Evonik Industries Aktie: DZ Bank senkt auf Halten – Q3-Gewinn steigt kräftig

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Die DZ Bank senkt Evonik am 3. November von Kaufen auf Halten und setzt den fairen Wert auf 22 Euro.
  2. Im dritten Quartal steigt das bereinigte EBITDA um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro, der Umsatz um 13 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro.
  3. Für 2026 erwartet Evonik das bereinigte EBITDA nun in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro.
  4. Im Übernahmepoker mit BASF pocht Evonik auf Eigenständigkeit und kritisiert den Zeitpunkt des Sondierungsangebots.

Marktanalyse & Details

DZ Bank sieht begrenztes Kurspotenzial

Die DZ Bank hat ihre Empfehlung für die Evonik-Aktie auf „Halten“ von zuvor „Kaufen“ gesenkt. Den fairen Wert beziffert sie auf 22 Euro. Der Kurs lag laut den vorliegenden Marktdaten am 3. November um 18:40 Uhr bei 21,08 Euro und damit nur knapp unter diesem Wert. Die Aktie notierte zu diesem Zeitpunkt 2,73 Prozent höher als am Vortag; seit Jahresbeginn lag sie 58,14 Prozent im Plus.

Analysten-Einordnung: Die Herabstufung trotz verbesserter Quartalszahlen signalisiert, dass die DZ Bank die jüngste Kursentwicklung und das verbleibende Potenzial anders gewichtet als die operative Erholung. Der faire Wert liegt nur moderat über dem erfassten Kurs. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Das starke Tagesplus ist kein Beleg dafür, dass weitere Kursgewinne bereits abgesichert sind. Zudem können die BASF-Übernahmepläne die Bewertung bewegen, unabhängig davon, ob es tatsächlich zu Verhandlungen kommt.

Operatives Ergebnis legt deutlich zu

Evonik setzte im dritten Quartal 3,83 Milliarden Euro um, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA stieg um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb dennoch ein Verlust von 53 Millionen Euro, nach einem Minus von 106 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Rückstellungen für das Sparprogramm, darunter Kosten für Abfindungen, belasteten das Nettoergebnis.

Der Konzern hält für das Gesamtjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA in der oberen Hälfte der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro für wahrscheinlich. Analysten hatten laut den vorliegenden Angaben bereits mit dem oberen Ende gerechnet. Damit verbessert sich zwar die operative Perspektive, doch das Nettoergebnis zeigt weiterhin die Belastung durch den Umbau.

Evonik widerspricht BASF im Übernahmepoker

Finanzvorstand Michael Rauch kritisierte, BASF habe ihr Sondierungsangebot kurz nach der Mitteilung über den krankheitsbedingten, vorübergehenden Ausfall von Vorstandschef Christian Kullmann bekannt gemacht. Evonik bezeichnete den Zeitpunkt als überraschend und merkwürdig. Der Vorstand betont, das Unternehmen eigenständig strategisch weiterentwickeln zu wollen. Zugleich bleibt Evonik nach eigenen Angaben zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF bereit; Übernahmeverhandlungen führt der Konzern demnach nicht.

Evonik verweist auf die eigene Stärke und darauf, dass laufende Maßnahmen das Portfolio attraktiver machen sollen. Die öffentliche Auseinandersetzung erschwert eine Einschätzung möglicher Transaktionsbedingungen: Ein konkretes Angebot oder eine vereinbarte Verhandlung liegt den vorliegenden Informationen zufolge nicht vor.

Fazit & Ausblick

Für die weitere Entwicklung der Evonik-Aktie stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Kann der Konzern den kräftigen EBITDA-Anstieg in den kommenden Quartalen verstetigen, und entwickelt sich der Austausch mit BASF über eine erste Sondierung hinaus? Die höhere Ergebnisprognose stützt die operative Perspektive, während Restrukturierungskosten und die auf Halten gesenkte DZ-Bank-Einschätzung zur Vorsicht mahnen. Entscheidend werden die nächsten Geschäftszahlen und konkrete Entwicklungen im Übernahmepoker sein.

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