Deutsche Lufthansa Aktie: Konzern prüft Software-Verkauf für fast eine Milliarde Euro
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Lufthansa lotet den Verkauf von Geschäftsbereichen ihrer IT-Sparte Lufthansa Systems aus; das mögliche Volumen liegt bei nahezu einer Milliarde Euro.
- Die Prüfung steht noch am Anfang, eine Entscheidung über einen Verkauf ist nicht gefallen.
- Eurowings erwägt wegen hoher Kerosinkosten Kurzarbeit und will rund fünf Prozent des geplanten Winterprogramms streichen.
- Ein Analysehaus senkte sein Kursziel für die Lufthansa-Aktie auf 7,80 Euro und bestätigte die Einstufung Halten.
Marktanalyse & Details
Möglicher Verkauf von Lufthansa-Systems-Bereichen
Lufthansa hat Banken eingeschaltet, um einen möglichen Verkauf einzelner Geschäftsbereiche innerhalb von Lufthansa Systems auszuloten. Die Sparte bietet IT-Dienstleistungen für die Luftfahrtbranche an, darunter Services rund um Flugplanung und Navigation. Ein möglicher Verkauf könnte laut einem Medienbericht nahezu eine Milliarde Euro einbringen. Die Überlegungen befinden sich jedoch in einem frühen Stadium; Lufthansa hat bislang keine Entscheidung getroffen.
Analysten-Einordnung: Ein Verkauf könnte Mittel freisetzen und dem Konzern Spielraum für andere Investitionen oder den Schuldenabbau geben. Entscheidend ist aber, welche Bereiche betroffen wären und welchen Beitrag sie laufend zum Ergebnis leisten. Ein hoher Verkaufserlös wäre deshalb nicht automatisch ein dauerhafter Gewinnzuwachs: Veräußert Lufthansa profitable Aktivitäten, könnte das die künftigen Erträge auch schmälern.
Kerosinkosten belasten Eurowings
Parallel verschärft der Treibstoffkostendruck die Lage bei der Tochter Eurowings. Das Unternehmen prüft Kurzarbeit für den Winter und führt dazu Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit. Nach Angaben aus dem Unternehmen sollen etwa fünf Prozent des geplanten Flugprogramms entfallen. Die Verbindungen von Köln und Stuttgart nach Dubai wurden bereits gestrichen; weitere Anpassungen sollen vor allem einzelne Frequenzen betreffen. Auch Einsparungen in der Verwaltung sind vorgesehen.
Tap-Einstieg und Aktienreaktion
Strategisch setzt Lufthansa zugleich auf den geplanten Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft Tap. Der Konzern erwartet daraus jährliche Synergien von bis zu 450 Millionen Euro und sieht in den Verbindungen nach Lateinamerika einen besonderen Vorteil. Diese möglichen Einsparungen stehen jedoch neben kurzfristigem Kostendruck bei Eurowings und sind noch kein bereits realisierter Ergebnisbeitrag.
Der aktuelle Kurs lag am 16. Oktober um 16:30 Uhr bei 7,218 Euro und damit 0,11 Prozent über dem Vortag; seit Jahresbeginn notierte die Aktie 14,17 Prozent im Minus. Ein Analysehaus senkte sein Kursziel von 8,60 auf 7,80 Euro und beließ die Einstufung auf Halten. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass mögliche Erlöse aus einem Softwareverkauf gegen die Risiken steigender Betriebskosten und die Umsetzung der geplanten Sparmaßnahmen abzuwägen sind.
Fazit & Ausblick
Für die Aktie bleibt zunächst offen, ob Lufthansa tatsächlich Teile von Lufthansa Systems verkauft und zu welchen Bedingungen. Anleger dürften außerdem auf konkrete Angaben zu den Einschnitten bei Eurowings und auf den Fortschritt beim Tap-Einstieg achten. Erst wenn Umfang, Erlös und Folgen für die laufenden Erträge eines möglichen Verkaufs feststehen, lässt sich dessen Bedeutung für die Bewertung des Konzerns verlässlich einschätzen.
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