First Solar Aktie: Mizuho hält den Ausverkauf für übertrieben

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Mizuho hält den jüngsten Kursrückgang bei First Solar für überzogen und sieht die Preissetzungsmacht des Modulherstellers intakt.
  2. Statt allein höhere Modulpreise durchzusetzen, kann First Solar laut Mizuho günstigere Vertragsbedingungen wie niedrigere Fracht- und Lagerkosten aushandeln.
  3. KeyBanc stufte die Aktie Ende September von Underweight auf Sector Weight hoch, bleibt bei den Geschäftsaussichten aber vorsichtig.
  4. Hohe US-Lagerbestände und ein mögliches Abflauen der Preise bleiben zentrale Risiken für First Solar.

Marktanalyse & Details

Vertragskonditionen statt reiner Preiserhöhungen

Mizuho zufolge fiel die First-Solar-Aktie zuletzt wegen der Sorge, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise weniger stark steigen könnten als erhofft. Analyst Maheep Mandloi hält diese Reaktion für überzogen: Das Unternehmen könne seine Margen auch durch vorteilhaftere Vertragsbedingungen stützen. Dazu zählen laut seinen Gesprächen mit dem Management etwa geringere Frachtkosten und weniger Bedarf an Zwischenlagerung.

Mizuhos Markteinschätzungen verorten die durchschnittlichen Verkaufspreise im hohen 30-Cent-Bereich je Watt. Die US-Modulpreise seien infolge der Section-232-Zölle um rund 11 Cent je Watt gestiegen; importierte Module lägen demnach bei etwa 38 Cent. Einschließlich inländischer Förderanreize für Module mit US-Zellen könnten kristalline Siliziummodule in den niedrigen 40-Cent-Bereich gelangen.

Bewertung und Gegenposition

Mandloi zufolge spiegelt die Bewertung Preise oberhalb von 33 Cent je Watt noch nicht wider. Mizuho veranschlagt den Wert der Steuergutschriften auf rund 90 US-Dollar je Aktie. Für die nicht subventionierten Gewinne des Jahres 2028 setzt die Bank weitere etwa 80 US-Dollar je Aktie an, berechnet mit einem Multiplikator von zehn.

Eine vorsichtigere Einordnung liefert KeyBanc: Die Hochstufung auf Sector Weight sei vor allem eine Bewertungsentscheidung und keine Verbesserung der fundamentalen Einschätzung. Die Analystin sieht weiterhin erhebliche Herausforderungen. Dazu gehören hohe Lagerbestände in den USA, die KeyBanc auf annähernd zwei Jahre Nachfrage schätzt, ein begrenztes Zeitfenster für den Nutzen jüngster Polysilizium-Zollschutzmaßnahmen und langsamere Projektstarts. Daraus könnten mittelfristig stagnierende oder sinkende Preise folgen.

Analysten-Einordnung: Die Einschätzungen zeigen, worauf es bei First Solar derzeit besonders ankommt: Nicht nur der ausgewiesene Modulpreis, sondern auch Vertragskonditionen und der tatsächliche Abbau der Lagerbestände entscheiden über die Margen. Mizuho sieht in der Verhandlungsmacht des Unternehmens einen Puffer gegen schwächere Preiserhöhungen. KeyBancs Hinweis auf hohe Bestände macht zugleich deutlich, dass dieser Puffer nicht automatisch dauerhaft steigende Verkaufspreise garantiert. Für Anleger bedeutet das: Die optimistischere Bewertungsthese hängt wesentlich davon ab, ob First Solar Nachfrage in profitablere Verträge umsetzen kann, bevor der Zollvorteil nachlässt.

Fazit & Ausblick

Der jüngste Analystenkommentar stützt die These, dass der Kursrückgang die Verhandlungsmacht und den Wert der Steuergutschriften unterschätzen könnte. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben jedoch Verkaufspreise, Lagerabbau und Projektstarts. Anleger sollten daher neben den kommenden Unternehmenszahlen besonders auf Aussagen zu Vertragskonditionen und US-Beständen achten.

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