Evonik Industries Aktie: RAG-Stiftung berät über BASF-Angebot – Ergebnis bleibt vertraulich

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Goldesel Kompakt

Das Wichtigste in Kürze

  1. Das Kuratorium der RAG-Stiftung ließ sich am 9. Oktober zum BASF-Interesse an Evonik informieren.
  2. Die Stiftung machte keine Angaben zu Inhalt oder Ergebnis der vertraulichen Sitzung.
  3. Das berichtete Angebot von 22,15 Euro je Aktie wurde abgelehnt; Gespräche finden derzeit nicht statt.
  4. Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent an Evonik und ist damit größte Einzelaktionärin.

Marktanalyse & Details

Stiftungsrat informiert, aber kein neuer Beschluss bekannt

Das Kuratorium der RAG-Stiftung hat sich in einer Online-Sitzung vom Stiftungsvorstand über das Interesse der BASF an Evonik unterrichten lassen. Zu konkreten Inhalten und Ergebnissen äußerte sich die Stiftung nicht. Damit ist bislang weder eine Zustimmung zu den Übernahmeplänen noch eine neue Verhandlungsposition bekannt.

Gemeldetes Angebot und aktuelle Verhandlungen

BASF soll 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Für sämtliche Aktien hätte das einem Gesamtwert von mehr als 10,3 Milliarden Euro entsprochen. Das Angebot wurde abgelehnt. Evonik bezeichnete die Kontaktaufnahme als unverbindlich und erklärte, dass derzeit keine Gespräche stattfinden. Auch BASF hält den weiteren Verlauf und Ausgang der Sondierungen offen.

Die Evonik-Aktie notierte am 9. Oktober um 16 Uhr bei 21,32 Euro und lag damit unter dem berichteten Angebotspreis. Die Kursbewegung spiegelt die Übernahmefantasie wider, ist aber kein Beleg dafür, dass ein höheres oder verbindliches Angebot bevorsteht.

Warum die RAG-Stiftung eine Schlüsselrolle spielt

Mit rund 43 Prozent der Evonik-Aktien ist die RAG-Stiftung für jeden möglichen Eigentümerwechsel zentral. Sie muss langfristig die Folgekosten des 2018 beendeten Steinkohlebergbaus finanzieren; Evonik ist ihre größte Einzelbeteiligung. Für die Stiftung stehen deshalb neben einem möglichen Verkaufspreis auch die künftigen Erträge aus der Beteiligung im Raum.

Die Debatte reicht über die Eigentümerfrage hinaus: Die IGBCE verlangt eine sorgfältige Prüfung der Folgen für Arbeitsplätze und Standorte. Zudem wurde politisch eine mögliche Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen ins Gespräch gebracht. Beides erhöht den öffentlichen und politischen Druck auf die Beteiligten, ersetzt aber keine konkrete Vereinbarung.

Analysten-Einordnung: Dass das Kuratorium informiert wurde, zeigt die Bedeutung des BASF-Interesses für die Stiftung, lässt aber keine belastbare Aussage über deren Entscheidung zu. Eine höhere Offerte von 24 bis 25 Euro wurde von einem Marktbeobachter als denkbar bezeichnet; das ist eine Einschätzung und kein bestätigtes Angebot. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Der Kurs kann weiter stark auf Übernahmemeldungen reagieren, während der Ausgang angesichts des abgelehnten Angebots und der derzeit fehlenden Gespräche offenbleibt.

Fazit & Ausblick

Ein neuer Beschluss der RAG-Stiftung oder ein fortgeschrittenes Übernahmeverfahren ist bislang nicht bekannt. Einen konkreten Termin für weitere Entscheidungen nannten die Beteiligten nicht. Entscheidend wird sein, ob BASF seine unverbindliche Ansprache weiterverfolgt und ob die RAG-Stiftung sowie die weiteren Interessengruppen eine mögliche Transaktion mittragen. Bis dahin bleibt die Übernahmefantasie ein wesentlicher, aber unsicherer Kurstreiber.

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