Deutsche Lufthansa Aktie: Tap-Einstieg für 1,025 Milliarden Euro besiegelt

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Goldesel Kompakt

Das Wichtigste in Kürze

  1. Lufthansa und Portugal haben den Einstieg bei Tap Air Portugal vertraglich unterzeichnet.
  2. Für zunächst 44,9 Prozent zahlt der Konzern 1,025 Milliarden Euro; bis zu fünf weitere Prozent könnten den Preis auf 1,2 Milliarden Euro erhöhen.
  3. Der portugiesische Staat behält zunächst gut 50 Prozent, die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden steht noch aus.
  4. JPMorgan hob das Kursziel auf 7,50 Euro an und blieb bei Neutral; die DZ Bank erhöhte ihren fairen Wert auf 8,30 Euro und bekräftigte Halten.

Marktanalyse & Details

Tap-Deal eröffnet Lufthansa neue Perspektiven

Mit der Unterzeichnung ist ein wichtiger Schritt im Privatisierungsverfahren der portugiesischen Staatsfluglinie erreicht. Lufthansa übernimmt zunächst 44,9 Prozent an Tap. Weitere bis zu fünf Prozent sind zunächst für Beschäftigte reserviert, könnten aber ebenfalls an Lufthansa gehen. In diesem Fall würde der Kaufpreis von 1,025 auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen. Die Mehrheit bleibt zunächst beim portugiesischen Staat.

Strategisch setzt Lufthansa auf die Ergänzung der Streckennetze und auf zusätzliche Perspektiven in Portugal sowie in Südamerika und Brasilien. Der Einstieg ist allerdings noch nicht vollzogen: Er bedarf der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Auch die mögliche Übernahme der für Beschäftigte reservierten Anteile ist noch offen.

Analysten bleiben trotz höherer Ziele zurückhaltend

Am 4. November erhöhte JPMorgan das Kursziel von 7 auf 7,50 Euro und bestätigte die Einstufung Neutral. Bereits am Vortag hob die DZ Bank ihren fairen Wert von 7,80 auf 8,30 Euro an und hielt an Halten fest. Zum Kursstand von 7,75 Euro am Abend des 3. November lag das JPMorgan-Ziel darunter, der DZ-Bank-Wert darüber.

Analysten-Einordnung: Die Anpassungen zeigen eine vorsichtige Neubewertung, aber keinen einheitlichen Aufruf zum Kauf: Beide Institute bleiben bei neutralen beziehungsweise abwartenden Einschätzungen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass die strategische Chance durch Tap gegen die noch ausstehende Genehmigung und den erheblichen Kaufpreis abzuwägen ist. Hinzu kommt der Kostendruck im laufenden Geschäft: Hohe Kerosinkosten belasten die Ergebnisplanung, während Lufthansa für 2027 zweistellige Ticketpreissteigerungen erwartet.

Fazit & Ausblick

Für die Tap-Beteiligung ist die behördliche Freigabe der nächste entscheidende Schritt; erst danach kann Lufthansa den Einstieg umsetzen. An der Börse dürfte neben dem Fortgang des Verfahrens auch zählen, ob höhere Ticketpreise die Treibstoffkosten auffangen können. Die unterschiedlichen Analystenwerte unterstreichen, dass der Spielraum für eine Neubewertung derzeit nicht eindeutig eingeschätzt wird.

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