfällt als die berichtete Bruttomarge von 52,8 % vermuten lässt. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der positiven Reaktion auf kurzfristigen Zollentlastungen basiert und nicht allein auf stärkerem Kerngeschäft.
JPMorgan erhöhte das Kursziel für Gap von 27 auf 29 USD, beließ die Aktie jedoch auf Neutral. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das höhere EPS-Ziel verbessert die Gewinnperspektive, doch die nachhaltige Erholung von Old Navy und die Entwicklung der Margen ohne Einmaleffekte bleiben die entscheidenden Belastungstests.
Fazit & Ausblick
Im dritten Quartal erwartet Gap ein Umsatzwachstum von 1,5 bis 2,5 % gegenüber 3,9 Milliarden USD im Vorjahr. Die Bruttomarge soll 25 bis 75 Basispunkte über dem Vorjahreswert von 42,4 % liegen. Der nächste wichtige Impuls dürfte von den Q3-Zahlen kommen. Im Fokus stehen dann vor allem die operative Entwicklung von Old Navy und die Frage, wie viel der Margenverbesserung ohne Zollrückerstattungen bestehen bleibt.
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