First Solar Aktie: Analysten senken Kursziele nach schwächerem Ausblick
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- GLJ Research stuft First Solar von Buy auf Hold ab und setzt das Kursziel auf 161 US-Dollar.
- Bernstein senkt das Kursziel auf 169 US-Dollar und bestätigt Underperform; Evercore und RBC reduzieren ebenfalls ihre Ziele.
- First Solar senkte den Umsatz- und Absatz-Ausblick für 2026 und verfehlte im dritten Quartal die Umsatzerwartung.
- GLJ verweist auf sinkende Buchungen, kürzere Verträge und bislang fehlende Abschlüsse zu den erhöhten Preisen.
Marktanalyse & Details
Mehrere Kurszielsenkungen, unterschiedliche Einschätzungen
Am 30. Oktober haben mehrere Analysehäuser ihre Erwartungen an First Solar zurückgenommen. GLJ Research stufte die Aktie von Buy auf Hold ab und nannte ein Kursziel von 161 US-Dollar. Bernstein senkte sein Ziel von 197 auf 169 US-Dollar und blieb bei Underperform. Evercore reduzierte die Marke von 218 auf 189 US-Dollar bei In-Line, während RBC das Kursziel von 236 auf 232 US-Dollar senkte und Outperform beibehielt.
Die Einschätzungen reichen damit weiterhin von Underperform bis Outperform. Gemeinsam ist den jüngsten Anpassungen jedoch, dass alle vier Häuser ihre Kursziele nach unten korrigierten.
Preissteigerungen kommen laut GLJ noch nicht in Verträgen an
GLJ-Analyst Gordon Johnson begründet die Abstufung mit einer schwächeren Auftragsentwicklung. Seit der Section-232-Proklamation im August habe First Solar zwar bei neuen Anfragen und frühen Verhandlungen höhere Preise angesetzt, bislang aber keinen Vertrag zu diesen Preisen unterzeichnet. Zudem würden Buchungen nachlassen und Vertragslaufzeiten kürzer.
Für die drei Monate zwischen den Gesprächen bezifferte GLJ die Buchungen auf 1,4 Gigawatt. Das liege deutlich unter den von der Analyse angeführten Konsensannahmen von 2,5 bis 3,0 Gigawatt pro Quartal bis 2028. Auch das Auftragsbuch für 2029 und 2030 bezeichnete der Analyst als dünn.
Schwächerer Jahresausblick trotz EPS-Überraschung
Die jüngste Skepsis trifft auf einen gesenkten Unternehmensausblick. First Solar erwartet für 2026 nun einen Umsatz von 4,6 bis 4,9 Milliarden US-Dollar statt zuvor 4,9 bis 5,2 Milliarden. Das Absatzvolumen soll 16,0 bis 17,0 Gigawatt erreichen, nach bisher 17,0 bis 18,2 Gigawatt. Im dritten Quartal lag der Umsatz mit 1,23 Milliarden US-Dollar unter der Schätzung von 1,29 Milliarden. Der Gewinn je Aktie von 5,30 US-Dollar übertraf dagegen die Erwartung von 4,67 US-Dollar.
Das Unternehmen genehmigte außerdem ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen US-Dollar. Der Rückkauf kann die Kapitalrückgabe an Aktionäre erhöhen, ändert aber nichts an der kurzfristigen Frage, ob First Solar die geplanten Preissteigerungen in verbindliche Aufträge umsetzen kann.
Analysten-Einordnung: Die Kurszielsenkungen spiegeln vor allem Zweifel an der Auftragsqualität und der kurzfristigen Preisdurchsetzung wider – nicht allein den Rückgang der Umsatzprognose. Dies deutet darauf hin, dass Anleger künftig besonders auf neu unterzeichnete Verträge zu höheren Preisen und die Entwicklung der Buchungen achten dürften. Der EPS-Überraschung im Quartal steht ein niedrigerer Jahresausblick gegenüber; der Gewinn je Aktie allein beseitigt diese Unsicherheit daher nicht.
Fazit & Ausblick
Für die weitere Einschätzung sind die kommenden Auftragsmeldungen und der Fortschritt bei der Umsetzung der erhöhten Preise entscheidend. Bleiben Buchungen schwach oder Verträge kürzer, könnte das den gesenkten Absatz-Ausblick zusätzlich belasten. Ein konkreter nächster Termin für Quartalszahlen ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.
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