Deutsche Lufthansa Aktie: Goldman und Barclays sehen trotz höherer Kursziele Abwärtsspielraum
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Goldman hebt das Lufthansa-Kursziel am 5. November von 7,10 auf 7,50 Euro an und bleibt bei „Sell“.
- Barclays erhöht sein Ziel von 6,50 auf 7,50 Euro, hält aber an „Underweight“ fest.
- Beide Kursziele liegen rund 7 Prozent unter dem zuletzt gemeldeten Kurs von 8,062 Euro.
- Hohe Kerosinkosten belasten den Ausblick: Lufthansa senkte zuletzt das obere Ende der bereinigten EBIT-Prognose für 2026.
Marktanalyse & Details
Kursziele steigen, skeptische Ratings bleiben
Die Anhebungen von Goldman und Barclays signalisieren keine Wende zu einer positiven Einschätzung: Beide Häuser behalten ihre skeptischen Bewertungen bei. Goldman bewertet die Aktie weiterhin mit „Sell“, Barclays mit „Underweight“. Das neue gemeinsame Kursziel von 7,50 Euro liegt beim zuletzt gemeldeten Kurs von 8,062 Euro etwa 7 Prozent darunter. Der Kurs lag am Morgen des 5. November zudem 0,49 Prozent im Minus; seit Jahresbeginn beträgt das Minus 4,14 Prozent.
Die Zielanhebungen setzen Lufthansa also nicht automatisch auf eine Aufwärtsspur. Weitere Einschätzungen zeigen ein gemischtes Bild: JPMorgan nannte zuletzt 7,50 Euro bei „Neutral“, während DZ Bank 8,30 Euro bei „Hold“ und LBBW 8,50 Euro bei „Halten“ ansetzten.
Kerosinkosten bleiben zentraler Belastungsfaktor
Für die zurückhaltenden Bewertungen liefert der Kostendruck einen wichtigen Kontext. Lufthansa meldete für das dritte Quartal einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden Euro, senkte wegen hoher Kerosinkosten aber das obere Ende der Jahresprognose für das bereinigte EBIT. Der erwartete Korridor liegt nun bei 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Hohe Erlöse allein reichen damit nicht aus, um die Belastung durch Treibstoffkosten auszuräumen.
Analysten-Einordnung: Dass Goldman und Barclays ihre Kursziele zwar anheben, aber bei negativen Ratings bleiben, deutet darauf hin, dass sie die Bewertung gegenüber ihren vorherigen Annahmen weniger kritisch sehen, die Risiken jedoch weiterhin überwiegen. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung: Entscheidend dürfte sein, ob Lufthansa die hohen Kosten durch Ticketpreise und operative Verbesserungen auffangen kann. Die jüngsten Kursziele liegen zudem klar unter dem aktuellen Kurs und sind keine Garantie für die künftige Kursentwicklung.
TAP-Einstieg erweitert die strategische Perspektive
Parallel hat Lufthansa den Vertrag über den Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP unterzeichnet. Für zunächst 44,9 Prozent der Anteile ist ein Kaufpreis von 1,025 Milliarden Euro vereinbart; bis zu 5 Prozent könnten zusätzlich an Lufthansa gehen. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Der Schritt eröffnet dem Konzern nach eigener Darstellung zusätzliche Perspektiven insbesondere in Portugal und auf Verbindungen nach Südamerika und Brasilien, ist aber von der kurzfristigen Belastung durch Treibstoffkosten zu unterscheiden.
Fazit & Ausblick
Die angehobenen Kursziele sind eine moderate Verbesserung der Analystenannahmen, aber keine Entwarnung: Beide neuen Ziele bleiben unter dem gemeldeten Aktienkurs und die Verkaufseinschätzungen bestehen fort. Im Fokus stehen der weitere Verlauf der Kerosinkosten, die Umsetzung der Jahresprognose und die noch ausstehende wettbewerbsrechtliche Freigabe des TAP-Einstiegs. Einen konkreten Termin für die nächsten Quartalszahlen enthalten die vorliegenden Angaben nicht.
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