Fresenius Aktie: Übernahme von mAbxience stärkt Biosimilar-Geschäft

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Fresenius hat am 30. September die verbleibenden 45 Prozent an mAbxience übernommen und hält die Biosimilar-Plattform nun vollständig.
  2. Der Kaufpreis beträgt bis zu 750 Millionen Euro; 50 Millionen Euro davon sind an die Zulassung bestimmter Produktionsstätten gebunden.
  3. mAbxience erzielte 2025 mehr als 320 Millionen Euro Umsatz und verfügt über vier vermarktete Produkte sowie acht Entwicklungskandidaten.
  4. Fresenius erwartet einen unmittelbaren Beitrag zum bereinigten Ergebnis je Aktie; die Prognose für 2026 bleibt unverändert.

Marktanalyse & Details

Vollständige Kontrolle über die Biopharma-Plattform

Mit dem Erwerb der restlichen Anteile von Insud Pharma und Invim Corporativo schließt Fresenius die Übernahme von mAbxience ab. Der Konzern war 2022 mit 55 Prozent eingestiegen und hatte das Unternehmen seither bereits kontrolliert und konsolidiert. Die Transaktion wurde ohne erforderliche behördliche Genehmigungen vollzogen.

mAbxience ist Teil des Biopharma-Geschäfts von Fresenius Kabi. Das Unternehmen betreibt drei Produktionsstätten in Spanien und Lateinamerika und beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeitende. Neben Biosimilars bietet es Entwicklungs- und Auftragsherstellungsleistungen für Partner an. Durch die vollständige Eigentümerschaft kann Fresenius Investitionen, Produktionskapazitäten und Markteinführungen künftig allein steuern.

Kaufpreis, Ergebnisbeitrag und Verschuldung

Die Gegenleistung von bis zu 750 Millionen Euro wird aus vorhandener Liquidität und operativem Cashflow finanziert; eine neue Finanzierung ist laut Unternehmen nicht nötig. Die bedingte Zahlung von 50 Millionen Euro wird erst fällig, wenn bestimmte Produktionsstätten zugelassen sind. Fresenius rechnet mit einem Anstieg des Verhältnisses von Nettoverschuldung zu EBITDA um rund 20 Basispunkte. Für das Gesamtjahr soll der Verschuldungsgrad weiterhin am unteren Ende des Zielkorridors von 2,5- bis 3,0-mal liegen.

Da Fresenius mAbxience bereits zuvor konsolidiert hatte, ist der Schritt vor allem eine Veränderung der Eigentums- und Ergebnisverteilung und kein erstmaliger Zukauf des operativen Geschäfts. Nach IFRS wird der Erwerb des nicht beherrschenden Anteils als Eigenkapitaltransaktion verbucht; ein neuer Geschäfts- oder Firmenwert entsteht nicht. Fresenius erwartet, dass der Erwerb unmittelbar zum bereinigten Ergebnis je Aktie beiträgt.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass der strategische Nutzen weniger in einem abrupten Umsatzsprung als in der vollständigen Teilhabe an künftigen Erträgen und größerer Kontrolle über Investitionen und Markteinführungen liegt. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine klarere Positionierung im Biosimilar-Markt, aber auch, dass sich der hohe Kaufpreis erst durch weiteres Wachstum und eine attraktive Kapitalrendite rechtfertigen muss. Das Risiko wird dadurch begrenzt, dass Fresenius das Geschäft bereits kennt und die Übernahme aus bestehenden Mitteln finanzieren will.

Wachstumsperspektive im Biosimilar-Markt

Fresenius verweist auf eine erwartete starke Ausweitung des Biosimilar-Markts: Bis 2035 soll er nach Unternehmensangaben auf mehr als 180 Milliarden Euro wachsen, etwa auf das Sechsfache des heutigen Volumens. Der Konzern sieht zusätzliche Chancen, weil bei zahlreichen biologischen Arzneimitteln die Marktexklusivität ausläuft. Die mAbxience-Pipeline umfasst derzeit acht Entwicklungskandidaten neben vier Produkten auf dem Markt.

Fazit & Ausblick

Die Übernahme stärkt Fresenius’ Kontrolle über ein Geschäft mit bestehendem Umsatz, Produktionskapazitäten und Entwicklungspipeline. Die Prognose für 2026 ändert sich nicht; auch das Ziel, den Biopharma-Umsatz bis 2030 gegenüber 2025 ungefähr zu verdoppeln und dabei eine EBIT-Marge von rund 20 Prozent zu erreichen, bleibt bestehen. Entscheidend wird sein, ob Fresenius die Pipeline ausbauen und die erwarteten Ergebnis- und Renditebeiträge tatsächlich realisieren kann.

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