Deutsche Lufthansa Aktie: Möglicher Software-Verkauf rückt Konzernumbau in den Fokus
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Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Lufthansa prüft den Verkauf von Teilen ihrer IT-Sparte Lufthansa Systems; ein mögliches Volumen liegt laut Medienbericht nahe einer Milliarde Euro.
- Die Überlegungen stehen noch am Anfang: Banken wurden eingeschaltet, eine Entscheidung ist nicht gefallen.
- Der Konzern erwartet aus dem Einstieg bei Tap jährliche Synergien von bis zu 450 Millionen Euro.
- Eurowings prüft wegen hoher Kerosinkosten Kurzarbeit und will rund fünf Prozent des geplanten Flugprogramms kürzen.
Marktanalyse & Details
Software-Verkauf wäre ein möglicher Umbau-Schritt
Lufthansa lotet einem Medienbericht zufolge aus, ob sich Geschäftsteile von Lufthansa Systems verkaufen lassen. Die Sparte bietet IT-Dienstleistungen für die Luftfahrtbranche an, darunter Lösungen rund um Flugplanung und Navigation. Für die Prüfung hat der Konzern dem Bericht zufolge Banken eingeschaltet. Ein Verkauf ist jedoch weder beschlossen noch steht ein konkreter Zeitplan fest.
Ein mögliches Transaktionsvolumen von nahezu einer Milliarde Euro wäre für den Konzern bedeutend. Offen ist allerdings, welche Bereiche betroffen wären und wie viel Erlös tatsächlich erzielt werden könnte. Ohne diese Angaben lässt sich auch nicht beurteilen, ob ein Verkauf den Unternehmenswert unmittelbar steigern würde.
Tap-Strategie trifft auf Kostendruck
Parallel verfolgt Lufthansa mit dem geplanten Einstieg bei Portugals Staatsfluglinie Tap eine Expansionsstrategie. Das Management beziffert die möglichen jährlichen Synergien auf bis zu 450 Millionen Euro. Tap ist für das Streckennetz nach Lateinamerika wichtig; gemeinsam könnten die Airlines dort nach Angaben des Konzerns auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent kommen.
Gleichzeitig reagiert Eurowings auf teuren Treibstoff: Die Tochter prüft Kurzarbeit und plant, etwa fünf Prozent ihres Programms zu streichen. Besonders betroffen sind zunächst Verbindungen von Köln und Stuttgart nach Dubai. Wie viele Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen sein könnten, ist noch nicht bekannt.
Analysten-Einordnung
Dies deutet darauf hin, dass Lufthansa zugleich Geschäftsteile auf mögliche Verkäuflichkeit prüft und in strategisches Wachstum investiert. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine Abwägung: Ein Verkauf könnte Mittel freisetzen und den Konzern fokussieren, doch der Nutzen hängt von Umfang, Erlös und Verwendung des Geldes ab. Die frühen Prüfungen sind noch kein belastbarer Beleg für einen unmittelbar bevorstehenden Mittelzufluss.
Zusätzlichen Gegenwind signalisiert die DZ Bank: Sie senkte ihr Kursziel von 8,60 auf 7,80 Euro und bestätigte die Einstufung „Halten“. Die Einschätzung steht damit neben operativen Chancen aus Tap und den Risiken durch hohe Kerosinkosten.
Fazit & Ausblick
Für die Lufthansa-Aktie dürften zunächst konkrete Angaben zum möglichen Verkauf von Lufthansa-Systems-Geschäftsteilen entscheidend sein. Anleger sollten außerdem darauf achten, ob der Konzern die angekündigten Tap-Synergien tatsächlich realisiert und wie stark Treibstoffkosten und Flugkürzungen das Geschäft von Eurowings belasten. Ein bestätigter Verkaufsbeschluss oder ein Zeitplan liegt bislang nicht vor.
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