COREWEAVE Aktie: Oppenheimer hält Bond-Sorgen für überzogen und sieht 150-Dollar-Ziel

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Das Wichtigste in Kürze

  1. Oppenheimer hält den Ausverkauf unbesicherter CoreWeave-Anleihen für überzogen und bestätigt „Outperform“ mit einem Kursziel von 150 US-Dollar.
  2. Die Investmentfirma veranschlagt 83 Milliarden US-Dollar an verwertbaren Vermögenswerten gegenüber 42 Milliarden US-Dollar pro forma Schulden und 37 Milliarden US-Dollar sonstigen Verbindlichkeiten.
  3. Oppenheimer erwartet für das dritte Quartal einen Ergebnisüberraschung und eine leicht höhere Umsatzprognose; die Zahlen werden Anfang November erwartet.
  4. CoreWeave baut seine KI-Cloud-Kapazitäten in Dänemark aus und plant neue Netzwerkstandorte in Nahost und Asien-Pazifik.

Marktanalyse & Details

Anleiheverluste treffen auf unterschiedliche Risikoeinschätzungen

Die jüngste Schwäche von CoreWeaves unbesicherten Anleihen spiegelt laut Oppenheimer vor allem steigende Zinsen und Sorgen über eine mögliche technische Überalterung der Grafikprozessoren wider. Die Investmentfirma hält den daraus entstehenden Druck auf die Aktienbewertung jedoch für überzogen. Ihre Schätzung von 83 Milliarden US-Dollar an verwertbaren Vermögenswerten steht rund 42 Milliarden US-Dollar pro forma Schulden und 37 Milliarden US-Dollar sonstigen Verbindlichkeiten gegenüber. Oppenheimer zufolge würde dies selbst in einem Liquidationsszenario eine vollständige Rückzahlung der unbesicherten Schulden stützen. Das ist eine Analystenschätzung und keine Garantie für den tatsächlich erzielbaren Verkaufserlös.

Auch die Nutzungsdauer der Server ist für die Rechnung entscheidend: Bleiben Anlagen über ihre bilanzielle Abschreibungsdauer hinaus produktiv, könnten sie länger Umsätze erwirtschaften und den Cashflow stärken. Oppenheimer beziffert den möglichen jährlichen Free Cashflow bei einem Stopp des Wachstumskapitalaufwands auf etwa 9 Milliarden US-Dollar ab 2027 beziehungsweise 16 Milliarden US-Dollar ab 2028. Dieses Szenario setzt allerdings voraus, dass CoreWeave die Expansion tatsächlich drosselt; die Firma erwartet derzeit, dass das Unternehmen seine geplanten Investitionen fortsetzt.

Ausblick auf Quartalszahlen und Rating-Gegensatz

Oppenheimer rechnet mit einem besseren Ergebnis als vom Markt erwartet und einer moderaten Anhebung des Jahresumsatzausblicks auf ein Wachstum von 160 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Treiber nennt die Firma zusätzliche Kapazitäten und höhere Preise. Für 2027 könnten weitere Kapazität, Softwareangebote und höherwertige Workloads zusätzliches Potenzial bieten. Das sind Erwartungen der Investmentfirma, keine bestätigte Prognose des Unternehmens.

Die Einschätzungen an der Wall Street bleiben deutlich uneinheitlich: Oppenheimer bestätigte „Outperform“ und ein Kursziel von 150 US-Dollar. Bernstein hob sein Ziel am selben Tag dagegen von 51 auf 54 US-Dollar an, beließ die Einstufung aber bei „Underperform“.

Analysten-Einordnung: Dies deutet darauf hin, dass die zentrale Streitfrage weniger die Nachfrage nach KI-Rechenleistung als die Finanzierung des schnellen Kapazitätsausbaus ist. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass Vermögenswerte und langfristige Kundenverträge zwar mögliche Rückhaltfaktoren darstellen, hohe Zinskosten und Investitionen aber weiterhin die kurzfristige Bewertung belasten können. Die Szenarien zum möglichen Free Cashflow bei einem Investitionsstopp sind deshalb nicht mit einer Unternehmensprognose gleichzusetzen.

Internationale Infrastruktur wächst

CoreWeave meldete neue Rechenkapazitäten in Dänemark und will sein globales KI-Netzwerk auf Nahost und den asiatisch-pazifischen Raum ausdehnen. Neue Netzknoten in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Indonesien, Singapur, Australien, Südkorea und Japan sollen ab Ende des vierten Quartals 2026 hinzukommen; ein vollständiger Netzwerkring ist für Mitte 2027 vorgesehen. Die internationale Anbindung erweitert den adressierbaren Markt, erhöht aber zugleich die Bedeutung einer disziplinierten Finanzierung des Ausbaus.

Die CoreWeave-Aktie notierte am 27. Oktober laut den vorliegenden Marktdaten bei 53,29 Euro und lag 5,61 Prozent im Tagesplus. Seit Jahresbeginn blieb sie dennoch 16,47 Prozent im Minus. Die Erholung am Handelstag beseitigt damit die grundsätzlichen Finanzierungs- und Bewertungsrisiken nicht.

Fazit & Ausblick

Im Mittelpunkt steht nun der für Anfang November erwartete Quartalsbericht: Entscheidend dürften die Umsetzung neuer Kapazitäten, die Investitionsplanung und die Finanzierungskosten sein. Oppenheimers optimistische Einschätzung steht einer weiterhin skeptischen Analystenstimme gegenüber. Der internationale Ausbau eröffnet Wachstumsmöglichkeiten, macht die Frage nach ausreichendem und bezahlbarem Kapital aber noch relevanter.

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