Evonik Industries Aktie: RAG-Stiftung berät über abgelehntes BASF-Angebot
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Das Kuratorium der RAG-Stiftung ließ sich am 9. Oktober zum BASF-Interesse an Evonik informieren.
- Ein Angebot von 22,15 Euro je Aktie, das Evonik mit mehr als 10,3 Milliarden Euro bewertet hätte, wurde abgelehnt.
- Die RAG-Stiftung hält rund 43 Prozent der Evonik-Aktien; Einzelheiten ihrer Sitzung bleiben vertraulich.
- Der Evonik-Kurs lag am 9. Oktober bei 21,16 Euro und damit rund 4,7 Prozent unter dem genannten Angebotspreis.
Marktanalyse & Details
RAG-Stiftung prüft die Lage – Ergebnisse bleiben vertraulich
Das Kuratorium der RAG-Stiftung hat sich in einer Online-Sitzung vom Stiftungsvorstand über das BASF-Interesse an Evonik unterrichten lassen. Zu konkreten Inhalten oder Ergebnissen machte die Stiftung keine Angaben. Mit einem Anteil von rund 43 Prozent ist sie Evoniks größte Aktionärin.
Im Raum stand laut den vorliegenden Angaben ein Preis von 22,15 Euro je Aktie. Das Angebot wurde abgelehnt. Evonik hatte die BASF-Ansprache zuvor als unverbindlich bezeichnet; sie zielte auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien. Gespräche zwischen den Unternehmen fanden demnach nicht statt, während BASF den weiteren Verlauf als offen bezeichnete.
Kursabstand ist keine sichere Übernahmeprämie
Der Kurs von 21,16 Euro am 9. Oktober lag etwa 4,7 Prozent unter dem genannten Angebotspreis. Diese Differenz ist jedoch keine verlässliche Aussicht auf einen kurzfristigen Gewinn: Das Angebot wurde abgelehnt, und ein verbindliches Übernahmeangebot oder eine laufende Verhandlung ist aus den vorliegenden Angaben nicht ersichtlich. Die Evonik-Aktie liegt zugleich seit Jahresbeginn 58,74 Prozent im Plus – eine Entwicklung, die nicht allein der Übernahmefantasie zugerechnet werden kann.
Analysten-Einordnung: Für Anleger bedeutet die vertrauliche Beratung zunächst keine neue Klarheit über einen möglichen Verkauf. Entscheidend sind ein konkreter nächster Schritt von BASF und die Haltung der RAG-Stiftung, deren Evonik-Beteiligung für die Finanzierung der langfristigen Folgekosten des Steinkohlebergbaus wichtig ist. Ein höheres Angebot könnte den Kurs stützen; bleibt eine Einigung aus, kann die zuvor eingepreiste Übernahmefantasie wieder nachlassen.
Industriepolitik und Arbeitsplätze erhöhen den Prüfungsdruck
Die RAG-Stiftung muss aus ihrem Vermögen dauerhaft die Folgekosten des früheren Steinkohlebergbaus finanzieren. Zugleich steht die Chemiebranche unter Anpassungsdruck. Die Gewerkschaft IGBCE hat deshalb vor Schnellschüssen gewarnt und Fragen zu Standorten, Beschäftigung und Evoniks Zukunft aus eigener Kraft gestellt. Auch ein Vorschlag der SPD in Nordrhein-Westfalen, eine stärkere Landesbeteiligung zu prüfen, zeigt, dass die mögliche Transaktion über eine reine Preisfrage hinausgeht.
Fazit & Ausblick
Die RAG-Stiftung hat sich mit dem BASF-Interesse befasst, aber keine Entscheidung oder neue Verhandlungsrunde bekannt gemacht. Für die weitere Entwicklung kommt es darauf an, ob BASF nach der Ablehnung einen neuen Vorstoß unternimmt und wie sich die Großaktionärin dazu positioniert. Ein konkreter nächster Termin für eine Entscheidung wurde nicht genannt.
Hinweise zu diesem Inhalt
Diese Inhalte wurden ganz oder teilweise automatisiert unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler, Ungenauigkeiten oder unvollständige Informationen enthalten. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Die Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Sie ersetzen keine individuelle, fachkundige Beratung.
Eine Haftung für Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die aus der Nutzung der Inhalte entstehen, ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen.