Evonik Industries Aktie: DZ Bank senkt auf Halten und sieht fairen Wert bei 22 Euro

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Das Wichtigste in Kürze

  1. DZ BANK stuft Evonik am 3. November von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und setzt den fairen Wert auf 22 Euro.
  2. Evonik meldete für das dritte Quartal ein bereinigtes EBITDA von 629 Millionen Euro, ein Plus von rund 40 Prozent.
  3. Für 2026 erwartet das Unternehmen das bereinigte EBITDA in der oberen Hälfte der Spanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro.
  4. Die Evonik-Aktie notierte zuletzt bei 21,08 Euro und lag an diesem Handelstag 2,73 Prozent im Plus.

Marktanalyse & Details

DZ BANK sieht begrenztes Kurspotenzial

Die DZ BANK hat ihre Empfehlung für Evonik von „Kaufen“ auf „Halten“ gesenkt. Der faire Wert liegt laut der Einschätzung bei 22 Euro. Zum zuletzt gemeldeten Kurs von 21,08 Euro entspricht das einem Abstand von 0,92 Euro. Die Herabstufung erfolgte trotz eines deutlichen operativen Gewinnanstiegs im dritten Quartal.

Die Marktentwicklung fiel am 3. November zunächst gegenläufig aus: Die Aktie lag zum Kurszeitpunkt um 19:07 Uhr bei 21,08 Euro und gewann 2,73 Prozent. Das Tagesplus allein widerlegt die vorsichtigere Analysteneinschätzung nicht, zeigt aber, dass die Quartalsdaten und die Übernahmespekulationen den Handel ebenfalls beeinflussen.

Operative Erholung, Nettoverlust bleibt

Im dritten Quartal steigerte Evonik den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 3,83 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um rund 40 Prozent auf 629 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb jedoch ein Nettoverlust von 53 Millionen Euro, nach einem Verlust von 106 Millionen Euro im Vorjahr. Rückstellungen für das Sparprogramm, darunter Abfindungskosten, belasteten das Ergebnis.

Für das Gesamtjahr hält Evonik an der Prognosespanne von 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro bereinigtem EBITDA fest. Das Management hält inzwischen die obere Hälfte dieser Spanne für wahrscheinlich. Analysten erwarteten im Durchschnitt bereits das obere Ende.

BASF-Vorstoß als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor

Parallel zu den Geschäftszahlen steht ein möglicher Übernahmevorstoß von BASF im Fokus. Evonik kritisierte den Zeitpunkt des Sondierungsangebots, das nach Bekanntwerden des krankheitsbedingten Ausfalls von Vorstandschef Christian Kullmann publik wurde. Der Vorstand betont weiterhin die Eigenständigkeit des Konzerns, hat aber einen informativen und vertraulichen Austausch mit BASF nicht ausgeschlossen.

Analysten-Einordnung: Die Herabstufung auf „Halten“ deutet darauf hin, dass die DZ BANK den jüngsten operativen Fortschritt bereits weitgehend im Kurs berücksichtigt sieht oder die verbleibenden Risiken höher gewichtet. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass der Ausblick auf das Jahresergebnis zwar stützt, der Nettoverlust und die unklare Übernahmesituation aber wichtige Gegenargumente bleiben. Eine weitere Neubewertung dürfte davon abhängen, ob Evonik die operative Verbesserung im Schlussquartal bestätigt und Klarheit über den BASF-Vorstoß entsteht.

Fazit & Ausblick

Evonik geht mit einer verbesserten EBITDA-Prognose, aber weiterhin negativem Nettoergebnis ins Schlussquartal. Die DZ BANK sieht mit ihrem fairen Wert von 22 Euro nur begrenzten Abstand zum zuletzt gemeldeten Kurs. Für die weitere Kursentwicklung sind die Umsetzung der Jahresprognose und die Entwicklung der Gespräche mit BASF zentrale Beobachtungspunkte; ein nächster konkreter Unternehmenstermin ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt.

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