Deutsche Lufthansa Aktie: Air-France-KLM-Zahlen treiben Kurs, Analysten bleiben vorsichtig
Aktien im Artikel
Goldesel Kompakt
Das Wichtigste in Kürze
- Lufthansa-Aktien legten am Donnerstag nach starken Quartalszahlen von Air France-KLM zeitweise fast drei Prozent zu.
- Air France-KLM steigerte im dritten Quartal Umsatz und operativen Gewinn; der Konzern passte zudem seinen Jahresausblick an.
- Goldman Sachs und Barclays erhöhten ihre Lufthansa-Kursziele jeweils auf 7,50 Euro, hielten aber an negativen Ratings fest.
- Lufthansa hatte wegen höherer Kerosinkosten zuletzt das obere Ende ihrer bereinigten EBIT-Prognose gesenkt.
Marktanalyse & Details
Starke Zahlen eines Wettbewerbers geben Rückenwind
Die Lufthansa-Aktie gehörte am Donnerstag zu den gefragten Werten im Airline-Sektor. Auslöser waren die Quartalszahlen von Air France-KLM: Die Aktie des französisch-niederländischen Konzerns sprang deutlich nach oben, während Lufthansa zeitweise fast drei Prozent gewann. Der aktuelle Kurs lag um 10:25 Uhr bei 8,264 Euro und damit rund zwei Prozent über dem Vortagesschluss. Seit Jahresbeginn notiert das Papier dennoch 1,74 Prozent im Minus.
Air France-KLM meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von gut 9,9 Milliarden Euro, knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereffekten stieg um zehn Prozent auf 1,35 Milliarden Euro, der den Aktionären zurechenbare Überschuss um fast ein Viertel auf 908 Millionen Euro. Die positiven Zahlen und der angepasste Jahresausblick stärkten die Hoffnung, dass robuste Nachfrage und bessere Preissetzung die Branche stützen können.
Kursziele steigen, Ratings bleiben skeptisch
Goldman Sachs hob das Kursziel für Lufthansa von 7,10 auf 7,50 Euro an und bestätigte die Verkaufsempfehlung. Barclays setzte das Ziel von 6,50 auf 7,50 Euro herauf, blieb aber bei „Underweight“. Beide Zielmarken liegen unter dem aktuellen Kurs. Andere Einschätzungen fallen weniger negativ aus: JPMorgan hatte das Kursziel am Vortag auf 7,50 Euro erhöht und die Aktie neutral bewertet, während LBBW 8,50 Euro und „Halten“ nannte.
Analysten-Einordnung: Die Kurszielanhebungen signalisieren eine Anpassung der Bewertungsannahmen, aber keine breite Zuversicht: Goldman Sachs und Barclays sehen trotz höherer Ziele weiterhin Abwärtsrisiken. Für Anleger bedeutet die positive Reaktion auf Air France-KLM zunächst vor allem einen Branchenimpuls – sie ersetzt keinen Nachweis, dass Lufthansa ihre eigene Kosten- und Gewinnentwicklung verbessern kann.
Kerosin bleibt der zentrale Belastungsfaktor
Lufthansa hatte für das dritte Quartal einen Rekordumsatz von 12,2 Milliarden Euro erzielt, zugleich aber wegen der hohen Kerosinkosten das obere Ende der Jahresprognose für das bereinigte EBIT gesenkt. Der Konzern erwartet nun 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro. Auch Air France-KLM rechnet mit steigenden Treibstoffkosten. Das unterstreicht, dass gute Nachfrage und höhere Erlöse nicht automatisch in höhere Gewinne münden, wenn der Treibstoffaufwand stärker zunimmt.
Fazit & Ausblick
Der Kurssprung im Airline-Sektor gibt Lufthansa kurzfristig Unterstützung, doch die Bewertung bleibt durch hohe Treibstoffkosten und die gesenkte Gewinnprognose geprägt. Für die weitere Entwicklung sind vor allem Lufthansa-Zahlen zur Kostenkontrolle und zur Umsetzung des Jahresausblicks entscheidend; die vorliegenden Meldungen nennen keinen konkreten nächsten Berichtstermin.
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