Deutsche Rohstoff hebt Prognose: EBITDA 2026 bis zu 400 Mio. EUR, Bohrprogramm auf 32 Bohrungen
Kurzüberblick
Die Deutsche Rohstoff AG hat ihre Erwartungen für 2026 deutlich angehoben und das Bohrprogramm ausweiten lassen. Hintergrund sind stärker als erwartete Förderergebnisse aus neu in Betrieb genommenen Bohrungen, die das Unternehmen zur Erweiterung der US-Aktivitäten bewegen. Gleichzeitig planen die Mannheimer eine außerplanmäßige Abschreibung in Colorado, die das Halbjahresergebnis belastet.
Die Aktie notiert zur Mittagszeit bei 84,60 EUR und liegt damit 0,48 % im Tagesplus sowie 72,48 % im Plus seit Jahresbeginn. Nach der Ad-hoc-Meldung vom 5. August bestätigte ein Research-Update am 10. August den positiven Ausblick: Ein Analyst erhöhte das Kursziel auf 115 EUR bei Buy. Die Zahlen zum ersten Halbjahr sind für den 19. August terminiert.
Marktanalyse & Details
Finanz- und Betriebsziele: Mehr Öl, höhere Erlöse, mehr EBITDA
Für 2026 erwartet Deutsche Rohstoff im Basisszenario einen Umsatz von 300 bis 320 Mio. EUR und ein EBITDA von 380 bis 400 Mio. EUR. Das Unternehmen hebt damit beide Größen an und verknüpft die Entwicklung klar mit dem Fortschritt in den US-Operationen.
- Produktion 2026: Anstieg auf 18.500 bis 20.000 BOEPD (vorher: 17.000 bis 18.000)
- Investitionen 2026: Erhöhung auf 310 bis 330 Mio. EUR
- Bohrprogramm: Ausweitung von 26 auf 32 Bruttobohrungen für das Jahr 2026
Für die zweite Jahreshälfte und zum Jahresende sieht das Management eine deutlich höhere Auslastung: Die Produktion soll bei rund 24.000 bis 26.000 BOEPD liegen, mit einem Anteil von etwa 70 % Öl. Genau dieser Mix ist für die wirtschaftliche Bewertung zentral.
Warum der Umsatz stärker steigt als die reine Fördermenge
Ein wichtiger Detailpunkt betrifft die Treiberqualität der neuen Bohrungen: Neue Wells liefern laut Unternehmenskommunikation einen höheren Anteil wertvollerem Öl und einen geringeren Anteil weniger wertvollen Gases als bereits etablierte Bohrungen. Dadurch kann der Umsatz überproportional zu den Tonnen oder Barrel-Äquivalenten wachsen.
Analysten-Einordnung: Diese Logik deutet darauf hin, dass Deutsche Rohstoff nicht nur zusätzliche Volumen hochfährt, sondern auch die Qualität der Produktion verbessert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung vor allem: Die Erhöhung der Ergebniskennziffern (insbesondere EBITDA) wirkt plausibel, weil sich der Produktmix typischerweise direkt auf Marge und Cash-Generierung auswirkt. Gleichzeitig bleibt das Investitionsprofil zweigeteilt: Die zusätzlichen Bohrungen sollen überwiegend im Verlauf von 2027 ihren vollen Beitrag entfalten, während 2026 vor allem anteilig profitiert.
Expansion in Wyoming, Druck in Colorado: Abschreibung als Transparenzmoment
Operativ liegt der Fokus inzwischen stark auf Wyoming, das 2025 nach Volumen rund 82 % der Öl- und Gasproduktion ausmachte. Die US-Tochter 1876 Resources erweitert das Programm um sechs Bruttobohrungen auf insgesamt 32 Bruttobohrungen; der zusätzliche Anteil liegt bei rund 84 %. Zudem nennt das Unternehmen eine Verbesserung beim Design der Bohrungen und längere horizontale Strecken: Einzelne geplante Bohrungen werden auf 3-Meilen erweitert, ein Gesamtplus bei der horizontalen Länge wird in der Summe auf etwa 5 bis 10 % beziffert.
Auf der anderen Seite belastet eine Bilanzanpassung: Für das erste Halbjahr ist eine außerplanmäßige Abschreibung auf Bohrungen in Colorado angekündigt. Das entspricht einer Belastung des Konzernhalbjahresergebnisses von rund 15 Mio. EUR. Laut Mitteilung ist die Abschreibung nicht zahlungswirksam, aber sie signalisiert, dass bei Altbohrungen gestiegene Kosten für Workover sowie teilweise niedrigere Produktionsmengen als erwartet eine Rolle spielen.
Einordnung des Research-Updates: Buy bleibt – Kursziel auf 115 EUR
Im Research-Update vom 10. August behielt der Analyst die Einstufung Buy bei und erhöhte das Kursziel von 105 EUR auf 115 EUR. Grundlage ist die Neubewertung durch das erweiterte Bohrprogramm und die Erwartung, dass die verbesserten Förderprofile die Kapitalallokation rechtfertigen.
Für Anleger entscheidend: Die Richtung stimmt zwar mit den operativen Fortschritten überein, die Bewertung dürfte aber weiterhin sensibel reagieren, sobald Details zur Umsetzung (Kosten, Zeitplan, tatsächliche Produktionskurven) in den Halbjahreszahlen und Folgequartalen sichtbar werden.
Fazit & Ausblick
Die Deutsche Rohstoff AG setzt auf einen klaren Wachstumshebel: mehr Bohrungen, bessere Bohrprofil-Qualität und ein verbessertes Öl/Gas-Verhältnis sollen die Ergebnisbasis stärken. Die angekündigte Abschreibung in Colorado ist dabei ein kurzfristiger Dämpfer fürs Halbjahr, ändert aber nach Unternehmenslogik nichts an der Liquiditätslage.
Als nächster Prüfungspunkt stehen die H1/26-Zahlen am 19. August an. Anleger werden besonders darauf achten, ob die bereits berichteten Produktionsvorteile sich in den Kennzahlen wiederfinden und ob das Capex- und Bohrprogramm wie geplant umgesetzt wird – gerade mit Blick auf den stärkeren Beitrag der zusätzlichen Bohrungen im Verlauf von 2027.
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