Eli Lilly & Aktie: Retatrutid übertrifft Ozempic in Phase-3-Studie
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Das Wichtigste in Kürze
- Eli Lilly meldet positive Topline-Ergebnisse aus der Phase-3-Studie TRANSCEND-T2D-2 mit Retatrutid bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes.
- Nach 80 Wochen sank der HbA1c-Wert mit beiden Retatrutid-Dosen durchschnittlich um 2,2 Prozentpunkte, gegenüber 1,8 Prozentpunkten mit Ozempic 2 mg.
- Die Teilnehmenden verloren mit Retatrutid im Schnitt 44,3 beziehungsweise 47,4 Pfund; mit Ozempic waren es 20,9 Pfund.
- Lilly will die ausführlichen Ergebnisse später auf einem medizinischen Kongress vorstellen und in einer Fachzeitschrift veröffentlichen.
Marktanalyse & Details
Wirksamkeit im direkten Vergleich
Die Studie verglich Retatrutid in den Dosierungen 9 und 12 mg mit injizierbarem Ozempic 2 mg. Lilly zufolge erreichte Retatrutid nach 80 Wochen den primären Endpunkt sowie alle wichtigen sekundären Endpunkte. Neben der stärkeren durchschnittlichen HbA1c-Senkung fiel auch der Gewichtsverlust deutlich höher aus: rund 20,1 beziehungsweise 21,5 Kilogramm mit Retatrutid, gegenüber etwa 9,5 Kilogramm mit Ozempic.
Lilly berichtete außerdem über stärkere Verbesserungen bei ausgewählten kardiovaskulären Risikofaktoren, darunter Nicht-HDL-Cholesterin, Triglyzeride und systolischer Blutdruck. Die Mitteilung enthält jedoch noch keine vollständige Datenauswertung oder Angaben dazu, wie sich die Ergebnisse statistisch im Detail darstellen.
Verträglichkeit und offene Fragen
Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen mit Retatrutid zählten Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen und Verdauungsbeschwerden. Sensibilitätsstörungen wurden bei 4,8 Prozent der Teilnehmenden mit 9 mg und 6,5 Prozent mit 12 mg gemeldet, gegenüber 2,7 Prozent mit Ozempic. Harnwegsinfektionen traten bei 5,8 beziehungsweise 4,2 Prozent auf, gegenüber 5,8 Prozent in der Vergleichsgruppe.
Die Behandlung wurde wegen unerwünschter Ereignisse von 4,8 Prozent der Teilnehmenden in der 9-mg-Gruppe und 7,9 Prozent in der 12-mg-Gruppe abgebrochen; bei Ozempic lag der Anteil bei 2,7 Prozent. Lilly zufolge waren die meisten Ereignisse leicht bis mittelschwer und klangen während der Behandlung üblicherweise ab.
Analysten-Einordnung: Der direkte Vergleich liefert einen wichtigen Wirksamkeitshinweis zugunsten von Retatrutid bei Blutzucker- und Gewichtsreduktion. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung ein mögliches zusätzliches Differenzierungsmerkmal in einem hart umkämpften Markt für Diabetes- und Adipositasmedikamente. Die höhere Abbruchrate in der 12-mg-Gruppe und die noch ausstehenden vollständigen Studiendaten mahnen jedoch zur Vorsicht: Topline-Ergebnisse allein klären weder das umfassende Nutzen-Risiko-Profil noch den späteren Zulassungs- und Markterfolg.
Fazit & Ausblick
Als nächster wichtiger Schritt stehen die detaillierte Veröffentlichung der TRANSCEND-T2D-2-Daten und deren unabhängige Prüfung an. Bis dahin bleibt Retatrutid ein Prüfpräparat; aus den gemeldeten Studienergebnissen lässt sich noch keine Zulassung ableiten.
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