Evonik Industries Aktie: IGBCE fordert Klarheit zu BASF-Interesse und Zukunftsplan
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Die IGBCE warnt im Zusammenhang mit dem BASF-Interesse an Evonik vor überstürzten Entscheidungen.
- Die Gewerkschaft verlangt von BASF, Evonik und der RAG-Stiftung Antworten zu Standorten, Arbeitsplätzen und Strategie.
- Eine Übernahme ist nicht vereinbart: Evonik sprach von einer unverbindlichen Ansprache, Gespräche finden derzeit nicht statt.
- Die NRW-SPD schlägt zusätzlich vor, eine Landesbeteiligung an Evonik zu prüfen.
Marktanalyse & Details
IGBCE stellt Fragen an BASF, Evonik und RAG-Stiftung
Die IGBCE hat die Betriebsräte von BASF und Evonik dazu aufgerufen, die möglichen Übernahmepläne sorgfältig zu prüfen. In einem Schreiben warnen der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis und Hauptvorstandsmitglied Alexander Bercht vor Schnellschüssen. Der Druck auf Beschäftigung und deutsche Standorte sei in beiden Unternehmen bereits hoch.
Von BASF will die Gewerkschaft wissen, welches Zukunftsangebot der Konzern den Beschäftigten und Standorten machen würde. Evonik soll darlegen, wie eine verbindliche Zukunft aus eigener Kraft aussehen könnte und wann strategische Initiativen folgen, für die der Personalabbau die Grundlage schaffen sollte. An die RAG-Stiftung richtet sich die Frage, welche Verantwortung sie bei den verschiedenen möglichen Wegen übernehmen will.
Übernahme bleibt offen, politische Beteiligung im Gespräch
Evonik hatte die BASF-Kontaktaufnahme als unverbindlich bezeichnet und mitgeteilt, dass derzeit keine Gespräche stattfinden. Auch BASF erklärte, Fortgang und Ausgang der Sondierungen seien offen. Damit gibt es bislang weder eine vereinbarte Transaktion noch Klarheit über mögliche Bedingungen, Auswirkungen auf Beschäftigung oder Standorte.
Die IGBCE verweist zudem auf die Bedeutung der Evonik-Beteiligung für die RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent der Aktien hält. Nach Darstellung der Gewerkschaft ist die Dividende für die Finanzierung der Folgen des Steinkohlebergbaus wichtig. Separat dazu hat die oppositionelle SPD in Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen, eine Beteiligung des Landes zu prüfen, sodass Land und Stiftung zusammen eine Mehrheit halten könnten. Das ist ein politischer Vorschlag, keine beschlossene Beteiligung.
Einordnung für die Aktie
Analysten-Einordnung: Die Debatte erweitert den Blick über einen möglichen Übernahmepreis hinaus: Für die Bewertung zählen auch die Zukunftsstrategie von Evonik, mögliche Standort- und Beschäftigungsgarantien sowie die Rolle der RAG-Stiftung. Solange weder konkrete Angebotsbedingungen noch belastbare Zusagen vorliegen, bleibt ein möglicher Übernahmeeffekt auf die Aktie spekulativ. Für Anleger bedeutet das, zwischen Übernahmefantasie und dem eigenständigen Ertragspotenzial des Chemiekonzerns zu unterscheiden.
Eine am 6. Oktober veröffentlichte Branchenstudie stufte Evonik auf „Halten“ ein und nannte ein Kursziel von 20,50 Euro. Zum 8. Oktober um 16:17 Uhr lag der angegebene Kurs bei 21,10 Euro. Der Vergleich zeigt, dass der Kurs über diesem Ziel lag; ein einzelnes Kursziel ist jedoch weder eine Zusage noch eine vollständige Bewertung möglicher Übernahmeszenarien.
Fazit & Ausblick
Im Mittelpunkt stehen nun die Antworten der Beteiligten auf die Fragen zu Evoniks eigenständiger Strategie und zur Zukunft der Standorte. Auch die Beratungen im NRW-Landtag über den SPD-Vorschlag sind ein möglicher nächster politischer Schritt. Für eine belastbare Einschätzung eines BASF-Angebots fehlen weiterhin konkrete Konditionen und verbindliche Aussagen zur Umsetzung.
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